Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwehr-Übung: Zwei schwere Unfälle simuliert

 Verletzte aus Fahrzeugen befreien: eine der Aufgaben der Feuerwehr bei Unfällen. Am Sonntag war die „technische Hilfe“ Teil ein
Verletzte aus Fahrzeugen befreien: eine der Aufgaben der Feuerwehr bei Unfällen. Am Sonntag war die »technische Hilfe« Teil einer Übung auf der L524 zwischen Schifferstadt und Mutterstadt.

Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten ist am Sonntag zu zwei Unfällen auf der Landesstraße 524 zwischen Schifferstadt und Mutterstadt ausgerückt. Zum Glück war es nur eine Übung.

Ein schreckliches Bild bietet sich den Feuerwehrmännern und -frauen aus Schifferstadt am Sonntag gegen 10 Uhr auf halber Strecke nach Mutterstadt. Drei Fahrzeuge sind ineinandergefahren, ein Auto liegt auf dem Dach und eines ist zwischen den anderen beiden eingeklemmt. Trümmerteile liegen verstreut auf der Fahrbahn der L 524. Obendrein sind ungefähr 100 Meter entfernt, am Stauende, kurz nach dem ersten Unfall drei weitere Fahrzeuge miteinander kollidiert.

„Hallo, können Sie mich hören?“ Gerade an den Unfallwagen angekommene Wehrleute sprechen Insassen an, um sich einen Eindruck von der Schwere der Verletzungen zu verschaffen. Aus dem auf dem Dach liegenden, silbernen Auto kommt keine Antwort. Der schwerverletzte Fahrer ist eingeklemmt und wird von einer Attrappe, auch Dummy genannt, verkörpert. Schon beginnen die Retter mit der Stabilisierung des Fahrzeugs durch eine hydraulische Stütze, bevor sie an die Befreiung des Schwerverletzten aus dem Auto gehen.

Drei Monate geplant

Matthias Müller hat sich das Unfallszenario, das auf der Bundesstraße 9 passiert, ausgedacht. „Die Planung hat ungefähr drei Monate gedauert“, sagt der Leiter der Facheinheit Information und Kommunikation bei der Feuerwehr Schifferstadt. Er ist dankbar dafür, dass der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer und die Baufirma die Großübung auf der L 524 ermöglicht haben. Denn die Landesstraße ist wegen der Sanierung der Fahrbahn noch bis voraussichtlich Mitte Dezember gesperrt. „Und auf der B9 kann man eine solche Übung nicht machen“, fügt Müller hinzu.

Weil die zuerst ausgerückten Wehrleute nicht ausreichen, um die Unfalllage zu bewältigen, werden Kollegen zur Verstärkung angefordert. Neben Schifferstadtern treffen am Unglücksort auch Feuerwehrangehörige der Verbandsgemeinde (VG) Rheinauen ein. Außerdem wird die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Sanitätsdienst des Rhein-Pfalz-Kreises angefordert: Zwei Rettungswagen mit Sanitätern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fahren gegen 10.20 Uhr an der Einsatzstelle vor.

Schere, Spreizer und Zylinder kommen zum Einsatz

Am silbernen Unfallwagen mit der schwerverletzten Person sind die Schifferstadter Wehrleute inzwischen dabei, den Eingeklemmten mittels hydraulischer Scheren, Spreizer und Zylinder zu befreien. „Wir haben zwei hydraulische Rettungssätze in unserer Ausrüstung. Dazu zählen jeweils eine Schere, ein Spreizer und drei Zylinder“, sagt Jörg Strubel. Der Leiter der Schifferstadter Feuerwehr ist mit den Nachrückern zum Unfallort geeilt und verschafft sich einen Überblick über die Lage. Mit der Einsatzleitung hat er seinen Stellvertreter Markus Lehmann betraut, als solcher an der gelben Weste zu erkennen. Am Einsatzleitwagen bespricht Lehmann die Lage und das weitere Vorgehen mit den Abschnittsleitern, sie tragen eine weiße oder eine silberne Weste, und den Vertretern der SEG Sanitätsdienst.

Ziele der Übung sind, die technische Rettung von Verletzten unter schwierigen Bedingungen, die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen sowie die Kommunikation zwischen den Einsatzleitwagen und den Feuerwachen zu trainieren, teilt Matthias Müller mit. Der Planer hat es außerdem übernommen, bei der Übung Medienvertreter zu betreuen – in Vertretung des erkrankten Pressesprechers Jan Slotman. „Wir wollen durch die Presse die Öffentlichkeit besser über unsere Arbeit informieren“, erklärt Müller.

Jugendwehr „spielte“ die Verletzten

35 Einsatzkräfte der Feuerwehr Schifferstadt, 20 der Feuerwehr VG Rheinauen, ein halbes Dutzend Angehörige der SEG Sanitätsdienst sowie Mitglieder des Drohnenteams der Feuerwehr Altleiningen (Landkreis Bad Dürkheim) haben die Großübung bestritten. Mitglieder der Schifferstadter Jugendfeuerwehr stellten Verletzte dar. Die Drohnenaufnahmen dienen übrigens der Dokumentation der Übung.

Jörg Strubel ist „sehr zufrieden“ mit dem Verlauf des Ernstfalltrainings. „Die technische Rettung aus Fahrzeugen hat gut geklappt“, sagt er. Die Kollegen der VG Rheinauen haben dazu außer Manpower zwei weitere hydraulische Rettungssätze beigesteuert. Der Austausch zwischen den einzelnen Verbänden habe ebenfalls gut funktioniert. Verbesserungspotenzial sieht der Wehrleiter bei der Kommunikation der Einsatzleitwagen mit den Feuerwachen.

Beengte Verhältnisse: Die Wehrleute bahnen sich ihren Weg zu einer eingeklemmten Person.
Beengte Verhältnisse: Die Wehrleute bahnen sich ihren Weg zu einer eingeklemmten Person.
Gerettet: Eine Verletzte, dargestellt von einer Angehörigen der Jugendfeuerwehr Schifferstadt, wird von Wehrleuten zu einem Rett
Gerettet: Eine Verletzte, dargestellt von einer Angehörigen der Jugendfeuerwehr Schifferstadt, wird von Wehrleuten zu einem Rettungswagen der Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst getragen.
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