Waldsee
Geothermie: Bürgerinitiative äußert sich zu Standort-Wechsel
„Der Standort-Wechsel macht für uns keinen Unterschied. Die Bohrlandepunkte unter Tage bleiben gleich. Wir sind weiter gegen das Tiefengeothermie-Projekt und setzen uns dafür ein, dass es nicht verwirklicht wird“, teilt die Bürgerinitiative gegenüber der RHEINPFALZ mit. Die Projektgesellschaft Geopfalz, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Speyer und der Stadt Schifferstadt, hatte Ende vergangener Woche verkündet, dass sie davon Abstand nimmt, eine Geothermie-Anlage an der Schlichtstraße im Gewerbemischgebiet im Nordosten von Waldsee zu verwirklichen. Grund ist, dass sich dort zu wenige Grundstückseigentümer zum Verkauf ihrer Flächen bereit erklärt hatten.
Geopfalz sucht nun einen alternativen Standort. Das Unternehmen braucht für das interkommunale Geothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ eine Fläche von rund 25.000 Quadratmetern für den Bau eines Bohrplatzes, von dem aus die Wärme mit Hilfe von Wasser zu Tage gefördert wird. Dieser soll im Umkreis der eigentlichen Bohrziele entstehen. Die sogenannten Bohrlandepunkte befinden sich nordöstlich des Wolfgangsees in einer Tiefe zwischen 2500 und 3500 Metern im Muschelkalk und Buntsandstein. Die an die Oberfläche transportierte Wärme soll in das Fernwärmenetz der Stadt Speyer eingespeist werden. Schifferstadt, Waldsee und Otterstadt sollen von dem Projekt profitieren, indem dort mit dem zurückfließenden, kühleren Wasser ein neu zu bauendes Niedertemperatur-Fernwärmenetz versorgt wird.
Bürger organisieren eigene Infoveranstaltung
Die Ende Juli gegründete Bürgerinitiative wehrt sich gegen das Projekt, weil sie „kaum berechenbare Risiken“ der Tiefengeothermie fürchtet. Ihren Angaben zufolge erfährt sie „großen Zuspruch“ aus der Waldseer Bevölkerung, aber auch aus benachbarten Kommunen wie Neuhofen und hat bereits fast 400 Mitglieder. Außerdem hätten sich bereits rund 500 Menschen bei einer noch laufenden Unterschriftenaktion gegen das Projekt mit mindestens zwei und maximal vier Bohrungen ausgesprochen. Des Weiteren hat die BIgT eine Online-Petition gestartet, die bis Mittwoch mehr als 500 Personen unterschrieben haben.
Während Geopfalz und die Ortsgemeinde Waldsee für Montag, 1. September, zu Informationsveranstaltungen in die Kulturhalle einladen (zwei Termine: 16 und 19.30 Uhr, Anmeldung zu einem Termin erforderlich per E-Mail an biv-waldsee@geopfalz.de, Zutritt nur für Bürger mit Hauptwohnsitz in Waldsee), organisiert die Bürgerinitiative eine eigene Informationsveranstaltung. Diese findet am Sonntag, 7. September, ab 10 Uhr in der Schlichtstraße 6 statt. Ziel sei ein „unabhängiger Faktencheck und Austausch ohne Einschränkungen und Ausweiskontrolle für alle Interessierten“, so die BIgT.