Rhein-Pfalz Kreis „Gemeinde macht Schulweg gefährlich“

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Mutterstadt. Daniela und Alexander Schildknecht und Andrea und Thomas Spoor sind stinksauer. „Wir verstehen das nicht“, klagen sie. „Anstatt den Verkehr zu beruhigen, basteln die vom Bauhof sich ihre eigene Rennstrecke.“ Die Elternpaare wohnen in der Pestalozzistraße, ihre Kinder Tim und Luca haben einen kurzen Schulweg. Doch der sei vor einigen Tagen viel gefährlicher geworden, meinen sie. Und das betreffe auch viele andere Kinder.

Die Ausgangslage: Gleich neben der Pestalozzischule steht der Gemeinde-Bauhof. Er hat zwar zwei Zufahrten, eine direkt über den Schulhof, die andere kurz davor. Die schweren Fahrzeuge allerdings nutzen die über den Schulhof. Besonders schlimm sei es mittags um 12 Uhr, sagen die Eltern: Da ist für viele Kinder die Schule beendet. Und die Bauhofmitarbeiter haben Mittagspause. Also steuern sie ihre schweren Fahrzeuge zurück zum Bauhof und starten von dort aus mit ihren Privatautos in die Mittagspause. Auch zum Arbeitsbeginn und Arbeitsende sei die Lage problematisch.

Und die Gemeinde hat das jetzt noch viel schlimmer gemacht, finden die Eltern. Denn an den Rändern der Pestalozzi-Straße stehen jetzt Halteverbotsschilder. Also müssen Fahrzeuge nicht mehr um parkende Autos herumkurven. Mit fatalen Folgen, sagen die Eltern: „Die Fahrer sind viel zu schnell unterwegs, doch wenn man sie darauf hinweist, lachen sie nur“, beklagt sich Daniela Schildknecht. Dabei, meint sie, seien die großen Fahrzeuge auch vorher durchgekommen. Das hätten ihr die Fahrer gesagt.

Klaus Hübner, der Leiter des Mutterstadter Ordnungsamts, verteidigt die Veränderung trotzdem. Die Schilder seien so aufgestellt, dass das Parken versetzt auf beiden Straßenseiten möglich sei, dadurch sei der Verkehr beruhigt. Allerdings räumt er ein, dass tagsüber oft eine Straßenseite frei, die Durchfahrt nun also tatsächlich einfacher sei. Doch der Bauhof habe zum Teil eben auch sehr große Fahrzeuge, gerade erst sei ein neuer großer Traktor dazugekommen. Und auch der Chef des Bauhofs habe darüber geklagt, dass seine Leute Probleme bei der Fahrt durch die Pestalozzistraße haben.

„Die Fahrzeuge müssen durchkommen“, bekräftigt Hübner. „Die Fahrer sind angehalten, die Geschwindigkeit in der Zone 30 einzuhalten.“ Er verspricht aber Messungen, mit denen – unbemerkt von den Menschen am Lenkrad – aufgezeichnet wird, wie viele Fahrzeuge vorbeikommen und wie schnell sie sind. „Sollten die wirklich zu schnell unterwegs sein, müssen wir uns etwas überlegen“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Noch seien die Schilder ja nicht fest installiert.

Auch über einen anderen Anfahrtsweg für den Bauhof müsse man sich Gedanken machen. Verlegt werde er aber vorerst nicht. Und im Industriegebiet können dessen großen Fahrzeuge auch nicht einfach geparkt werden, sagt Hübner: Im Freien dürften sie nicht stehen, und Hallen habe die Gemeinde dort nicht. Aufgeschlossen zeigt sich Hübner aber für die Idee, die Mittagspause ein wenig zu verlegen, damit sie zeitlich nicht mehr mit dem Schulschluss zusammenfällt.

Generell findet Hübner allerdings, dass die Fahrzeuge des Bauhofs gar nicht das Hauptproblem sind. Er klagt über die vielen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis an die Schule bringen. Da stimmen ihm auch die Spoors und Schildknechts zu. Doch sie geben zu bedenken: Auch diese Autofahrer seien jetzt deutlich schneller.

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