Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gewerbegebiet Süd: Die Großen investieren

2022 soll die Aldi-Filiale rundum erneuert und vergrößert werden.
2022 soll die Aldi-Filiale rundum erneuert und vergrößert werden.

Der Mutterstadter Gemeinderat hat sein Okay für Veränderungen im Gewerbegebiet Süd gegeben. Aldi will wachsen und seine Filiale moderner gestalten. Auch der Inhaber der Real-Immobilie möchte umbauen. Doch wie es mit dem Supermarkt weitergeht, ist offen.

Mit diesem verwaltungstechnischen Akt in der jüngsten Gemeinderatssitzung werden anstatt einem nun zwei Bebauungspläne für das Gewerbegebiet Süd (An der Fohlenweide) aufgestellt. Das Gebiet von Aldi Süd wurde separiert, wie auch die Grundstücke des Real-Markts und des ehemaligen Praktiker-Baumarkts. Nur so konnten für Aldi-Süd die Voraussetzungen geschaffen werden, die Filiale zu erneuern und zu vergrößern. An den Plänen hat auch ein Jahr Corona-Pandemie nichts geändert, sind doch die „Big Player“ in der Lebensmittel-Branche die Profiteure der Lockdowns.

Von diesem Umsatzhoch haben die Mitarbeiter der Mutterstadter Real-Filiale hingegen derzeit nichts, sie bangen weiter um ihre Jobs, wie ein Verdi-Sprecher berichtet. Die SB-Warenhaustochter Real wurde vergangenes Jahr vom Handelskonzern Metro an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft, der Real nach und nach verkaufen möchte. Als mögliche Käufer wurden Kaufland und Edeka ins Spiel gebracht. Vor wenigen Tagen hat das Kartellamt verlauten lassen, dass es keine kartellrechtlichen Einwände gegen eine Übernahme des Real-Standorts durch Edeka gebe. Aber ob es auch tatsächlich zu einem Verkauf an Edeka kommen wird, ist weiterhin unklar. Zumal auch in Mutterstadts Mitte im neuen halbrunden Eckgebäude an der Hauptkreuzung ein weiterer Lebensmittelhändler einziehen soll, auch hier wird Edeka als potenzieller Mieter genannt.

Alsi wächst um 200 Quadratmeter

Dass der Standort von Real aber gar nicht mehr für den Lebensmittel-Einzelhandel genutzt werden könnte, deutet sich bis jetzt nicht an. So hat der derzeitige Inhaber der Immobilie des Real-Markts laut Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) über ein Planungsbüro bereits einen Bauantrag gestellt, in dem es um Veränderungen im Innenbereich geht, die aber nicht massiv seien. Es soll weiter einen großen Ankermieter geben, nur einzelne Bereiche, zum Beispiel dort, wo sich der Getränkemarkt befindet, sollen anders gestaltet werden. Seitens der Gemeinde hat es laut Schneider keine Einwände gegen die baulichen Veränderungen gegeben.

Aldi hat nun ebenfalls grünes Licht für ihre geplanten Investitionen – laut des Unternehmenssprechers soll das eine Komplett-Erneuerung der Filiale werden. Diese wurde im August 1994 eröffnet und „entspricht einfach nicht mehr den modernen Anforderungen eines Discounters – gerade auch in Hinblick auf energetischen Standards“, erklärt Tobias Neuhaus. Mit der Sanierung soll angebaut werden – die Filiale werde insgesamt um 385 Quadratmeter erweitert. „Dabei vergrößern wir die Verkaufsfläche um 200 auf knapp 1200 Quadratmeter“, erklärt der Sprecher weiter. Loslegen möchte der Konzern Mitte 2022 und schon Ende 2022 Eröffnung feiern. Dann soll die Filiale im neuesten Aldi-Design umgestaltet sein. So sollen etwa schon am Eingang gekühlte Waren angeboten werden.

Wenig Einfluss auf Praktiker-Zukunft

Neu sei dann auch der Bereich für Backwaren, der zum einen von der Bäckerei Görtz bestückt werde und zum anderen mit Convenience-Artikeln (vorverarbeitete Waren) sowie Brot- und Brötchensorten, die in der Filiale gebacken werden. Dieser Bereich mit dem Titel „Meine Backwelt“ soll offen gestaltet werden. So könnten Kunden von außen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Des Weiteren sollen Bio-Produkte in den Fokus gesetzt werden. Und in Sachen Nachhaltigkeit setzt das Unternehmen für den Neubau auf eine Photovoltaik-Anlage und es möchte eine E-Ladestation auf dem Parkplatz installieren. Während der gesamten Bauphase soll der Betrieb weiterlaufen, nur für sechs Wochen, in denen die Fliesen neu verlegt werden, werde komplett geschlossen, sagt Neuhaus. Ob mit der Erweiterung auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden, „lässt sich aktuell noch nicht sicher sagen“, sagt er. Derzeit arbeiten nach seinen Angaben 15 Angestellte in der Filiale.

Keinen Steinwurf von der Aldi-Filiale entfernt steht seit Jahren das Gebäude des ehemaligen Praktikers leer. Für die Zukunft gibt es weiterhin keine konkreten Pläne. Bürgermeister Schneider informierte auf Nachfrage von Walter Altvater (Grüne), dass die Gemeinde auch wenig Einfluss habe, wie das Gebäude möglicherweise genutzt werde. Es bestünde kein Bestandsschutz mehr, dass dort kein Gewerbe für zentrumsrelevante Waren betrieben werden dürfe. Es müsse aber mit dem Einzelhandelskonzept der Gemeinde konform sein. Das würde dann bei Bedarf in den jeweiligen Ausschüssen besprochen werden.

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