Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Günstiger kochen: Landfrauen geben Tipps

Kürbissuppe lässt sich leicht in großen Mengen kochen und für später einfrieren.
Kürbissuppe lässt sich leicht in großen Mengen kochen und für später einfrieren.

Nicht nur die Energiekosten, auch die Preise für Lebensmittel steigen. Zwei Landfrauen aus dem Kreis geben Tipps, wie man kostengünstig und gesund kochen kann.

Mit einer Einkaufsliste fängt für Gudrun Hauck-Reiss alles an. „Wenn etwas im Haushalt leer ist, kommt es auf die Liste. Und dann wird konsequent nur das gekauft, was auf der Liste steht“, sagt die 65-Jährige aus Rödersheim-Gronau, die lange Zeit bei den Landfrauen und der Kreisvolkshochschule Kochkurse gab. Und noch etwas ist für sie ganz wichtig, damit man nicht mehr Geld im Laden lässt als geplant: „Nicht hungrig einkaufen gehen!“

Mahlzeiten vorplanen

Anne Katrin Oberdorf, die bei den Landfrauen in Maxdorf Vorstandsmitglied ist, macht sich gelegentlich einen Essensplan für die Woche, nach dem sie ihre Einkäufe richtet. „Dabei achte ich darauf, dass ich die Lebensmittel, die ich einkaufe, komplett aufbrauchen kann“, sagt die 28-Jährige. Zum Beispiel koche sie aus einem ganzen Rotkohl gerne Rotkraut auf Vorrat. Oder sie achte darauf, dass eine Zutat im Wochenplan an mehreren Stellen vorkommt, damit sie komplett aufgebraucht wird. „Dann habe ich nicht so viele Gemüsestücke im Kühlschrank, die kaputt gehen.“

Regional einkaufen

Beide Landfrauen empfehlen, nicht nur in Supermärkten nach Sonderangeboten zu suchen, sondern auch in Hofläden einzukaufen – dort sind die Transportwege der Lebensmittel am kürzesten. „Da hat man die Preise im Auge, es ist umweltverträglich und die optimale Qualität“, sagt Hauck-Reiss.

Vorkochen und einfrieren

Bei Gerichten mit einer längeren Garzeit lohne es sich, größere Mengen zu kochen und einzufrieren, um sie später wieder aufzuwärmen, sagt Hauck-Reiss. Zum Einfrieren empfiehlt Oberdorf nicht nur Rotkraut, auch Schmorgerichte, Soßen oder Suppen könne man gut in größeren Mengen kochen und für später aufbewahren. Für den Herbst denkt sie da zum Beispiel an Kürbissuppe: „Von ein, zwei Kürbissen kann man drei bis vier Liter Suppe kochen und einfrieren.“

Richtig lagern

Beim Einfrieren ist wichtig, dass die Lebensmittel richtig verpackt sind, sagt Gudrun Hauck-Reiss. „Sonst kann eine Eisschicht entstehen, die das Gerät mitkühlen muss.“ Auch wenn man viele wärmere Gefäße auf einmal ins Gefrierfach stellt, könne das passieren, weil sich dadurch die Temperatur im Inneren erhöht. „Deshalb ist ganz wichtig, dass das Tiefkühlfach regelmäßig abgetaut wird.“ Die Temperatur im Kühlschrank müsse auch nicht unter fünf bis sechs Grad liegen, wobei direkt unter dem Tiefkühlfach der kälteste Bereich ist.

Wasser und Energie sparen

Hauck-Reiss, die vor ihrem Ruhestand als Hauswirtschaftsleiterin und Energieberaterin tätig war, hat noch mehr Tipps, wie man beim Kochen Energie einsparen kann. Kartoffeln und Gemüse könne man zum Beispiel mit einem Finger breit Wasser kochen, solange dabei der Deckel auf dem Topf bleibt. „Dann geht nicht so viel Dampf verloren“, erklärt sie. Die bekannte Faustregel, pro 100 Gramm Nudeln einen Liter Wasser zu verwenden, nimmt sie auch nicht so genau. „Ein Pfund Nudeln mit zweieinhalb Litern Wasser klappt super, das mache ich immer so.“

Wärme optimal nutzen

Eine weitere Möglichkeit, Energie zu sparen, ist, die Nachwärme des Herdes zu nutzen. „Nudeln müssen nicht sprudelnd kochen“, sagt Hauck-Reiss. Bei Kartoffeln und Gemüse lohne es sich, zehn Minuten vor Ende der Garzeit die Herdplatte abzustellen. Und auch beim Backen wird oft zu viel Energie verbraucht, findet die Energieexpertin: „Viele Backrezepte beginnen mit der Anweisung, den Ofen vorzuheizen. Das ist der größte Schwachsinn.“ Die meisten Backwaren könne man auch in einen kalten Ofen geben, oft entwickle sich der Teig mit dem Aufheizen sogar besser.

Auf Fleisch verzichten

„Man kann sich gut und kostengünstig vegetarisch ernähren“, sagt Anne Katrin Oberdorf. Es komme allerdings darauf an, welche Lebensmittel man verwende. Auf der einen Seite gebe es viel Billigfleisch aus schlechterer Tierhaltung zu kaufen. Vegetarische Fertigprodukte wie Sojaschnitzel seien dagegen vergleichsweise teuer. Stattdessen empfiehlt Oberdorf, Gerichte wie Suppen oder Lasagne mit Gemüse statt Fleisch zu kochen.

Lebensmittel retten

Mit Angeboten wie „Foodsharing“ und der App „Too good to go“ hat Anne Katrin Oberdorf bereits Erfahrungen gemacht. Beim Foodsharing geben Privatpersonen oder Betriebe überschüssige Lebensmittel an Sammelstellen ab, wo Ehrenamtliche sie kostenlos verteilen. In der App bieten Einzelhändler verderbliche Ware an, die nicht verkauft wurde. Für einen reduzierten Preis kann diese kurz vor Ladenschluss abgeholt werden. „Da ist man davon abhängig, was gerade angeboten wird“, sagt Oberdorf. Auch könnten die Portionen, die man bekommt, recht groß sein, sodass man sich auch mit Freunden zusammentun könne, wenn man in einem kleinen Haushalt lebt. „Einen geschnittenen Laib Brot kann man aber auch gut einfrieren und die Scheiben später toasten.“ In Städten sind solche Angebote allerdings oft weiter verbreitet als auf dem Land.

Gudrun Hauck-Reiss
Gudrun Hauck-Reiss
Anne Katrin Oberdorf
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