Rhein-Pfalz Kreis Fußgönheim: Neuer Anfang für Schlossgarten
Das kleine Fußgönheim ist Standort eines historischen Kleinods: das Hallbergsche Schloss. Zu der schmucken Anlage gehört ein einst repräsentativer Garten. Der wird nun nach längerem Dornröschenschlaf wieder hergerichtet. Ein Förderverein plädiert für barocken Glanz, was wohl nur in etwas abgespeckter Form realisiert wird. Es tut sich bereits was hinter dem Schloss.
«Fussgönheim.»Die kleine katholische Kirchengemeinde Fußgönheims ist aktiv und rührig. Im und um das Schloss, das unter anderem die Kirche St. Jakobus beherbergt und mitsamt Garten der Kirchengemeinde gehört, finden viele Veranstaltungen statt, und auch der Schlossgarten wird für Konzerte, Prozessionen und anderes genutzt. Der Cäcilienverein ist hier viel im Einsatz. Die Pflege des Gartens allerdings fiel den überwiegend älteren Aktiven zunehmend schwer, merkte Pfarrer Raimund Röther schon vor geraumer Zeit an. Eine Folge: Der Garten verwilderte. Im November 2016 haben sich nun einige Fußgönheimer zusammengetan und einen Förderverein gegründet zur Erhaltung und Pflege des Schlossgartens. Das Ziel ist laut der Vorsitzenden Heike Seifert-Leschhorn: „Die einst malerische und in die Jahre gekommene Gartenanlage soll wieder barocken Glanz erhalten, um den Park wieder für Veranstaltungen attraktiv und für Ruhesuchende einladend zu gestalten.“ Und der Pflegeaufwand dürfe nicht zu hoch sein. Edmund Klausmann, zweiter Vorsitzender des Fördervereins, hat genaue Vorstellungen, wie der rund 2000 Quadratmeter große Garten hinter dem Schloss einmal aussehen könnte. Mit Sichtachsen vom Gebäude aufs freie Feld, schmalen Wegen entlang der vom Bewuchs frei geschnittenen Außenmauern und im rechten Winkel dazu eine Mittelachse zum 1984 vom Cäcilienverein gestifteten Brunnen, um den sich ein schmuck bepflanztes Rondell schmiegt. Rasen in den Feldern zwischen den Wegen, niedrige Buchsbepflanzung mit Nischen für Bänke – kurz: ein barocker Garten, wie er einmal war. Dafür gibt es sogar schon einen Plan, betreut von Professor Hartmut Troll von der Staatlichen Schlösser- und Gärtenverwaltung Baden-Württemberg.
Instandsetzung beginnt mit kleinen Arbeiten
In dem Ausmaß „können wir das aber finanziell nicht stemmen“, sagt Rita Schneider, Vorsitzende des Gemeindeausschusses von St. Jakobus und Mitglied im Verwaltungsrat der Pfarrei Heiliger Antonius von Padua, zu der Fußgönheim gehört. Barock ja, aber wohl in abgespeckter Form. Vorgesehen sei, zunächst die Rasenfelder und Wege anzulegen sowie den Brunnen in der Mitte der Anlage instand zu setzen. Außerdem müssten Leitungen gelegt werden. Das geht ins Geld. Über Details der späteren Anlage müsse noch geredet werden, ein Plan werde erstellt, ergänzt Rita Schneider. Die Vorsitzenden des Fördervereins sehen ihre Pläne für eine original barocke Anlage gefährdet. Bleibt zunächst die Frage nach dem lieben Geld. Denn von Kosten, die irgendwo zwischen 100.000 und 130.000 Euro liegen, sei auszugehen, hieß es aus Gemeinde und Verein. Eine Beregnungsanlage sei auch nötig. Einst hatte Schlosserbauer Jakob Tillmann von Hallberg mit einer Stiftung verfügt, dass die katholische Gemeinde in Fußgönheim gefördert werden und die Erträge der Kirche vor Ort für die Erhaltung des Schlosses genutzt werden sollen. Das bringt das Bischöfliche Ordinariat ins Spiel. Die Kirchengemeinde wandte sich an den Bischof und auch der Landrat habe sich dort für das Anliegen der Fußgönheimer eingesetzt, sagt Klausmann. Laut Schneider laufen derzeit Gespräche mit beiden Institutionen.
Bistum Speyer übernimmt Kostenanteil
Auf RHEINPFALZ-Anfrage heißt es dazu aus dem Bistum: „In der Zuweisungsordnung des Bistums Speyer ist eine Bauzuweisung für Parkanlagen zwar nicht vorgesehen, doch im Blick auf die besondere Situation in Fußgönheim – die Kirche als Teil einer Schlossanlage mit Schlosspark – hat sich das Bistum Speyer auf Antrag der örtlichen Kirchenstiftung bereit erklärt, 30 Prozent der Kosten für die Instandsetzung des Schlossgartens zu übernehmen. Dabei wird von geschätzten Gesamtkosten für die Instandsetzung des Schlossgartens in Höhe von rund 110.000 Euro ausgegangen.“ Inzwischen tut sich was hinter dem Schloss. Das Gelände ist gerodet worden, Vorarbeiten für die Sanierung des Gartens. Das wild wachsende Gestrüpp und die von alleine aufgegangenen Bäume sind weg. Veranlasst hat dies die Kirchengemeinde. Der Förderverein sieht es mit Skepsis. Denn die provisorisch abgesteckten Wege seien viel zu breit, für das Rondell um den Brunnen und die bepflanzten Felder bliebe kaum Platz, die Proportionen würden so nicht mehr stimmen, ebenso die Symmetrie, sagen Edmund Klausmann und Heike Seifert-Leschhorn ergänzt: Jetzt wollen sie abwarten, wie die neuen Pläne aussehen werden.