Rhein-Pfalz Kreis Freudentränen bei der Ankunft

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Rinad hat es geschafft: Das zweijährige syrische Mädchen ist am späten Samstagvormittag am Frankfurter Flughafen angekommen und dort von ihren Eltern und Geschwistern freudestrahlend empfangen worden. Andrea Hettmannsperger vom Sozialverein Kunterbunt in Bobenheim-Roxheim und Iris Strache, die Leiterin des dortigen Asylbewerberheims, bezeichneten den Moment der Ankunft als „unbeschreiblich“.

Bis zuletzt hatten sie und die Familie um die Ausreise des Kleinkinds aus dem Libanon gekämpft und gebangt (wir berichteten). „Wir hatten zum Schluss noch die Sorge, ob man Rinad auch wirklich ins Flugzeug lässt“, sagte Andrea Hettmannsperger. Gültige Papiere und Ausreisegenehmigungen seien in Ländern des Nahen Ostens noch lange keine Garantie für einen ungehinderten Flug. Oft sei man auf den Flughäfen den Launen einzelner korrupter Mitarbeiter ausgeliefert. Im Libanon lebte Rinad, wie berichtet, zuletzt bei den Großeltern. Die Eltern Rudajna Almerai (32) und Khaled Osman (36) waren 2016 mit ihren beiden älteren Kindern vom Libanon aus nach Deutschland geflüchtet und hatten das damals neun Monate alte Baby sicherheitshalber bei Oma und Opa gelassen. Allerdings konnten sie damals nicht ahnen, wie schwierig die Familienzusammenführung später werden würde. Schließlich mussten syrische Landsleute mit einer Einreiseerlaubnis in den Libanon fliegen, um das Kind zu holen. Bei ihrer Ankunft in Frankfurt zeigte sich das Mädchen unerwartet froh und aufgeweckt, berichten Strache und Hettmannsperger, die bei dem freudigen Ereignis dabei waren. Am Nachmittag fuhr die kleine Rinad mit ihren Eltern und Geschwistern nach Bobenheim-Roxheim, wo die junge Familie im Asylbewerberhaus im Pfalzring wohnt. Auf einen „großen Bahnhof“ für das Kind hatte man dort bewusst verzichtet. „Nach all den Strapazen wollten wir Rinad und ihrer Familie etwas Ruhe gönnen“, sagte Andrea Hettmannsperger. Im Wohnheim freute sich die Zweijährige allerdings über die vielen bunten Luftballons, die als Überbleibsel der Fasnachtskampagne noch von den Decken hängen. Von den Belastungen des viereinhalbstündigen Flugs und den Umständen der Ausreise aus dem Libanon war dem Kind nichts anzumerken. Kaum im Heim eingetroffen, setzte sich das Mädchen auf ein Bobbycar und fuhr damit durch die langen Flure. Zusammen mit ihrer sechsjährigen Schwester Jolanar ging sie neugierig auf Entdeckungstour – vom erwarteten Fremdeln keine Spur. Ihre Eltern konnten ihr Glück kaum fassen. Dass nach Monaten der Ungewissheit und der vielen Sorgen am Ende alles doch so reibungslos verlaufen ist, stimmt sie zutiefst dankbar. „Wir haben hier in Bobenheim-Roxheim so viele gute Menschen um uns herum und so viel Hilfe erfahren, dass wir einfach nur von ganzem Herzen danke sagen können“, meinte Khaled Osman. Und seine Frau fügte hinzu: „Zu Hause in Syrien haben wir in ständiger Angst gelebt – hier in Deutschland und in Bobenheim-Roxheim können wir in Frieden leben. Die Menschen hier achten und respektieren uns.“ Osman, der von Beruf Arzt ist, und seine Frau, die in der Heimat als Krankenschwester gearbeitet hat, können sich gut vorstellen, in Deutschland zu bleiben. Täglich ist das junge Paar im Sprachkurs, sodass es mit der Kommunikation auf Deutsch schon ganz gut klappt. Und was beide besonders freut: Nach längerer Wohnungssuche steht die Unterzeichnung eines Mietvertrags unmittelbar bevor. Eine Rückkehr nach Syrien kann sich Khaled Osman aber ebenfalls vorstellen. Als erklärte Gegner des Assad-Regimes geht er jedoch davon aus, dass der Bürgerkrieg dort noch einige Jahre dauern wird. Somit baut die Familie nun erst einmal auf eine Zukunft in Bobenheim-Roxheim, wo sie auch schon viele Freunde gefunden hat.

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