Rhein-Pfalz Kreis Gewerbe und hohe Wohnqualität

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Für das Areal an der Schönauer Straße mit dem Nibelungencenter (ehemals Bauhaus) hat der Wormser Stadtrat den im vergangenen September bereits beschlossenen Bebauungsplanentwurf erneut mit einer Erweiterung auf den Weg gebracht. Die Ostermayer Wohnbau GmbH in Altrip wird das Wohnquartier Gerbergasse Worms planen, bauen und vermarkten.

Eingeschlossen wurden die beiden landeseigenen Grundstücke mit dem denkmalgeschützten ehemaligen Verwaltungsgebäude der Lederwerke Doerr und Reinhart – heute Dienstsitz des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Worms – und einer angrenzenden großen Parkfläche. Das LBM-Gebäude bleibt unverändert erhalten, heißt es in der Vorlage zur Ratssitzung, das gesamte Umfeld wird jedoch in die Planungen für das Mischgebiet eingeschlossen. Rund 30 bis 40 Millionen Euro will die Ostermayer Wohnbau GmbH, die in Ludwigshafen am Rheinufer Süd Wohnungen, Stadtvillen und ein Seniorenzentrum gebaut hat, bis 2019 hier investieren. Auf einer Grundstücksgröße von 16.600 Quadratmetern sollen 26.700 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Vorgesehen ist laut Präsentation des Unternehmens eine sogenannte Blockbebauung, also die Umbauung des Areals zwischen Schönauer Straße, Pankratius- und Gerbergasse. Höhere, mehrgeschossige Gebäude für Gastronomie, Gewerbe, Hotel und Freizeitmöglichkeiten sind dabei an der Schönauer Straße vorgesehen. Der Bautenring wird zur Pankratiusgasse abgestuft und gleicht sich schließlich den Bauhöhen des Altstadtbereichs an. Er schirmt einen ruhigen parkähnlichen Innenhof ab. In diesem Innenbereich wird die grüne Perlenkette im Anschluss an den Stadtmauerring fortgesetzt. Hier sollen einzelne Häuser mit hoher Wohnqualität entstehen. Zum Parken soll es Tiefgaragen geben. Die Mitglieder des Stadtrats begrüßten die städtebauliche Neugestaltung, die, so die Hoffnung, gegenüber dem „monolithischen“ Nibelungencenter einen leichteren Durchgang zu Fuß von der Innenstadt zu den südlichen Gebieten oder dem Wormser Einkaufspark (WEP) ermöglicht. Enttäuschung gab es bei den Grünen und Karl Müller (FWG-Bürgerforum). Beide hätten sich die Verlängerung des Grünzugs nicht im Quartier gewünscht, sondern in einer Linie vom Weinberg Luginsland aus. Uwe Radmacher (FDP) vermisste mehr „Lockerheit“. Klaus Karlin (CDU) rief daraufhin auf, das „Signal in der Stadt nicht schlechtzureden. Es ist eine Chance, den Betonklotz und das Loch als Parkplatz endlich wegzubringen.“ Heidi Lammeyer (SPD) sah die Stadt mit ihrem kulturellen und touristischen Angebot zwischen den Metropolregionen als idealen Wohnstandort, den es zu fördern gelte, „nachdem Gewerbeflächen knapp werden“. Und Hans-Jörg Koch (CDU) erinnerte daran, im historischen Areal – der Name Gerbergasse und das alte Verwaltungsgebäude der Lederfabrik Doerr und Reinhart bezeugen dies – vielleicht ein Denkmal für die Lederindustrie zu setzen, etwa einen Gerberbrunnen. |cei

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