Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel FSJler an der Mandelgrabenschule: Wir wollen weitermachen

Überzeugte FSJler: Elija Gärtner und Nele Schramm.
Überzeugte FSJler: Elija Gärtner und Nele Schramm.

Vier junge Erwachsene haben ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Mandelgrabenschule in Mutterstadt geleistet. Eine unheimlich wertvolle Erfahrung, finden sie.

Auch Schulleiter Christian Schuster und sein Kollegium an der Mandelgrabenschule in Mutterstadt sind dankbar für die Unterstützung, die sie als Ganztagsschule seit einigen Jahren schon von jungen Erwachsenen bekommen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Dieses Mal war es allerdings ein ganz besonderes Jahr: dank des Engagements der jungen Leute sind 7000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen.

Nele Schramm (19) und Elija Gärtner (20) erzählen gerne vom Alltag der vier FSJler. Jeder ist einer Klassenstufe zugewiesen und unterstützt dort die Lehrer beim Unterricht. „Wir setzen uns mit den Kindern hin und üben, wenn sie Probleme haben, machen Kopien, helfen auch mal beim Korrigieren.“ Sie sind beim Mittagessen und der Nachmittagsbetreuung dabei und beaufsichtigen Kinder, während sie Hausaufgaben machen. Jeder FSJler bietet auch eine eigene AG am Nachmittag an.

Für Gärtner, selbst in der Jugendfeuerwehr aktiv, lag es nahe, eine Brandschutz- und Feuerwehr-AG zu organisieren. Immer wieder hat er technische Ausrüstung zum Anfassen und Erklären mitgebracht. Zum Abschluss kam sogar ein Feuerwehrfahrzeug zur Schule. „Das war ein echter Höhepunkt für die Schüler“, sagt Schuster. Nele Schramm hat mit den Kindern derweil in der Volleyball- und Leichtathletik-AG Sport gemacht und später eine Kreativ-AG übernommen.

Eine Runde hat 220 Meter

Zu ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr gehört auch ein größeres Projekt, das die jungen Leute selbst planen. Schramm und Gärtner haben sich ein Waldprojekt ausgedacht und waren zwei Tage lang mit 55 Kindern und mehreren Begleitpersonen unterwegs. „Einen Tag kam die Rucksackschule“, erzählt Schramm. Zusammen haben sie Spiele gespielt und eine Rallye mit vier Stationen veranstaltet, mit Querfeldein-Wanderung, aber auch mit viel Zeit zum Spielen. Da die Mandelgrabenschule schon seit Jahren den Hungermarsch in Böhl-Iggelheim unterstützt, haben die anderen beiden FSJler, Tim Abt und Max Müller (beide 20), einen Spendenlauf für die Schüler organisiert. Nicht nur die beiden selbst, sondern auch das ganze Lehrerkollegium, alle waren sie überrascht, welche großen Kreise das dann gezogen hat. Vorab konnten die Kinder Sponsoren suchen, die entweder für jede Runde einen bestimmten Betrag oder pauschal eine Summe spenden möchten. Mitmachen durfte aber jeder, egal ob mit oder ohne Sponsoren.

Auf dem Sportplatz haben Abt und Müller eine 220 Meter lange Runde abgesteckt. Für jede Runde, die die Kinder gelaufen sind, haben sie ein Gummiband bekommen. „Die Motivation der Kinder war riesig“, erzählt Lehrerin Sabine Nowak. Aber keiner habe damit gerechnet, dass einige Kinder sogar 33 Runden gelaufen sind. Die Schule habe dann die Eltern noch einmal angeschrieben und betont, dass das vorher zugesicherte Rundengeld nicht bezahlt werden müsse und jeder nur das zahlen solle, was er verkraften könne, sagt Schuster. So sind dann 6080 Euro zusammengekommen und an das Hungermarschteam überreicht worden.

Ein spannendes Jahr

Mit dem Erlös des Hungermarsches, der selbst erst im Herbst stattfindet, wird in diesem Jahr ein Projekt für behinderte Jugendliche in Kolumbien unterstützt. „Aber das ist noch nicht alles“, sagt Sabine Nowak stolz. Zu Beginn des Ukraine-Krieges hätten die Schüler die Idee gehabt, Spenden zu sammeln. Beim Waffelverkauf zu verschiedenen Anlässen seien so 1000 Euro zusammengekommen, die an die Organisation „Schüler helfen Leben“ übergeben wurden.

Es war wirklich ein spannendes Jahr, trotz Corona-Einschränkungen, ziehen Nele Schramm und Elija Gärtner Bilanz. „Das war die beste Entscheidung. Ich konnte so viel Erfahrung sammeln“, sagt Nele, die nach dem Fachabi nun Soziale Arbeit und Elementarbildung studieren möchte – und dann Lehramt für Grundschule. Auch für Elija ist nach diesem Jahr klar, dass er auf jeden Fall Pädagogik studieren möchte. Wenn es klappt, dann Sonderschulpädagogik, ansonsten Lehramt für Grundschule. Während ihrer Ausbildung möchten sie auf jeden Fall weiter als Honorarkraft bei der Betreuung der Kinder helfen. Beide können es Schulabgängern, egal ob mit oder ohne Abitur, die beruflich mit Kindern arbeiten möchten, nur wärmstens empfehlen, ebenfalls ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Mandelgrabenschule zu machen. Und: „Einen Platz haben wir noch frei für das nächste Schuljahr“, sagt Schulleiter Schuster. Er würde sich über Bewerbungen freuen.

Kontakt

gs@mandelgraben-mutterstadt.de oder Telefon: 06234 928526 (in den Ferien nicht immer besetzt).

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