Rhein-Pfalz Kreis Fusionsbefürworter fühlen sich bestätigt

„Na also, geht doch.“ Dieser Spruch auf dem Kerweumzugswagen der Gemeindeverwaltung brachte es am Sonntag auf den Punkt. Auch die zweite gemeinsame Kerwe von Bobenheim und Roxheim war gelungen. Strahlender Sonnenschein sorgte für optimale Rahmenbedingungen.
24 Stunden später ein ähnliches Schauspiel: herrliches Spätsommerwetter, eine proppenvolle Rathauswiese und auf der Bühne eine Gruppe mit ebenfalls riesiger Fangemeinde. Grand Malör aus Hochdorf-Assenheim war endlich auch mal am „Nordkap“ des Rhein-Pfalz-Kreises zu Gast. Darauf hatten sich viele gefreut, und sie wurden nicht enttäuscht. Die Band agierte auch in Bobenheim-Roxheim ohne vorgefertigtes Programm, sondern peilte erst mal ihr Publikum und die akute Stimmungslage. Aus ihrem reichen Fundus kreierte Grand Malör dann ein mitreißendes Potpourri. Musik vor allem fürs Mittelalter, aber auch viele Teenies ließen sich begeistert darauf ein. Nena, Neue Deutsche Welle mit dem unverwüstlichen „Skandal um Rosi“, aber auch AC/DC und aktuelle Senkrechtstarter wurden geboten. Und Punkt 23 Uhr als Zugabe noch „We Will Rock You“. Am Sonntag stand der Festumzug auf dem Programm. Der konnte sich sehen lassen, wenngleich viele Zuschauer zu Recht die Frage stellten, wieso nur noch eine einzige Musikkapelle den Marsch blies. Der Trend hin zu Fußgruppen setzt sich fort, und vielleicht war gerade deshalb jede Menge los auf Bobenheim-Roxheims Straßen. Zu den originellen Zugnummern zählten die historischen Fahrräder des Radfahrervereins und die Hypnosecouch von „Dr. Dr. Schlager“. Auch diesmal waren es wieder die beiden örtlichen Karnevalvereine, die Pfadfinderschaft St. Georg, der Sportclub, der Wassersportverein und die Freiwillige Feuerwehr, die mit ihren Beiträgen weit mehr als die halbe Länge des Festzugs gestalteten. Erstmals dabei: die neugegründete Jugendfeuerwehr. „Leben wie Gott in Frankreich“ lautete das Motto des Freundschaftskreises, auf dem Festwagen des Schützenvereins hieß es: „Ein Ziel vor Augen gibt dem Leben Sinn.“ Ganz stark vertreten waren der SV 1914 Roxheim und der CDU-Ortsverband, und als herausragend dürfen die Beiträge der Gemeinde und des Gewerbevereins bezeichnet werden. Das üppigste Wurfmaterial kam von den Festwagen der Firmen Globus und Frosta. Globus-Marktleiter Carsten Karger hatte sich unter seine Mitarbeiter gemischt und bediente das Kerwevolk am Straßenrand mit vollen Händen. Die Nachbargemeinde Kleinniedesheim zeigt die Nachbildung ihres Schlossparkbrunnens. Nach dem Umzug fanden viele den Weg ins Kerwecafé des Heimatvereins. In dessen Museum gab es eine Ausstellung über den ehemaligen katholischen Gemeindepfarrer Eberhard Körbling. Klaus Graber erinnerte an das Leben und Wirken des populären Priesters. Drei Männer strahlten am Ende geradezu um die Wette. Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: „Die gemeinsame Kerwe hat sich etabliert. Ich denke, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Kulturdezernent Frank Peter (CDU) stimmte zu: „Es war wirklich alles stimmig. Wir behalten diese Linie bei.“ Und Ortskartellvorsitzender Florian Lobocki resümierte: „Ich bin sehr zufrieden, die gemeinsame Kerwe ist bei den Menschen angekommen.“ Am gestrigen Kerwemontag gab’s noch das Kerwesingen der Chorgemeinschaft mit den Grundschülern der Rheinschule. Gleich um die Ecke fanden die Dampfnudeln der Landfrauen reißenden Absatz. Offiziell beendet wird das fünftägige Fest am heutigen Dienstagabend in der Straußwirtschaft von Monika und Heribert Voll, Roxheimer Straße 21. |wek