Waldsee Feuertaufe für Närrische Reblais mit neuem Trainer beim KV Uno

Kämpferisch und gut gelaunt: Die Narrischen Reblais bei der Sitzung am Samstagabend.
Kämpferisch und gut gelaunt: Die Narrischen Reblais bei der Sitzung am Samstagabend.

Der schlimmste Moment war für Jörg Schaack kurz vor der Generalprobe des KV Uno Waldsee. Zum ersten Mal standen seine Närrischen Reblais da auf der Bühne in der Kulturhalle. Schaacks Feuertaufe als Trainer stand an. Beim letzten Durchgang vorm großen Auftritt hatte nichts geklappt. Nach der ersten Sitzung folgte das Aufatmen.

Per Zufall war Schaack zu seinem neuen Trainerposten gekommen. „Ich habe aufgehört, bei der Gruppe X-treme zu tanzen und wurde gefragt, ob ich die Reblais trainieren möchte“, berichtet der 49-Jährige der RHEINPFALZ am zweiten Sitzungsabend am Samstag. Ein echter Fasnachter scheut Herausforderungen nicht und Schaack legte los.

Mehrere Ideen hatte er im Kopf, die Gladiatorinnen sind’s geworden. Kostüme wurden besorgt und aufgepeppt. Glitzer und Glamour müssen für eine passende Bühnenshow einfach sein. Das goldglänzende „NR“ als Abkürzung für die Närrischen Reblais auf den satt türkisfarbenen Umhängen der kämpferischen Damen wirkte. Selbst wenn die Welt von „Girls“ regiert wird, wie dem Publikum durch Beyoncé aus den Lautsprechern und optisch durch die Reblais auf der Bühne klar gemacht wurde, war Schaack für die Gladiatorinnen angesichts seiner Trainerleistung der Held. Schaack, seit Kurzem neuer Träger des Goldenen Löwen nach 22 aktiven Jahren, war am zweiten Auftrittsabend deutlich entspannter. Und er betonte: „Ich bin megastolz auf meine Mädels.“

In die Berge und nach Malle

Das gleiche konnten seine Trainerkollegen über ihre Gruppen auch sagen und es war gerechtfertigt. Grandios wie eh und je: X-treme. Die mystischen Waldfeen überzeugten mit einer mitreißenden Choreografie, Tanzlust und Dynamik. Jung, energisch und elegant brachte die Uno-Garde ihren Marsch auf die Bretter. Den Großen – ob Gardistinnen oder Reblais – eifern die Jüngsten schon nach. Kinder- und Jugendgarde in schicken Uniformen zeigten Leistung, und 20 putzige Schneeflöckchen der Purzelgarde eroberten die Herzen der feierfreudigen Gesellschaft im Saal im Sturm. Mit dem Motto ihres Schautanzes griffen sie eine Leidenschaft von Prinzessin Eva I. auf: das Skifahren.

Die Lieblichkeit durfte sich ohnehin an einer großartigen Kulisse freuen. Das Bühnenbau- und Dekoteam hatte sich wahrlich ins Zeug gelegt und eine beachtliche Bergwelt erschaffen. In die passten die Schneehaserl der Tanzgruppe „Dappdrei“ perfekt. Einen Abstecher in wärmere Gefilde gönnte sich das Männerballett, Zielrichtung Mallorca – die Uno-Hütte brannte.

Närrisch waren nicht nur die Reblais, sondern auch die Büttenredner des Abends. Die Parallele von Apollonia Puhlschöpfer (Frank Barchet) und Jörg Schaack: Beide feierten Premiere in ihren Rollen bei der Uno. Barchet war der Neuzugang aus Neuhofen und verpackte alte Gags in neue Zusammenhänge. Die Weingeister Anne Rennholz und Olli Hauck schenkten reinen Fasnachtswein ein, Fred Rennholz nutzte die vegane Ernährung als Basis für karnevalistischen Humor. Alina Knittel und Emmi Knörr waren während der Pandemie aus dem Teenie-Alter rausgewachsen und standen nun als Dubbegretle in der Bütt. Erste Sahne: Tim Knörr mit seiner Abhandlung über begleitetes Fahren und die Panik des Beifahrers, Papa Volker. Die Tremmel-Family setzte schließlich der Narretei die Krone auf mit einer grandiosen Musikschau.

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