Rhein-Pfalz Kreis Geldregen vom Land für Ausbau

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Lange war die Finanzierung unsicher: Jetzt ist der Beregnungsverband Vorderpfalz einen entscheidenden Schritt bei dem geplanten Ausbau des Leitungsnetzes vorangekommen. Gestern hat Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und Fördergelder über 5,8 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Felder auf rund 750 Hektar nördlich der A6 zwischen Beindersheim, Großniedesheim, Kleinniedesheim und Bobenheim-Roxheim sollen künftig mit Wasser aus dem Otterstadter Altrhein versorgt werden. Geplant ist, dafür einen Zwischenspeicher in Hochdorf-Assenheim umzurüsten (wir berichteten am 31. März und am 13. Mai). Das Land beteiligt sich eigentlich zunächst nur mit einer Basisförderung von 15 Prozent. Erst wenn nachgewiesen werden kann, dass ökologische Kriterien berücksichtigt sind, fließt mehr Geld – und das ist nun der Fall. An dem auf zehn Millionen Euro geschätzten Projekt beteiligt sich das Land nun mit gut der Hälfte. In der Kooperationsvereinbarung seien zum Beispiel das Anlegen von Blühflächen, die umweltfreundliche Entsorgung von Ernterückständen und die Erweiterung der ökologischen Anbauflächen vorgesehen, wie die Pressestelle gestern mitteilte. 150 Hektar ökologische Anbauflächen befänden sich bereits in dem Gebiet, das damit also die größte Bioanbaufläche für Gemüse in Rheinland-Pfalz sei. Mit noch einem Vorteil begründete die Umweltministerin Höfken, warum der Ausbau unterstützt wird: „Die Umstellung bei der Beregnung von landwirtschaftlichen Flächen auf Oberflächenwasser schont das Grundwasser und leistet einen Beitrag zum Gewässerschutz.“ Der Ausbau könne jetzt beginnen, frohlockte Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht (FDP). „Damit wird landwirtschaftlichen Unternehmen in diesem Gebiet die Chance gegeben, wirtschaftlich erfolgreich Gemüseanbau zu betreiben“, sagte der Staatssekretär laut Pressemitteilung. Zu Details konnten weder das Ministerium noch der Beregnungsverband gestern Nachmittag auf Nachfrage Auskunft geben. Für die Landwirte ist dieser Fortschritt bei den Ausbauplänen eine frohe Botschaft. Wie berichtet, sehen viele ihre Existenz davon abhängig. Durch die Erweiterung der Wasserschutzzone reicht ihnen in trockenen Jahren kaum das Wasser aus eigenen Brunnen. Sobald Rohre Altrheinwasser herleiten, können diese Brunnen abgeschaltet werden. Das wiederum lässt den bisher etwas gesenkten Grundwasserspiegel auf ein normales Niveau steigen, erklären Wasserwirtschaftler beim Land und bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion. Das ist auch gewünscht, damit in Trockenperioden kein Wassermangel eintritt. Für Hauseigentümer, deren Keller zu dicht am Grundwasser gebaut sind, ist dies also folglich eine schlechte Nachricht. |jel

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