VG Rheinauen / Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Flüchtlingsunterkunft wird leer geräumt

Am nördlichen Ortsrand von Waldsee: die ehemalige Flüchtlingsunterkunft in der Schlichtstraße.
Am nördlichen Ortsrand von Waldsee: die ehemalige Flüchtlingsunterkunft in der Schlichtstraße.

In einem ehemaligen Metzgereigebäude in der Schlichtstraße am Ortsrand von Waldsee wohnten einmal rund 60 Menschen, die meisten Flüchtlinge. Sie sind ausgezogen, das Gebäude muss saniert werden.

Schränke, Sofas, Plastikstühle – es sind zahlreiche Wohngegenstände, die sich auf dem Hof des Gebäudes in der Schlichtstraße stapeln. Die Zufahrt wird durch Absperrungen verwehrt. Das Gebäude gehört dem Rhein-Pfalz-Kreis. Es dient seit 2015 als Unterkunft für Flüchtlinge. Nach Angaben der Kreisverwaltung konnten dort rund 60 Menschen leben. Der Kreis hat das Gebäude der Verbandsgemeinde Rheinauen zur Unterbringung von Flüchtlingen überlassen.

Toni Krüger (Grüne) ist Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Rheinauen und in diesem Amt auch für den Fachbereich Soziales in der Verwaltung verantwortlich. Er teilt auf RHEINPFALZ-Anfrage mit, dass in der Flüchtlingsunterkunft im vergangenen Oktober noch 24 Schutzsuchende untergebracht waren. „Es handelte sich dabei überwiegend um Familien und wenige Einzelpersonen“, sagt er.

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Ein Erfolg und eine Lehre

Seinen Angaben zufolge war die Unterkunft in den vergangenen zwei Jahren durch die erhöhte Anzahl an Schutzsuchenden permanent belegt. Größere Renovierungsarbeiten konnten deshalb nicht durchgeführt werden, berichtet Krüger.

Hier wohnten einmal etwas mehr als 60 Asylbewerber.
Hier wohnten einmal etwas mehr als 60 Asylbewerber.

Wassereinbrüche gaben den Ausschlag

Jetzt wurde das Gebäude jedoch geräumt. Schlussendlich ausschlaggebend dafür seien Wassereinbrüche an mehreren Stellen gewesen, die durch Erdabrutsche an den Lichtschächten im Außenbereich entstanden seien, sagt Krüger. Der Rhein-Pfalz-Kreis – als Eigentümer des Gebäudes – spricht auf RHEINPFALZ-Anfrage ebenfalls den Wassereintritt im Kellergeschoss an und berichtet weiter, dass das Gebäude aufgrund der intensiven Nutzung stark sanierungsbedürftig sei.

Den Flüchtlingen wurden andere Unterkünfte in der Verbandsgemeinde zur Verfügung gestellt. Krüger spricht von einer großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung und einem sehr engagierten Team im Verwaltungsfachbereich Soziales. Dadurch sei es in den vergangenen Monaten gelungen, die Menschen dezentral in Wohnungen in der Verbandsgemeinde zu vermitteln. Krüger präferiert die dezentrale Unterbringung von Schutzsuchenden, weil deren Integration so am besten gelingen könne.

Flüchtlinge in Wohnungen vermittelt

Der Verbandsgemeinde ist es in den vergangenen Monaten zusätzlich gelungen, die Flüchtlinge, die ihr auf Basis der Schlüsselzuweisung vom Kreis zugewiesen wurden, zu einem hohen Anteil ebenfalls dezentral unterzubringen. Die Flüchtlinge leben in der gesamten Verbandsgemeinde, betont Krüger und führt aus: „Es ist uns wichtig, in Abstimmung mit den Ortsgemeinden auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung zu achten.“

Der Erste Beigeordnete erläutert außerdem, dass Asylbewerber, die anerkannt wurden, auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit auch andernorts, zum Beispiel in der Nähe ihres Arbeitsorts, Wohnungen suchten. Der Verbandsgemeinde helfe bei der Unterbringung ebenso, dass die Anzahl der Asylanträge in Deutschland im vergangenen Quartal deutlich zurückgegangen sei, sagt Krüger. Er macht allerdings deutlich, dass es trotzdem eine fortwährende Anstrengung und eine „Fahrt auf Sicht“ sei, den Menschen Schutz zu bieten, was nur gemeinsam und im ständigen Austausch mit den Ortsgemeinden bewältigt werden könne.

Ob und wann das Gebäude in der Schlichtstraße wieder von Asylbewerbern bewohnt werden kann, ist unklar. Laut Kreisverwaltung wurde ein Planer mit einem Sanierungskonzept beauftragt. Sobald dieses mit belastbaren Zahlen vorliege, könnten die politischen Gremien über das weitere Vorgehen entscheiden, heißt es aus dem Kreishaus.

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