VG Römerberg-Dudenhofen
Glasfaser kommt – aber nur für zwei Gebäude
Die Internetleitungen im Dudenhofener Rathaus stoßen immer häufiger an ihre Kapazitätsgrenzen. Das passiert laut Matthias Guhmann, der bei der Verbandsgemeindeverwaltung für die IT zuständig ist, vor allem, wenn viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten – im Schnitt seien das zwischen zehn und zwölf Mitarbeiter. Außerdem müsse immer mehr auf Daten aus der sogenannten Cloud zurückgegriffen werden, erläuterte Guhmann am Dienstag im Verbandsgemeinderat. Aber auch die Anbindung an die Außenstellen, an Mediathek, Schulen oder Feuerwehr führe zu einer starken Auslastung der Internetleitungen. Derzeit sei die Grenze bei rund 400 Mbit pro Sekunde via DSL-Leitung erreicht. In der Grundschule gebe es einen 150-Mbit-DSL-Anschluss.
Der Verbandsgemeinderat hatte bereits im März 2023 beschlossen, das Rathaus und die Dudenhofener Grundschule an das Netz anzuschließen, dass die Firma Deutsche Glasfaser in Dudenhofen, Harthausen und Hanhofen aufbauen will. Allerdings wurde der Baubeginn in den drei Orten von dem Unternehmen immer wieder verschoben. Zwischenzeitlich war ein Baustart im Jahr 2025 geplant, doch auch daraus wird definitiv nichts. Deutsche Glasfaser hatte in der Vergangenheit als Hauptgrund für die Verzögerungen meist Schwierigkeiten beim Finden zuverlässiger Subunternehmer angeführt. Wie auch Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) bestätigte, wird es nach Angaben von Deutsche Glasfaser nun frühestens 2026 mit einem Ausbau in den drei noch unversorgten Orten der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen losgehen.
So lange kann und will die Verbandsgemeinde laut Guhmann aber für die Versorgung von Rathaus und Grundschule nicht mehr warten. „Zumindest im Rathaus brauchen wir es dringend“, sagte Guhmann. Der Anschluss wurde daher neu ausgeschrieben, so dass ein anderer Anbieter zum Zug kommen könne. Ein Angebot liegt laut dem Verwaltungsmann mittlerweile von der Deutschen Telekom vor, ein Angebot von Vodafone soll noch folgen. Der Rat beschloss einstimmig, den wirtschaftlichsten Bieter zu beauftragen. Die Baukosten würden sich voraussichtlich auf 5000 Euro belaufen, monatlich würde ein Anschluss bei der Telekom 400 Euro kosten – was sogar günstiger als bei Deutsche Glasfaser sei. Im Haushalt sind Mittel dafür eingestellt.
Zur Sicherheit zweigleisig
Vom Verteilerkasten am ehemaligen Schilderdienst auf dem Konrad-Adenauer-Platz sollen laut Guhmann die Leitungen auf die Rückseite des Rathauses gelegt werden, von wo aus ein direkter Zugang zum Serverraum möglich sei. Eine Versorgung über die TV-Kabel, die bereits unter dem Adenauer-Platz verlegt seien, hält der Verwaltungsmitarbeiter nicht für praktikabel, wie er in seiner Antwort auf eine Nachfrage von Rainer Horländer (CDU) ausführte. Für die Grundschule müssten die Leitungen von einem Verteilerkasten in der Iggelheimer Straße gezogen werden, ergänzte Guhmann auf RHEINPFALZ-Anfrage. Der Baubeginn sei noch offen.
Von den aktuell drei DSL-Leitungen für das Rathaus würde Guhmann gerne zwei kündigen. Eine soll weiter vorgehalten werden, damit die Verwaltung bei einem Problem mit den Glasfaserkabeln nicht komplett offline wäre.