Dudenhofen
Fleißige Helfer arbeiten beim Freiwilligentag für den Erhalt der Sanddünen
Ehrenamtlich für die gute Sache ackern? Da musste Johanna Argus (24) nicht lange überlegen. Die Zusage für den Freiwilligentag in der Metropolregion Rhein-Neckar am Samstag war schnell gegeben. Bei ihrer Hochzeit hatte die junge Frau wegen der Pandemie Abstriche machen müssen. Umso dankbarer war sie für die außergewöhnliche Kulisse beim Fotoshooting in den Dünen.
„Ich habe ein bisschen im Internet gesucht und bin auf die Dünen gestoßen“, erzählt Argus, die nach einer Stunde im Einsatz mit der Schaufel ins Schwitzen geraten ist. Dafür, dass sie diesen wunderbaren Platz nutzen durfte, will sie mit Muskelkraft Danke sagen. Ehemann Marcus (29) ist ebenso dabei wie der gemeinsame Freund Marcel Walaschek (29).
„Die Idee, sich für die Umwelt einzusetzen, ist gut. Oft ist man einfach nur zu faul“, meint Walaschek. Entspannt geht der Ludwigshafener heute ans Werk. Die Gruppendynamik wirkt, und interessante Entdeckungen motivieren. „Was für eine schöne Wurzel“, ruft er und zeigt das beachtliche Stück, von dem er die Düne befreit hat.
Bürgermeister ist begeistert
Gezielt gehen die circa 25 Helfer vor, die dem Aufruf der Gemeinde und der Forstverwaltung gefolgt sind und sich angemeldet haben. Sie stammen nicht alle aus Dudenhofen, sondern auch aus dem Umkreis. Bürgermeister Jürgen Hook (SPD) ist begeistert vom Engagement und davon, dass der Freiwilligentag eine Kampagne für alle Generationen ist. Bestes Beispiel ist die junge Familie Sabine, Fabio, Oskar und Klara Gagliardi.
„Wir sind vor einem Monat zugezogen und wohnen quasi direkt um die Ecke. Wir wollten uns engagieren, und die Aufgabe klang kindgerecht“, berichtet Sabine Gagliardi (37). Schon zweimal hat sie sich mit ihrem Mann am Freiwilligentag eingebracht. Warum? Gagliardi zitiert ihre Oma: „Viele Hände, schnelles Ende.“ Wichtig ist ihr auch, ihren Kindern Umweltschutz in der Praxis beizubringen. „Sie lernen was dabei, und wir alle lernen neue Leute kennen“, unterstreicht Gagliardi.
Mit Bertram (65) und Andreas (42) Siebert sind an anderer Stelle Vater und Sohn zugange. „Das ist ein schönes Stück Natur hier in Dudenhofen“, lobt der Junior die Sanddünen. Um deren Erhalt zu sichern, zeigt er gerne Einsatz. „Mein Vater und ich sind beide gerne draußen.“ Während er in Dudenhofen lebt, wohnt Bertram Siebert in Speyer. Die Sanddünen, die sich bis dorthin erstrecken, kennt er nur zu gut. „Mit den Enkeln bin ich oft dort. Die finden das super“, verrät er lächelnd.
Wurzeln und Moos müssen raus
Der grobe Plan, der beim Freiwilligentag verfolgt wird, lautet: Dünen freistellen. Kiefern und Eichen, die im Ansatz auf der zweiten Düne zu sehen sind, müssen samt Wurzeln raus, bei der ersten müssen Humus und Moos entfernt werden. Im starken Heidekrautbewuchs werden so kleine Oasen geschaffen. „Es soll Trittsteine geben, in denen sich Insekten wie die Blauflügelige Ödlandschrecke, der Ameisenlöwe, die Sandbiene oder die Waldeidechse ansiedeln können“, erklärt Forstwirt Sven Ofer.
Was der Düne entnommen wird, kommt an den Rand in Waldnähe. Vögel wie Zaunkönig oder Rotkehlchen freuten sich über den Unterschlupf, merkt Ofer an. Silbergras werde belassen. Typisch sei der Bewuchs auf purem Sand. „In den Urzustand werden wir die Dünen nicht mehr versetzen können“, weiß er, „aber durch das Freilegen kommen wir dem Ursprungszustand entgegen.“
Auch in Speyer gab es am Samstag ein Projekt: Bei „Helfende Hände für das Gymnasium am Kaiserdom“ wurden Klassenräume gestrichen und grundgereinigt. Die vom Schulelternbeirat ausgeschriebenen 20 Helferplätze waren schnell belegt.