Rhein-Pfalz Kreis
Geschwister führen den KV Uno Waldsee durch die Kampagne (mit Bildergalerie)
Ein ohrenbetäubender Ton gellt durch die Waldseer Kulturhalle bei der ersten Prunksitzung am Freitagabend. Die Uhr zeigt viertel nach elf und die Augen einen Prinzen, der vom Thron spurtet. Weit ist sein Weg nicht. In der Bütt taucht Tim I. wieder auf, mit Warnweste, Feuerwehrhelm und flotten Sprüchen, die er mit Simon Schneider tauscht.
Das hat Emilie I. bereits in der ersten Programmhälfte getan und gezeigt, dass sie fastnachtlicher Vollprofi ist. Statt Vorgängerprinzessin Alina Knittel steht Michelle Kißler als zweite Dubbegredel neben ihr, die zwei Jahre zuvor das Zepter in der Hand hielt. Am Vorabend wurde die Büttenrede gepaukt, während Knittel das Bett hüten musste.
Prinzenpaar geht sich auch schon mal auf den Keks
Wie alles begann, daran denkt das Prinzenpaar, als der kleine Protokoller Elias einmarschiert. „Do owwe hocken zwää, die genauso oogfange hän“, lernt er von Volker Knörr (CDU), Landrat, aber an diesem Abend vor allem Sitzungspräsident und Prinzenpaar-Papa von Emilie I. und Tim I.. „Als Geschwister in der Rolle des Prinzenpaars zu sein ist für uns total schön und was Besonderes“, erklärt Emilie I.. Alle Momente teilen zu können, genießt sie. Tim I. ist froh über die „coole Chance“, die unmittelbar nach seinem Auslandsjahr in Australien kam und die ihm viel Zeit mit seiner Schwester gibt.
„Die Zeit schweißt uns noch enger zusammen“, sagt diese, auch wenn es kurze Momente gebe, in denen man sich auf den Keks gehe: „Beispielsweise, wenn Tim zum vierten Mal am Abend auf meinem Kleid steht.“ Die Gefahr ist bei der Prunksitzung nicht allzu groß. Die Throne sind mit Abstand ins Bühnenbild integriert. Spanien, das Lieblingsland der Geschwister, ist in Waldsee angekommen.
Show ohne Prinzessin
„Auswärtsveranstaltungen waren immer schön, aber für jede Hoheit ist das Highlight, die eigenen Sitzungen mitzuerleben“, erklärt Tim I.. Die Premiere sei grandios, obwohl sie mit harter Arbeit für den Prinzen verbunden war: „Sechs Stunne lang durchklatsche.“
Die Aktiven, darunter die Purzelgarde mit Cowgirls und Kühen, die Kinder-, Jugend- und Uno-Garde, Tanzmariechen Nelly Winkelmann, die Bauchtänzerinnen von Dappdrei, die Blüten und Bienchen des Männerballetts, die Hexen der Närrschen Reblais und die Marionetten von X-treme, lieferten eine Show ab. Auch wenn die Prinzessin fehlte, die normalerweise dabei wäre.
Für Tim I. bewirkt die Kampagne noch etwas: „Wir kommen mit Menschen aus dem Verein deutlich öfter in Kontakt, als vorher das ist schön.“ Fast etwas traurig ist das Prinzenpaar, als nach fünfeinhalb Stunden die Bühnenlichter ausgehen. Doch nicht nur, weil der Abschluss in der Bar gebührend gefeiert wird, sind die Geschwister versöhnlich. „Wir freuen uns darauf, das Programm noch viermal zu sehen“, sagt Emilie I. Am kommenden Wochenende geht’s weiter.