Rhein-Pfalz Kreis Frankie will Gambia helfen

Frank Lehmann und Hündin Fee brechen bald nach Gambia auf.
Frank Lehmann und Hündin Fee brechen bald nach Gambia auf.

Frank Lehmann hat Nerven. Er will einem Dorf im westafrikanischen Staat Gambia zu sauberem Trinkwasser verhelfen. Dafür hat er die Aktion „Frankie hilft Gambia“ ins Leben gerufen. Allen Widrigkeiten zum Trotz wird er Ende Februar in ein Flugzeug steigen, um sein Versprechen gegenüber einem Gambier einzulösen.

Die Geschichte beginnt in der BASF, wo Lehmann als Schreiner einen Auftrag ausführt. Dort trifft er auf Pa Malick Gaye, der ebenfalls für seine Firma vor Ort ist. Gaye erzählt von seinem Heimatdorf in Gambia. „Der ist schon seit 30 Jahren in Deutschland, aber im Kopf immer zu Hause“, meint Lehmann. Gayes Wunsch, sein Dorf, das nicht mal einen Namen hat, mit Wasser zu versorgen – Strom sei auch keiner vorhanden – macht einen tiefen Eindruck auf den Dirmsteiner: „Es ist ein globales Problem. Wir haben hier so viel, und so viele haben gar nichts. Die Leute hier sollen zufrieden sein. Sie leben im Überfluss und meinen trotzdem, nicht genug zu haben.“ Noch am Tag der Begegnung entscheidet sich Frank Lehmann zu helfen. Zunächst holt er Pa Malick Gaye nach Dirmstein, um in seiner Schreinerei Fotos mit ihm zu machen und sie auf seine Facebook-Seite zu stellen. Gaye hat Urlaub angesammelt und ist inzwischen seit Wochen in Gambia. Er bereitet die Aktion dort vor – immer im Handykontakt mit Lehmann – und will für den Transport des Überseecontainers von der Hauptstadt Banjul in sein Dorf sorgen. Dieser steht noch vor Lehmanns Schreinerei und wird mit allem beladen, was er gesammelt hat und was für die Arbeit vor Ort notwendig ist. Da gibt es ein Brunnenbohrgerät, ein Stromaggregat, einen alten Ferguson-Traktor, den man noch selbst reparieren kann, sowie einen Anhänger und einen Pflug. Auch eine Drehbank und eine kleine Werkstatt mit Eisen, Schrauben, Werkzeug gehören zur Hilfsladung, damit im Notfall Ersatzteile hergestellt werden können. Außerdem Brunnenschachtringe und ein C-Schlauch von der Feuerwehr. Komplettiert wird die Ausrüstung von einer Bewässerungsanlage, gespendet vom Spargelhof Müller in Gerolsheim, damit mit dem gewonnenen Wasser auch etwas angebaut werden kann. Zusammen mit dem Container wiegt das Ganze rund 25 Tonnen. In dieser Woche wird der Transportbehälter an die Nordseeküste gebracht und tritt von dort aus auf dem Seeweg die Reise nach Banjul an. Die Organisation rund um den Container inklusive Zollbearbeitung hat ein ehemaliger Kollege von Lehmanns Vater übernommen. Nach dem Ergebnis seiner Spendenaufrufe gefragt, meint Lehmann ernüchtert: „Da habe ich mir mehr vorgestellt.“ Eines der Spendenkonten laufe über die Organisation Hand in Hand, die Projekte in Afrika unterstütze und Spendenquittungen ausstellen dürfe, sagt Lehmann. Außerdem hat er Sammeldosen an verschiedenen Standorten aufstellen dürfen. Insgesamt seien bis jetzt rund 2000 Euro zusammengekommen. „Ich glaube, dass viele denken, dass ich mich nur profilieren will. Wenn ich zurückkomme und kann was vorzeigen, dann kommt wahrscheinlich mehr“, hofft der Schreiner. 40.000 bis 50.000 Euro werde das Projekt wohl kosten. Allein 5000 Euro seien für den Container veranschlagt, auch Impfungen und Flüge müssten bezahlt werden. Wie will er das angesichts der geringen Spenden finanzieren? „Ich habe mein Haus verkauft“, lautet fast beiläufig die Antwort. Deshalb baut der Handwerker parallel zu seiner täglichen Arbeit und der Vorbereitung für das Projekt einen Teil seiner Werkstatt zur Wohnung um. Bereut hat er seine Entscheidung zu helfen noch keinen Moment. Und wenn er Ende Februar mit seinem Mitarbeiter Michael Dobberstein und der Australian-Shepherd-Hündin Fee nach Banjul fliegt, dann mit der festen Überzeugung, dass er seinen Plan erfolgreich umsetzen wird. Trotzdem: Was passiert, wenn der Plan nicht aufgeht, weil beispielsweise der Container auf dem Weg in Gayes Dorf abhanden kommt? „Dann habe ich es wenigstens probiert“, sagt „Frankie“ Lehmann.

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