Mutterstadt
Gemeinde investiert in provisorische Kita-Gruppe
Mit dieser vorübergehenden Kita-Gruppe für 20 bis 25 Kinder hilft die protestantische Kirchengemeinde der Kommune, den Fehlbedarf von derzeit insgesamt 85 Kita-Plätzen für Zwei- bis Sechsjährige zu entschärfen. „Hierfür hatten wir bereits Ende vergangenen Jahres Gespräche mit der Kirchengemeinde“, berichtete die Erste Beigeordnete Andrea Franz (SPD) in der jüngsten Ratssitzung. „Wir waren auch sehr froh, dass dieses Angebot zustande kam.“ Die Kostenzusammenstellung habe allerdings erst vor Kurzem und nach mehrmaligen Nachhaken vorgelegen.
Diese Zusammenstellung sieht für „Sicherheitsmaßnahmen und Anschaffungen“ rund 152.000 Euro vor. Darin enthalten seien die Kosten für die Erweiterung des direkt ans Bähr-Haus angrenzenden Protestantischen Kindergartens 2, um auch gleich mehr Ganztagsplätze anbieten zu können. Darüber hinaus müsse die Gemeinde den Anteil der Personalkosten für die zusätzlichen Erzieherinnen in Höhe von jährlich 24.000 Euro sowie für den Rückbau in drei oder vier Jahren übernehmen, informierte Franz.
CDU-Fraktionschefin Yvonne Wittmann bat um genauere Angaben zu dem Projekt. Wo genau im Gebäude soll die Kita-Gruppe angesiedelt werden? Bleibt das Bähr-Haus für andere Veranstaltungen nutzbar? Wie umfangreich fällt der Rückbau aus? „Es wird weiter für andere Veranstaltungen nutzbar sein. Das war auch schon so, als der Kindergarten renoviert wurde und Kita-Gruppen dort vorübergehend untergebracht waren“, erklärte Franz. „Die Gruppe kommt ins erste Obergeschoss“, merkte Sozialverwaltungsleiter Rüdiger Geib an.
Neue Küche für die Zukunft
Er lieferte auch finanzielle Einzelheiten: So entfallen ihm zufolge rund 92.400 Euro allein auf die Küche. „Das ist ein hoher Betrag“, räumte Geib ein. „Aber wir müssen daran denken: In ein paar Jahren wird die Einrichtung dem neuen Kita-Gesetz folgen und die siebenstündige Betreuung anbieten müssen.“ Spätestens dann müsse die vorhandene Küche ohnehin umgebaut werden, weil dann die doppelte Anzahl an Essen zubereitet werden müsse. Das sei also eine Investition in die nächsten Jahre, die ohnehin auf die Gemeinde zugekommen wäre. Weiter seien Schreinerarbeiten für 15.800 Euro erforderlich, Elektroarbeiten für 1000 Euro, für Zaunanlagen und Zuwegung 4500 Euro, Splitterschutzfolien für Türen und Fenster für 2100 Euro sowie Mobiliar und Spiele für die Gruppe für 27.000 Euro. Beim erwähnten Rückbau erwarte er keine hohen Kosten. „Denn die Küche bleibt ja, die Schreinerarbeiten auch. Das werden maximal 5000 bis 6000 Euro sein“, schätzte Geib.
„Aber fehlt bei einer Erweiterung der Küche dann nicht der Platz für die Kinder?“, hakte Wittmann nach. Das verneinte Geib. Es gehe hier in erster Linie um Geräte. „Das heißt, die brauchen größere, schnellere Gerätschaften und die sind gerade im Profi-Küchen-Bereich relativ teuer.“
Die Erste Beigeordnete hoffte, dass sich das Vorhaben zügig umsetzen lässt. „Damit wir eine Entlastung bekommen, die dringend nötig ist.“ Dafür sei das Geld gut angelegt. Das sah der Rat offenbar ebenso so, denn er stimmte dem Projekt geschlossen zu.