Rhein-Pfalz Kreis
Feuerberg-Kreuzung: Großer Kreisel soll Sicherheit bringen
Die Kreuzung auf dem Feuerberg, an dem die Straßen aus Birkenheide, Ellerstadt, Erpolzheim und Bad Dürkheim aufeinander treffen, bekommt einen Kreisel und wird entschärft. Das ist die gute Nachricht, die der Landesbetrieb Mobilität verkündet hat. Die schlechte aus Sicht der Gemeinden: Mit Baubeginn ist frühestens im Jahr 2021 zu rechnen.
Wer häufig die Feuerberg-Kreuzung passiert, denkt sich meistens: Puh, hier kann es gefährlich werden. Und das wird es auch. 2018 kam es zu sieben Unfällen. Ein Kreisel soll nun mehr Sicherheit bringen. Vorbild dafür ist der in Kreisel zwischen Birkenheide und Maxdorf, der einen Durchmesser von 40 Metern hat. So sei gewährleistet, dass ihn alle Fahrzeugarten gut befahren könnten, teilt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) mit. Die Schwierigkeit dabei sei, allerdings dass mehrere private Grundstücksflächen betroffen sind.
Der LBM sowie die anwesenden Kommunalvertreter hätten sich in einer Besprechung mehrheitlich für diese Variante ausgesprochen, sagt LBM-Chef Martin Schafft. Als nächsten Schritt wird der Landesbetrieb die betroffenen Grundstückseigentümer schriftlich informieren und ein Kaufangebot unterbreiten. Das Kreisel-Projekt ist jedoch nicht im aktuellen Bauprogramm 2019/2020 des Landes enthalten. Daher könne ein Baubeginn frühestens im Jahr 2021 erfolgen, heißt es vom LBM.
LBM denkt erst nach vielen Jahren um
Ende August hatte der LBM Speyer den Vertretern der vom Kreisel tangierten Verbandsgemeinde Wachenheim, der Ortsgemeinden Ellerstadt, Birkenheide und der Stadt Bad Dürkheim den aktuellen Sachstand zur Kreuzung der Landesstraßen 426 und 427 am Feuerberg vorgestellt. Insbesondere von Ellerstadter Seite war seit Längerem eine Entschärfung der dortigen Kreuzung durch einen Kreisel gefordert worden, erstmals 2011. Zunächst gelang es nicht wirklich, die anderen Gemeinden mit ins Boot zu holen, um das Vorhaben zu unterstützen. Und auch der LBM sah in der Kreuzung viele Jahre lang keine besondere Gefahrenstelle und lehnte einen Kreisel ab. In jüngerer Vergangenheit verlieh aber auch die Verbandsgemeinde Maxdorf der Kreisel-Forderung Nachdruck, etwa mit einer Unterschriftenliste. „Hunderte Menschen haben unterschrieben“, sagte Birkenheides ehemaliger Ortsbürgermeister Siegmund Hein (SPD).
Nachdem die Kreuzung im vergangenen Jahr nach der Auswertung der polizeilich erfassten Unfälle als „aktive Unfallhäufungsstelle“ eingestuft wurde, habe der LBM Mitte 2018 einen Planungsauftrag für Vermessung und Umplanung des Kreuzungsbereiches an ein Ingenieurbüro erteilt, teilte Schafft mit. Dieses Planungsbüro hatte drei Varianten für die Feuerberg-Kreuzung vorgestellt.
Kleinerer Kreisel hätte Probleme bedeutet
Die beiden abgelehnten Varianten zum Vergleich: Ein sogenannter Kreuzungsversatz. Dabei würde die L 526 von Ellerstadt kommend um etwa 120 Meter Richtung Bad Dürkheim verlegt und als Einmündung auf die L 527 stoßen. Das konfliktträchtige Kreuzen der vorfahrtsberechtigten Mannheimer Straße von Ellerstadt nach Erpolzheim und umgekehrt entfiele. Ein Nachteil in den Augen des LBM war ein großer Verbrauch von Weinbergsflächen. Außerdem wäre ein Eingriff in das Vogelschutzgebiet Haardtrand erforderlich gewesen.
Keine Chance hatte ein kleinerer Kreisel mit einem Außendurchmesser von 35 Metern. Vorteil wäre der geringere Eingriff in Privatgrundstücke. Der Nachteil: Wegen des geringen Durchmessers hätten große Fahrzeuge wie Sattelzüge und landwirtschaftliche Fahrzeuge Probleme bekommen, den Kreisel zu befahren.