Rhein-Pfalz Kreis Gemeinde will Beregnung verhindern

Dem Bau einer Hauptleitung will Beindersheim nur zustimmen, wenn zugleich Maßnahmen zum Schutz der Häuser vor Grundwasserhochstä
Dem Bau einer Hauptleitung will Beindersheim nur zustimmen, wenn zugleich Maßnahmen zum Schutz der Häuser vor Grundwasserhochständen geplant werden. Die zentrale Beregnung – wie hier in Dannstadt – soll auf das Gebiet zwischen Beindersheim und Bobenheim-Roxheim ausgeweitet werden.

Emotional hat der Beindersheimer Rat am Dienstag darüber diskutiert, dass die landwirtschaftliche Beregnung mit Wasser aus dem Otterstädter Altrhein auf Beindersheimer Gemarkung ausgedehnt werden soll. 13 Bürger verfolgten die Beratung mit sichtlich genauso viel Empörung. Fazit: Der Rat beschloss einstimmig bei einer Enthaltung, Widerspruch gegen den Bescheid der Oberen Wasserbehörde einzulegen, die den Trassenbau genehmigt hat. Falls nötig, darf Ortsbürgermeister Thomas Wey (CDU) auch klagen.

Seit Bekanntwerden der Erweiterungspläne fordert die Ortsgemeinde, dass die Verantwortlichen des Bodenverbands zur Beregnung der Vorderpfalz in einer öffentlichen Informationsveranstaltung Rede und Antwort stehen soll. Ohne Erfolg. Auch seitens der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) blieben Einwände ungehört (wir berichteten mehrfach). Stattdessen halten die Wasserwirtschaftler dagegen, dass sich die natürlichen Grundwasserstände durch den Anschluss an das Beregnungsnetz so einstellten, wie sie ohne Grundwasserentnahme durch die Landwirtschaft bestanden hätten – so zitierte Wey aus dem SGD-Beschluss. Zur Erläuterung: Landwirte dürfen im Wasserschutzgebiet Frankenthal nur noch oberflächennahes Grundwasser entnehmen, was aber nicht für die Bewässerung ausreicht. Tiefere Bohrungen könnten, so die Befürchtung, dem Grundwasser schaden. Einer Erweiterung will die Ortsgemeinde aber nur zustimmen, wenn gleichzeitig mit dem Bau der Hauptleitung nach Beindersheim und weiter nach Bobenheim-Roxheim die Häuser vor nassen Kellern geschützt werden, forderte Ortsbürgermeister Wey. Er denke an Lösungen wie die Brunnengalerie im Pilgerpfad in Frankenthal, die allerdings erst nach Eintreten des Hochwassers angegangen worden sei: „Warum nicht für den Schutz noch eine Million drauflegen?“ Schäden hätten die Bürger dort alleine tragen müssen und keinen Schadenersatz bekommen. Eine andere Möglichkeit sei, vorhandene Brunnen weiterzubetreiben. Für Beindersheim rechnen die Gutachter mit einem Anstieg des Spiegels von rund 15 Zentimeter. „Was dabei tatsächlich rauskommt, weiß momentan keiner“, befürchtet Wey. Allerdings wisse er von Bürgern, die bereits jetzt Wasser im Garten abpumpen, um das Haus trocken zu halten. FWG-Ratsmitglied Walter Lohse hielt dagegen, dass „wir die Beregnung brauchen“. Wasserprobleme würden nicht nur durch einen hohen Grundwasserstand verursacht, „wir haben auch ein Problem mit der Kanalisation“. So begründete er, dass er sich bei der Abstimmung enthielt. Wey betonte, man sei nicht gänzlich gegen die Beregnung und wolle keinen Keil zwischen Landwirte und Bevölkerung treiben. „Viele Leute haben Häuser gekauft, wollen hier alt werden. Hier stehen Existenzen auf dem Spiel – das sollten wir so nicht hinnehmen.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Rainer Zotz versuchte, beide Seiten – Bauern wie Hausbesitzer – zu verstehen. Doch müssten die Häuser geschützt werden. Er prangerte die Vorgehensweise des Beregnungsverbands und der SGD an, ein Vorhaben durchzuziehen, ohne die Bürger zu hören. „Für mich ist das ein politisches Thema, da müsste sich die VG und der Landrat und sogar die Landesspitze einschalten.“ Dem stimmte Ken Stutzmann (SPD) zu: „Wir müssen zusammenhalten, jetzt ist die Politik gefragt.“ Und Hartmut Stutzmann (SPD) meinte: „Unser nächster Schritt ist jetzt der Widerspruch.“ Dieser muss ab Datum des Bescheids 18. August innerhalb von vier Wochen eingereicht werden. Möglicherweise, so Wey, werde er gemeinsam mit dem Bobenheim-Roxheimer Bürgermeister Michael Müller (SPD) die nächsten Schritte planen. Der Ortschef am Altrhein hat bereits vom Gemeinderat eine Freigabe für das weitere Vorgehen erhalte.

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