Rödersheim-Gronau
Gedenkstein für Rödersheimer Juden geplant
Am 27. Januar vor 75 Jahren hat die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Vor diesem Hintergrund hält es der TV Rödersheim für angebracht, an die Rödersheimer Juden mit einem Gedenkstein zu erinnern. Ihr Schicksal ist bei dem Projekt Geschichtswerkstatt erforscht worden. „Wir möchten sie aus ihrer Anonymität holen“, erklärte Vorstandsmitglied Wolfgang Ettmüller. Zugleich wolle der Turnverein für Mitmenschlichkeit werben, zumal heutzutage der Antisemitismus in Deutschland wieder erstarke und sich judenfeindliche Gewalttaten häuften. Gerade jetzt, wo in Europa Hass und Rechtspopulismus erneut aufflackerten und manchmal die Oberhand gewännen, sei der Gedenkstein ein wichtiges Symbol und die richtige Botschaft.
Der Stein werde voraussichtlich 5000 bis 5500 Euro kosten und solle über Spenden finanziert werden. Die werde der TV Rödersheim sammeln und sich um Beschaffung, Gestaltung und Aufstellung des Steins kümmern, erläuterte Ettmüller. Die Namen der Rödersheimer Juden sind: Elias Reiss, Richard Reiss, Alice Reiss, Isidor Heim und Paula Kahn, die die NS-Zeit als einzige überlebt hat. Auf Nachfrage von Marleen Gerdon (FWG) informierte Ettmüller, dass es sich ausschließlich um jüdische Mitbürger aus Rödersheim handle, da die Opfer aus dem Ortsteil Gronau – der damals noch Alsheim hieß – noch nicht erforscht seien. „Das Projekt ist sehr aufwendig, deshalb haben wir uns auf Rödersheim beschränkt“, merkte Ettmüller an.
Ortsbürgermeister Thomas Angel (FWG) begrüßte den Antrag des Vereins. Er schlug vor, zunächst bei einem Ortstermin auf dem Friedhof mit dem Ausschuss Einzelheiten zu klären. „Ich halte einen Ratsbeschluss heute Abend für wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Details können wir dann wie vorgeschlagen im Ausschuss diskutieren“, wandte Matthias Burk (CDU) ein. Das hielten alle Ratsmitglieder und auch Angel schließlich für das beste Vorgehen.