Bobenheim-Roxheim
Glasfaserausbau: Das sagen die Anwohner
Aufgerissene Straßen, verlegte Kabel, zwölfstündige Arbeitsschichten: Seit dem Sommer 2024 findet in Bobenheim-Roxheim im Auftrag des Unternehmens Glasfaser Plus GmbH, einer Tochterfirma der Deutschen Telekom, der Glasfaserausbau statt. Dieser soll noch bis zum 30. Oktober dieses Jahres dauern.
Fragt man Bürger der Gemeinde nach den Umständen, trifft man auf geteiltes Echo. Daniel Bayer (47) arbeitet als Informatiker im Homeoffice und habe durch die Lautstärke der Bauarbeiten teilweise unter Konzentrationsproblemen gelitten. Wenngleich die Termine der Glasfaserarbeiten bekannt waren und er dadurch nicht von den Umständen überrascht gewesen sei, habe er dennoch weit vom Haus entfernt parken müssen, da im Ausbaubereich immer wieder temporäre Halteverbote errichtet wurden. Claudia (52) und Stefan D. (54) nahmen die Bauarbeiten als „unkoordiniert und unprofessionell“ wahr. Zwar hätten sie keine großen Beschwerden über die Lautstärke oder das Verhalten der Arbeiter, für sie ergaben sich daraus jedoch auch keine Vorteile.
Bauarbeiter „freundlich und hilfsbereit“
Anders hält es Patrick Minrath (49), der die Bauarbeiter als „sehr freundlich und hilfsbereit“ beschreibt, was vor allem dann zutreffe, wenn man – wie er – etwas Spanisch spreche. Neben gebrochenem Englisch sei dies die einzige Sprache, die die Bauarbeiter der Gercotronic GmbH im Auftrag der Glasfaser Plus GmbH sprechen. Weil Minrath im Rollstuhl sitzt, wurde er beispielsweise beim Auffahren auf Bürgersteige mehrfach von den Bauarbeitern unterstützt, weswegen er sie gerne mit Getränken versorgte. So bereite man den Bauarbeitern gerade dann eine Freude, wenn man ihnen auf Spanisch „una cerveza“ („ein Bier“) anbiete. Mit Parken habe er kaum Probleme gehabt. Auch Björn Wolfmüller (59) ist zufrieden. Dass die Einfahrten kurz blockiert waren, sei für ihn „in Ordnung“, denn die Bauarbeiten seien sehr sauber und schnell verlaufen.
Auch die Arbeitszeiten auf der Baustelle wurden häufig angesprochen: Minrath spricht von „Arbeitstieren, die nonstop von 7 bis 19 Uhr schuften“, was er als positiv beschreibt. Dies stehe im Gegensatz zu Bauarbeiten, beispielsweise auf Autobahnen, die „Jahre lang leerstehen“ würden. Anders beschreibt es Wolfmüller, der den langen Arbeitszeiten der Glasfaserarbeiter eher kritisch gegenübersteht, genauso wie Bayer, der diese mit dem Begriff „Ausbeutung“ charakterisiert.
Insgesamt blicken die Gesprächspartner jedoch zuversichtlich auf das Thema Glasfaser. Bayer betont, man könne als Informatiker „nie genug Bandbreite“ haben und dass der Glasfaserausbau viel früher hätte kommen sollen. „Hoffentlich ist die Glasfaserleitung schneller als deren Ausbau“, kommentiert er mit einem Augenzwinkern die bundesweiten Verhältnisse in diesem Bereich. Auch für Minrath steht fest, dass Glasfaser „in irgendeiner Form die Zukunft“ sei. Familie D. und Wolfmüller haben sich ebenfalls zuversichtlich für einen Anschluss eingetragen. Dennoch betonen diese auch, dass eine fachkundige Beratung seitens der Deutschen Telekom oftmals gefehlt habe.
Auf Anfrage an die Gemeinde teilte die Bauverwaltung Bobenheim-Roxheims mit, die Firma Gercotronic GmbH, welche in Partnerschaft mit der Glasfaser Plus GmbH arbeitet, achte auf alles, damit „die Bauarbeiten nicht zu einem Verkehrschaos führen. Wie bei allen Bauprojekten können jedoch vereinzelt Problemstellen“ auftreten.
Dabei seien vor allem das Nachsanden und provisorische „Übergangslösungen“ bei Pflastersteinen die Probleme, welche jedoch „rasch behoben“ würden. Ferner habe die Gemeinde „positive Rückmeldungen über die Arbeitsweise, Höflichkeit und Rücksicht der Mitarbeiter“ erhalten, während hingegen manche Bürger mit den Bauarbeiten nicht einverstanden gewesen seien.