Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Geschenkaktion für Ukraine-Flüchtlinge

Zum orthodoxen Weihnachtsfest sollen die geflüchteten Kinder Geschenke bekommen.
Zum orthodoxen Weihnachtsfest sollen die geflüchteten Kinder Geschenke bekommen.

„Sie sollen wenigstens für eine kurze Zeit mal an etwas anderes denken als an den Papa im Schützengraben.“ So wirbt Christoph Saliba, CDU-Fraktionschef im Dannstadt-Schauernheimer Verbandsgemeinderat, für einen Aufruf seiner Partei. Die möchte ukrainischen Flüchtlingen zum orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar kleine Geschenke überreichen.

Es gehe darum, diesen Rumpffamilien – die Väter seien ja an Front – Mitgefühl zu zeigen, Solidarität auszudrücken. „Dass wir an ihrer Seite stehen und sie hier willkommen sind“, erläuterte Saliba. Zunächst hatten die Christdemokraten einen Antrag gestellt, in dem sie vorschlugen, dass die Ratsmitglieder aller Parteien auf ihr Sitzungsgeld verzichten und es für die Geschenkaktion verwendet wird. Diesen Antrag zog Saliba allerdings zurück und machte daraus einen Aufruf, bei der Aktion mitzumachen, in welchem Umfang man das auch immer tun wolle.

„Man hört die wildesten Geschichten, von Kindern, die nachts mit ihren Vätern telefonieren, während denen die Kugeln um die Ohren fliegen“, erzählte Saliba. Daher solle die Geschenkaktion auch Wertschätzung ausdrücken, dass „die ihre Haut auch für uns hinhalten und Europa verteidigen“. Vielleicht könnten in dieser schwierigen Zeit, in der Mütter mit ihren Kindern alleine in einer Unterkunft sitzen, die Geschenke ein kleines Lächeln auf ihre Gesichter zaubern.

Die Beigeordnete Marion Strese (CDU) berichtete aus ihrem Berufsalltag als Lehrerin an der Kurpfalzschule, dass es natürlich auch Flüchtlinge aus anderen Ländern in ihrer Klasse gebe. Doch zwischen den Schülern aus Russland, Syrien und Afghanistan und den aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine geflüchteten Jungen und Mädchen bestehe ein großer Unterschied: Sie seien in der kompletten Familie nach Deutschland entkommen, hätten also auch die Väter hier. „Sie haben ein intaktes Familienleben, auch wenn es fernab ihrer Heimat ist“, sagte sie. „Das haben die ukrainischen Kinder momentan nicht, einige sind sogar alleine hier, weil die Mamas zurück mussten, um bei entdeckten Massengräbern zu schauen, ob der Papa unter den Toten ist, da der Kontakt schon seit vielen Wochen oder Monaten abgerissen ist.“

Die Kinder würden das mitbekommen und sehen, dass sie sich mit anderen Altergenossen – selbst anderen Flüchtlingskindern – gar nicht vergleichen können. „Sie kommen zu spät in die Schule, weil sie vollkommen übernächtigt sind. Ihnen geht es wirklich nicht gut. Sie haben massive Verhaltensstörungen, sind traumatisiert. Bei ihnen konnte noch keine wirkliche Integration stattfinden“, schilderte Strese die Situation. Gerade zur Weihnachtszeit, wenn in der Schule Adventsgeschichten gelesen und Weihnachten gefeiert werde, werde den Betroffenen umso bewusster, dass ihnen ein ganz wichtiger Part fehlt. „Deswegen war es uns ein Bedürfnis, mit einer nett gemeinten Geste zu zeigen: Wir denken an euch.“

Das Geschenk solle Kinderpunsch, ein T-Shirt, einige Süßigkeiten, vielleicht ein kleines Kuscheltier sowie einen zweisprachigen Brief enthalten, unterschrieben von Bürgermeister Stefan Veth (CDU) und den Beigeordneten. Saliba schätzte die Kosten auf rund 500 Euro. „Sollte noch etwas fehlen, runde ich das auf“, erklärte er.

„Wir finden die fraktionsübergreifende Aktion gut, dass wir uns als Gemeinde verbunden zeigen – für die Kinder ist das ein schönes Zeichen“, sagte Uwe Schölles (SPD). Andreas Pfeiffer (Grüne) schloss sich dem an. Walter Schmitt (FDP) begrüßte den Grundgedanken: „Das bekommen wir schon hin.“

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