Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Geimpft wird trotzdem

Mit Biontech wird weiter geimpft.
Mit Biontech wird weiter geimpft.

Der derzeitige Ausfall des Astrazeneca-Impfstoffs macht sich im Schifferstadter Impfzentrum bemerkbar. Eigentlich sollte der Impfbetrieb ab dieser Woche nochmals deutlich hochgefahren werden. Die gute Nachricht lautet: Es wird weiter mit Biontech geimpft. Und das Vakzin von Moderna kommt ins Spiel.

„Das Land rechnet“, sagt Kreisimpfkoordinator Tilo Meinke. Alle Lieferplanungen seien zurückgezogen worden. „Das Land zählt die Reserven und rechnet aus, wie der Astrazeneca-Ausfall kompensiert werden kann. Was an Impfstoff in den kommenden Tagen zu uns kommt und von welchem Hersteller, kann ich derzeit noch nicht sagen.“ Möglicherweise werde sogar recht schnell wieder mit Astrazeneca geimpft.

Am Dienstag fielen im Schifferstadter Impfzentrum 250 Impftermine aus. Am Mittwoch sind es Meinke zufolge 130. Eingebucht würden derzeit vom Land täglich über 600 Termine. Das derzeit für Schifferstadt gesteckte Ziel sind 714 Impfungen. „Wir wollen uns sogar auf 800 bis 900 Impfungen hochschrauben“, sagt Meinke. Aber dazu müsse eben auch ausreichend Impfstoff da sein.

Am Freitag wird Moderna verimpft

Keine Auswirkungen habe der Astrazeneca-Ausfall auf die Priorisierung: Geimpft werden weiterhin Kreisbürger, die der Kategorie eins angehören und Gruppen der Kategorie zwei. Mit dem eben, was da sei. Vorrätig sind in Schifferstadt noch Dosen des Biontech-Serums. „Und am Freitag wird Moderna verimpft“, erklärt der Impfkoordinator. Im Unterschied zu anderen Impfzentren, die tageweise immer nur mit einem Impfstoff arbeiten, werde in Schifferstadt mit Mitteln der verschiedenen Hersteller parallel gearbeitet. „Deshalb gibt es jetzt bei uns auch keine komplette Schließung. Der Betrieb läuft weiter.“

Wer dieser Tage mit Astrazeneca geimpft werden sollte, werde vom Land über den weiteren Ablauf direkt informiert, entweder per Post oder E-Mail. Große Aufregung hat Meinke nach der Nachricht, dass Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt werden, nicht erlebt. „Grundsätzliches Verständnis ist da.“ Zudem sei niemand „umsonst“ angereist. Alle Betroffenen seien im Vorfeld informiert gewesen, dass ihr Termin ausfällt.

Zwölf Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung

Probleme gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand des Impfkoordinators auch nicht mit ausstehenden Zweitimpfungen. Zwischen Erst- und Zweitimpfungen dürfen im Fall einer Impfung mit Astrazeneca zwölf Wochen liegen. So empfehle es die Ständige Impfkommission. Der vorläufige Stopp dürfe nur nicht länger dauern. Die europäische Arzneimittelbehörde, die im Astrazeneca-Fall prüft, könnte noch im Laufe der Woche zu einer Empfehlung kommen. Das hat zumindest Bundesgesundheitsminister Spahn verlauten lassen. „Und wir reagieren flexibel“, meint Meinke. Etwas anderes bleibe den Verantwortlichen vor Ort auch nicht übrig: Warten auf das, was auf Bundes- und Landesebene entschieden wird.

Bleibt die Frage, wie die Bürger reagieren, sollte mit Astrazeneca weitergeimpft werden. Die negative Berichterstattung der letzten Wochen führte bereits zu Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung, das hat man auch in Schifferstadt gespürt. Vielleicht brauche der Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers eine Imagekampagne. „Aber von solchen Überlegungen haben wir hier vor Ort noch nichts mitbekommen“, meint Meinke. Was an Dosen produziert ist, halte sich jedenfalls sechs Monate. Mit dem Haltbarkeitsdatum gebe es also vorerst keine Probleme.

Impfbus steht vorläufig still

Mit dem vorläufigen Astrazeneca-Stopp steht auch der Impfbus still. „Bis ein alternativer Impfstoff mit ausreichender Stabilität verfügbar ist. Oder ein verfügbarer Impfstoff für die Nutzung im Bus durch das Land freigegeben wird. Die Lage ist dynamisch, der Einsatz des Busses soll von Kreisseite in jedem Fall ermöglicht werden“, sagt der Impfkoordinator.

Weiterlaufen soll die Teststrategie im Kreis, auch wenn vorerst nicht alle Helfer geimpft werden konnten. Über 100 seien es aber bereits. Abgesprungen sei noch keiner. „Derzeit sichert ein Großteil der Helfer die Unterstützung trotzdem zu.“ Eine Impfung ersetze schließlich nicht die Schutzausrüstung vor Ort. Das Land habe überdies die Impfung nicht zur Voraussetzung für den Dienst in einem Testzentrum gemacht.

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