Am Rande
Friedensenten vorm Kirchenportal
Der Priester, der sich darauf freut, in Bobenheim-Roxheim endlich ins renovierte Pfarrhaus einziehen zu können, hatte sich von dort aus gemeinsam mit Claudia Fuhrer vom Bischöflichen Bauamt zu Fuß auf den Weg zur St.-Laurentius-Kirche gemacht. Da entdeckten sie vor dem Kirchenportal ein sich ausruhendes Stockentenpaar, das sich weder von ihnen noch von den vorbeifahrenden Autos stören ließ. Im Gegenteil: Wie angewurzelt saßen die Ente und der Enterich da, so als ob sie eine Aufgabe zu erfüllen hätten. Als ob sie das Holzkreuz bewachten, das vor der Kirche steht als Sinnbild der Forderung nach einem Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Über ihnen der gute Hirte
Architektin Fuhrer hat die Szene auf einem Foto festgehalten, und man sieht, wie die beiden Wasservögel in sich versunken das Kreuz flankieren und den Kopf Richtung Kirchenportal halten, über dem das Bild von Christus als dem guten Hirten prangt. Pfarrer Hary hat die Begebenheit per E-Mail mit Menschen aus der Pfarrei geteilt. Wie diese die Szenerie interpretieren, sei ihnen natürlich vollkommen freigestellt, schreibt er. Er selbst fasst seine Gedanken dazu so zusammen: „Mich hat berührt, dass ein Paar, diese zwei Enten, auch Zeichen der gesamten Schöpfung, mit uns eine stille Wache für den Frieden halten.“ Ihn erinnert das Entenpaar an die „vielen Eltern, die jetzt leiden, an die Schöpfung, die jetzt unsinnig zerstört wird und an den ganzen Kosmos, der sich nach einem tiefen Frieden sehnt“.