Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Geteilte Meinungen zu Schottergärten-Verbot

Vielen ein Dorn im Auge: Schottergärten wie dieser. Die Grünen-Fraktion im Dudenhofener Ortsgemeinderat argumentierte für das Ve
Vielen ein Dorn im Auge: Schottergärten wie dieser. Die Grünen-Fraktion im Dudenhofener Ortsgemeinderat argumentierte für das Verbot mit den negativen Auswirkungen auf das Kleinklima und dem Regenwasser, das anfalle, nicht versickere und stattdessen in die Kanalisation fließe.

Im künftigen Neubaugebiet „In den dreißig Morgen“ in Dudenhofen dürfen Vorgärten nicht als Stein- und Schotterfläche angelegt werden. Das hat der Ortsgemeinderat zuletzt auf Wunsch der Grünen einstimmig beschlossen.

Jürgen Horländer, der ein Blumengeschäft im Spargeldorf führt, begrüßt die Entscheidung. Das Neubaugebiet soll ganz in seiner Nähe – in Verlängerung der Carl-Zimmermann-Straße am östlichen Rand von Dudenhofen – entstehen. Er ist der Meinung, dass Gärten mit Schotter auch schön angelegt werden können. „Generell alles zuzuschottern, finde ich aber nicht in Ordnung“, sagt der 49-Jährige, der seit mehr als 20 Jahren in der Branche arbeitet und die Gärtnerei von seinen Eltern übernommen hat.

Horländer, der zwar keinen Gartenbau anbietet, sondern nur Pflanzen verkauft, sagt, dass jeder Natur auf seinem Grundstück haben soll. Man höre überall, dass man etwas für die Bienen machen solle, alles zuzuschottern, sei dann kontraproduktiv. Ihm ist bewusst, dass ein Garten mit Blumenbeeten, Rasen und Sträuchern viel Arbeit bedeutet, dennoch lässt er das Argument, dass Schottergärten pflegeleicht seien, nicht gelten. „Durch den Schotter wächst auch Unkraut“, hat er gesehen. Mit Blick auf diese unbeliebten Pflanzen verweist der 49-Jährige auch auf die öffentlichen Grünflächen in der Gemeinde. „Es bringt nichts, wenn dort so hoch Unkraut wächst, dass man die Pflanzen nicht sieht. Dann wäre sogar Schotter besser“, findet Horländer, der den Hinweis der Gemeinde, dass es zu wenige Arbeiter gebe, nicht gelten lässt.

„Geringere Nachfrage“

Daniela Bader, die mit ihrem Mann Marcus in Dudenhofen eine Garten- und Landschaftsbaufirma hat, sagt auf Anfrage, dass die Nachfrage nach Schottergärten nachgelassen habe. Ihre Firma lege etwa fünf Schottergärten – hauptsächlich Vorgärten – pro Jahr an. Die Kunden seien sowohl junge als auch ältere Leute und argumentierten mit der „leichten Art der Unkrautbekämpfung“, weil ein Vlies unter dem Schotter verhindere, dass das Unkraut aus dem Boden wachsen kann. Bader sieht beim Thema Schottergärten einen Unterschied: „Wer einen Garten mit 90 Prozent Schotter und drei Pflanzen anlegt, ist kein guter Landschaftsgärtner.“ Schotter sollte eine Beigabe und eine Arbeitserleichterung sein, findet die 48-Jährige. Früher sei Rindenmulch verwendet worden, heute werde Schotter gewählt – auch als Farbtupfer, der sich etwa an der Farbe der Hauswand orientiere. Der Nachteil an Rindenmulch sei, dass er von Vögeln verteilt und jährlich ausgetauscht werden müsse. „Schotter haben Sie dagegen über Jahre“, sagt Bader, die aber auch zugibt, dass er teuerer als Rindenmulch ist. Eine Tonne kostet etwa 200 Euro. „Eine Tonne ist aber ein Wort“, betont die Gartenfachfrau.

Sie ist der Meinung, dass Schottergärten nicht generell verboten werden sollen. „Wenn es ordentlich gemacht ist, kann es nützlich sein. Die Dosis ergibt das Endbild“, sagt Bader, die darauf hinweist, dass die öffentliche Debatte vor allem durch Bilder geprägt sei, die reine Schotterflächen mit ein paar Pflanzen zeigten. Die 48-Jährige favorisiert Gärten, die zu 80 bis 90 Prozent grün sind und in denen Schotter oder Natursteine Akzente setzen.

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