Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinde will wilden Mülls Herr werden

Zeigen den Müll, der in und rund um Dudenhofen gesammelt wurde: Bauhof-Leiter Sven Wehrle (links) und Ortsbürgermeister Jürgen H
Zeigen den Müll, der in und rund um Dudenhofen gesammelt wurde: Bauhof-Leiter Sven Wehrle (links) und Ortsbürgermeister Jürgen Hook.

Zwölf Kubikmeter wilder Müll sind in Dudenhofen am Samstag gesammelt worden. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was übers Jahr hinweg von den Mitarbeitenden im Bauhof aufgelesen wird. Nicht nur Ortsbürgermeister Jürgen Hook geht das gewaltig gegen den Strich. In den kommenden Monaten soll sensibilisiert werden.

Jürgen Hook (SPD) hat Umweltsündern den Kampf angesagt, seit er in sein Amt eingeführt wurde. In den vergangenen Monaten postete er in sozialen Netzwerken immer wieder schlechte Nachrichten über erneute Randale und Abfallablagerungen, im Besonderen auf dem Abenteuerspielplatz. Jetzt wird er aktiv unterstützt. „Wir haben eine Arbeitsgruppe gegründet, bestehend aus interessierten Bürgern, die sagen, sie möchten sich für das Thema einsetzen“, erklärt Hook der RHEINPFALZ.

Der Dreck-weg-Tag ist Tradition in der Gemeinde. „Uns ist daran gelegen darüber zu diskutieren, was wir darüber hinaus noch tun können“, sagt der Ortsbürgermeister. Acht Personen hätten sich im ersten Rutsch der Arbeitsgruppe angeschlossen. „Generell ist allen ein Dorn im Auge, was in Dudenhofen in der Natur an Müll rumfährt“, stellt Hook fest. In einem ersten Austausch in der Arbeitsgruppe seien bereits Ideen entwickelt worden, um die Bevölkerung zu sensibilisieren – denn das ist das Hauptziel des Engagements. Hook ergänzt: „Wir wollen Dinge sichtbar machen.“ Konkret soll es dahingehend im Mai eine entsprechende Kampagne geben, quasi als Auftakt der praktischen Arbeit der losen Gruppierung. „Wir haben vor, eine Wäscheleinenaktion zu machen“, informiert Hook.

Müll wird präsentiert

Das bedeutet im Detail: Im Bauhof von Dudenhofen werden zwei durchsichtige Tonnen in einem festgelegten Abstand aufgestellt. Zwischen ihnen wird eine Wäscheleine gespannt. An dieser wiederum können Bürger wilden Kleinmüll mit einer Wäscheklammer befestigen. „Jeden Abend wird das Sammelgut von unseren Mitarbeitern gelöst und in die Tonnen geworfen“, so Hook. Dadurch soll verdeutlicht werden, wie der tagtäglich unbedacht entsorgte Müll zu einem Berg heranwächst.

Noch zwei weitere Aktivitäten sollen im laufenden Jahr folgen, lässt der Ortsbürgermeister wissen. „Wir wollen erreichen, dass sich jemand auch mal bückt, Müll eigeninitiativ aufhebt und in den nächsten Eimer wirft“, hofft Hook auf positive Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Dass das nicht selbstverständlich ist, kann Bauhof-Leiter Sven Wehrle bestätigen. „Leute haben schon entsorgte Bierflaschen fotografiert und uns kontaktiert, diese abzuholen“, nennt er ein Beispiel von fehlendem Aktionismus. Immerhin haben er und sein Team unterm Jahr genug zu tun, dem wilden Müll Herr zu werden. Fünf bis sechs Container im Jahr müssen zusätzlich entsorgt werden. Wie viele Mehrkosten das für die Gemeinde bedeutet, kann keiner genau beziffern. „Es sind in jedem Fall enorme Ausgaben“, versichert Hook.

Jeder kann helfen

Allerdings gibt es auch Vorbilder. „Es gibt einen Mann, der beim Joggen inzwischen immer eine Plastiktüte mitnimmt, um Abfall einzusammeln“, erzählt der Gemeindechef. Nicht zuletzt Corona sei dafür verantwortlich, dass die Leute ein neues Bewusstsein für ihren Ort entwickelt haben. „Viele gehen nun häufiger hier spazieren und haben festgestellt, wie dreckig es ist“, hat Wehrle erfahren. Dieses Verständnis kann für die Arbeitsgruppe nur dienlich sein. Und ein solches gibt es auch bereits in anderen Gemeinden. In Harthausen sammelt laut Ortsbürgermeister Harald Löffler (CDU) Simone Bitsch regelmäßig ehrenamtlich Müll ein, den sie auf Straßen und Wegen findet.

Zur Sache: Mehr als 100 Helfer bei Dreck-weg-Tag

115 Personen haben sich am Samstag in Dudenhofen beim Dreck-weg-Tag engagiert. Eine stattliche Zahl, die Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) stolz macht. „In den vergangenen Jahren machten durchschnittlich 70 Leute mit“, informiert Bauhof-Leiter Sven Wehrle nämlich. Viele hätten die Aktion zum Familienereignis gemacht. Auch viele Vereine hätten Delegationen entsendet. „Die Messdiener stellten die größte Gruppe mit 24 Teilnehmern“, sagt Wehrle.

Zusammen kam vieles: Farben, Lacke, Batterien, Glasflaschen, jede Menge Restmüll, Bestandteile von Sperrmüll, ein Waschbecken, kaputtes Kinderspielzeug. „Wöchentlich müssen wir viele Mülleimer leeren, in denen Hausmüll entsorgt wird“, weist Wehrle auf eine Unsitte hin. Hier soll gehandelt werden. Besprochen werde derzeit das Aufstellen weiterer Eimer mit schmalerem Einwurf.

Hook ließ keinen Zweifel daran, dass die Gemeinde alles daransetzt, Übeltäter dingfest zu machen. „Entsorgte Säcke werden durchsucht und wenn wir einen Hinweis finden, wird Anzeige erstattet“, untermauert er. Das habe in der Vergangenheit sogar schon zum Erfolg geführt. Diesen Weg will Hook konsequent weiterverfolgen – für ein schönes Dudenhofen.

x