Altrip RHEINPFALZ Plus Artikel First Responder: Schneller helfen, bis der Rettungswagen kommt

Ist aus verschiedenen Gründen nicht so schnell in Altrip wie anderswo: der Krankenwagen.
Ist aus verschiedenen Gründen nicht so schnell in Altrip wie anderswo: der Krankenwagen.

Ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, ein Unfall: Bei einem Notfall sind bei der Versorgung die ersten Minuten entscheidend. In Altrip wird daher eine First-Responder-Einheit eingerichtet. Das hat einen ernsten Hintergrund.

Unter First Respondern werden qualifizierte Ersthelfer verstanden, die mit Erste-Hilfe-Maßnahmen die Zeit überbrücken, bis ein Notarzt oder der Rettungsdienst eintrifft. In Altrip dauert das etwas länger als in anderen Orten. Die Verbandsgemeindeverwaltung hat von der beim Rhein-Pfalz-Kreis angesiedelten Rettungsdienstbehörde die Auskunft bekommen, dass die Hilfeleistungsfrist in Altrip im Jahr 2020 in 89,7 Prozent und 2021 in 88,3 Prozent der Alarmierungen eingehalten wurde. In Neuhofen, Otterstadt und Waldsee war der Rettungsdienst in mehr als 90 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten vor Ort.

Altrips Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos) und engagierte Mitstreiter setzen sich daher seit mehreren Jahren für eine First-Responder-Einheit ein. Die CDU Altrip hatte ebenfalls auf die anhaltenden Personalengpässe und damit verbundene Fahrzeugausfälle hingewiesen und verdeutlicht, dass der Rettungswagen in mehreren Fällen länger als 15 Minuten gebraucht habe, bis er in Altrip vor Ort war.

Der Verbandsgemeinderat Rheinauen hat jüngst die dafür notwendige Erlaubnis erteilt und die Weisungsbefugnis an die Ortsgemeinde Altrip übertragen. Die Johanniter Unfallhilfe wird das System einrichten. Laut Mansky gibt es zehn bis 15 qualifizierte Ersthelfer von den Johannitern und sieben bis zehn geschulte Altriper Bürger, die mitmachen. Bevor die First Responder in den Einsatz gehen können, müssen sie noch an das Alarmierungssystem der Integrierten Leitstelle in Ludwigshafen angeschlossen werden. Rheinauens Bürgermeister Patrick Fassott (SPD) betonte, dass die Freiwilligen keinen 24-Stunden-7-Tage-die-Woche-Dienst aufrechterhalten können, aber diese Art der Notfallversorgung in Altrip erforderlich und hilfreich sei.

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