Dudenhofen
Fragen und Antworten: Streit um Hort-Pläne und -Plätze
Warum soll ein neues Gebäude für den Hort gebaut werden und was soll es kosten?
Im Dudenhofener Hort, der organisatorisch zur kommunalen Kita Naseweis gehört, werden Grundschulkinder am Nachmittag betreut. Es gibt 42 Plätze in zwei Gruppen. Die Kinder werden aktuell in einem Container auf dem Schulhof und in den Räumen der betreuenden Grundschule betreut. Um weiteren Platz zu schaffen und die Gruppen auf bis zu je 25 Kinder aufstocken zu können, ist ein zweigeschossiger Neubau für beide Gruppen geplant, angedockt an die Kita Naseweis mit einem eingeschossigen Bindeglied. Nachdem zwischenzeitlich von geschätzten Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro die Rede war, stehen – nachdem zusätzlich zur vorgesehenen Mensa auch eine Frischeküche und ein Kellergeschoss hinzugekommen sind – mittlerweile Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro im Raum.
Welche Kritik gibt es daran?
Die Freie Wählergruppe im Dudenhofener Ortsgemeinderat hat in der jüngsten Ratssitzung angesichts der hohen Summe den Antrag gestellt, die Kosten des Hortneubaus auf 2,5 Millionen Euro zu begrenzen und dafür die geplante Frischeküche zu streichen, bei der die Folgekosten hoch seien und die Personalgewinnung schwierig sei. Stattdessen sollen die Gruppenräume und die Mensa Priorität haben. Gunter Stemmann von der Bauabteilung der Verwaltung entgegnete, dass sich durch den Verzicht auf die Küche maximal eine Million Euro einsparen lasse. Außerdem müsse dann die komplette Planung neu beginnen, was eine mindestens zweijährige Verzögerung und wahrscheinlich auch steigende Baukosten mit sich bringe. Unterstützung bekommt die FWG bei ihrer Kritik an den Hortplänen von der CDU. Ratsmitglied Sebastian Körner glaubt, dass angesichts des kommenden Anspruchs auf Ganztagsbetreuung das Geld an der falschen Stelle investiert wird, weil es eine Verschiebung in Richtung Ganztagsschule geben wird. „Wir machen einen Riesenfehler“, sagte er. Der Mensa-Bedarf werde massiv steigen, es brauche eine andere Gesamtlösung. Weil ihre Argumente von der Gemeindespitze nicht gehört würden, werde die CDU nun Kommunalaufsicht, Landesrechnungshof und Aufsichtsbehörde ADD einschalten. Die Ampel-Parteien im Rat wollen an ihren Plänen festhalten und wiesen die Kritik zurück. Der Platz werde auch für die Kita benötigt. Der FWG-Antrag wurde daher mehrheitlich abgelehnt.
Welche Probleme gibt es bei der Vergabe der Hortplätze?
Die Vergabe der Hortplätze ist nach Ansicht der FWG ein wiederkehrendes Streitthema innerhalb der Elternschaft. Die Anzahl der Anmeldungen übersteige die Anzahl der Plätze und es existiere kein Angebot mit vergleichbaren Leistungen. Die Kriterien, nach denen die Plätze vergeben werden, sind nach dem Eindruck der Freien Wähler, die das Thema in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung aufwarfen, nicht transparent kommuniziert. Das führt nach Ansicht von Ratsmitglied Fabienne Körner zu Sozialneid, was auch noch weitere Ratsmitglieder so wahrnehmen – während andere dem Eindruck widersprachen. Für Körner wäre es wichtig, dass Eltern, die nicht zum Zuge kommen, die Gründe dafür nachvollziehen können. Rainer Horländer (CDU) ist wichtig, dass eine gerechte Verteilung der Plätze anhand der Vergabekriterien auch kontrolliert wird. Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) wehrte sich gegen den Vorwurf der Willkür bei der Platzvergabe.
Welches sind die Kriterien, nach denen die Plätze vergeben werden?
Simone Brill, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste bei der Verbandsgemeindeverwaltung, wies darauf hin, dass die Vergabekriterien für die Hortplätze auf der Internetseite der Verbandsgemeinde einsehbar sind und sich an den Empfehlungen des Kreisjugendamts orientieren. Demnach sind die Plätze für Kinder mit Hauptwohnsitz in Dudenhofen. Vorrang haben sollen Kinder, die einen Platz für fünf Wochentage benötigen und deren Eltern berufstätig oder in Ausbildung/Studium sind, wobei auch Art und Umfang der Berufstätigkeit eine Rolle spielen. Auch das Vorhandensein von schulischen Angeboten (Ganztagsschule, Betreuende Grundschule) wird mit berücksichtigt. Gründe des Kindeswohls können unter Miteinbeziehung des Jugendamts ebenfalls eine Rolle spielen. Felix Goldinger (Grüne) plädierte im Rat dafür, einen Ermessensspielraum zu bewahren. Absolute Gerechtigkeit sei bei der Platzvergabe nicht erreichbar. Allgemeine Unterstützung gab es für den Wunsch, die Vergabekriterien im Internet leichter auffindbar zu machen.