Rhein-Pfalz Kreis Gemeinde will Kapelle kaufen
LIMBURGERHOF. Die Kapelle im Park soll in das Eigentum der Gemeinde Limburgerhof übergehen. Dies hat der Gemeinderat am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen. Zuvor hatte es allerdings eine kontroverse Debatte gegeben.
Der kleine Park mit seinem alten Baumbestand inmitten der Gemeinde hat durchaus Charme. Dort stehen drei historische Gebäude – das Schlösschen, der Turm und die Kapelle – und dieses Ensemble fügt sich harmonisch in die gärtnerisch gepflegte Anlage ein. Der Turm und das Schlösschen sind im Besitz der Gemeinde, die Kapelle hingegen wurde bis vor drei Jahren von der Neuapostolischen Gemeinde genutzt. Diese kaufte das 1911 von der BASF errichtete Gebäude Anfang der 1980er-Jahre und bewahrte die damals baufällige Immobilie vor dem Abriss. Nach grundlegender Sanierung ist ein kleines Schmuckstück entstanden, das allerdings seit geraumer Zeit leer steht und verkauft werden soll. Dass die Kapelle trotz zahlreicher Interessenten bisher nicht den Besitzer wechselte, hat einen einfachen Grund: Der Erbbau- und Gestattungsvertrag sieht unter anderem vor, dass die kleine Kirche nicht für gewerbliche oder Wohnzwecke genutzt werden darf. Diese Tatsache ist der Gemeinde freilich bekannt. Bürgermeister Peter Kern (SPD) regte bereits vor drei Jahren an, die Kapelle zu erwerben. Eine konkrete Nutzungsabsicht wurde nicht damit verbunden. Klar war nur, dass das Gebäude einem gemeinnützigen Zweck dienen solle. Seinerzeit wurde diese Idee im Gemeinderat nicht weiter verfolgt. Das hat sich nun geändert, denn die Neuapostolische Gemeinde will sich schnellstmöglich von der Kapelle trennen. Nach Aussage des Bürgermeisters sähe die Kirchengemeinde das Gebäude am liebsten in den Händen der Gemeinde. Über einen möglichen Preis sei auch gesprochen worden, nämlich 189.000 Euro. Eine Summe, die nach Aussage von Kern noch verhandelbar sei. „Jetzt geht es vorrangig darum, das Gebäude zu sichern. Ein Nutzungskonzept kann danach erfolgen, das muss wachsen“, unterstrich Kern. Dieser Meinung schlossen sich die Sozialdemokraten an. Für den Fraktionssprecher Ralf Michalak birgt der Kauf der Immobilie eine Chance, die das Risiko überwiegt. „Das ist eine einmalige Gelegenheit, bei der wir nicht nur finanzielle Aspekte diskutieren dürfen.“ Einem Kauf der Kapelle schien auch die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen nicht abgeneigt. Deren Sprecher Raymund Kompa wollte allerdings wissen, welche möglichen Folgekosten dabei entstehen. Die FWG-Fraktion hingegen wollte das Thema auf einer anderen Ebene verhandelt wissen. Für die freien Wähler steht zwar fest, dass der Park mit den drei Gebäuden eine Einheit bildet, die man nicht trennen darf. Aber ein sofortiger Kaufentschluss sei übereilt. „Wir haben keine ausreichenden Informationen über die Deckung und die Folgekosten. Außerdem muss die Nutzung mit Bedacht gewählt werden“, betonte die Fraktionssprecherin Monika Bier. Sie plädierte dafür, dass der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bauausschuss vor dem Kaufabschluss ein Konzept erstellen sollen. Auch die CDU zweifelte an der Dringlichkeit einer sofortigen Entscheidung und sieht andere Möglichkeiten. „Die Kapelle bleibt uns ja erhalten, egal wer sie kauft“, glaubt die Fraktionsvorsitzende Monika Haber. Sie gab auch zu bedenken, dass die Folgekosten nicht abschätzbar seien. Eine Alternative sei der Kauf durch Privatpersonen. CDU-Gemeinderätin Monika Werra versicherte, dass eine Bürgergruppe im Ort durchaus Interesse gezeigt hätte und dabei sei, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Keines der Ratsmitglieder bezweifelte, dass das Ensemble der Gebäude im Park erhalten bleiben soll. Allerdings bewerteten die Fraktionen die Fragen zur Finanzierung und des noch fehlenden Nutzungskonzepts unterschiedlich. Deshalb wurden die Argumente der Bedenkenträger in den Beschlussvorschlag eingefügt. Bei zwei Enthaltungen hat der Gemeinderat den Bürgermeister beauftragt, bei der Neuapostolischen Gemeinde eine Kaufoption auszusprechen und Haupt- und Bauausschuss in die Beratung einzubeziehen.