Rhein-Pfalz Kreis Feierliche Erinnerung an Gelübde

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Rödersheim-Gronau. Traditionsgemäß wird am 20. Januar in Rödersheim das Sebastianusfest als Gelübdefest feierlich begangen. Seit einem Jahr ist dieses Hochfest zugleich Patronatsfest der neuen Großpfarrei Heiliger Sebastian Dannstadt. Sie besteht aus den Gemeinden St. Michael/St.Cäcilia Dannstadt-Schauernheim, St. Peter Hochdorf, St. Leo Rödersheim-Gronau und St. Medardus Mutterstadt.

Pfarrer Michael Hergl freute sich daher gestern Morgen besonders, dass er in der voll besetzten Rödersheimer Kirche auch viele Gemeindemitglieder aus den anderen Gemeinden der Großpfarrei begrüßen konnte. Seit diesem Jahr ist das Sebastianusfest zudem eingebettet in die „Woche des Großen Gebets“ und gleichzeitig deren Höhepunkt. Das Fest wird nun nicht mehr in jeder Gemeinde an einem Tag im Jahr begangen, sondern innerhalb einer Woche jeweils an einem Abend in einer der fünf Gemeinden der Pfarrei. In Rödersheim ist dieser Tag seit alters her ein Höhepunkt im kirchlichen Festkreis, ist es doch in diesem Jahr schon das 369. Gelübdefest. Es geht auf ein Gelübde zurück, das die nach den Schrecken und Hungersnöten des Dreißigjährigen Krieges verbliebenen 69 Einwohner von Rödersheim 1648 dem Heiligen Sebastian gaben. Sie schworen dem Schutzpatron der Pestkranken: „Wenn wir am Leben bleiben dürfen, geloben und versprechen wir, dein Fest am 20. Januar als Feiertag, Ruhetag, Fast- und Abstinenztag, als Gebets- und Opfertag feierlich zu begehen“. Dementsprechend festlich begangen wurde das Hochamt am gestrigen Vormittag, dem der Kirchenchor St. Leo unter der Leitung von Rudolf Scholl einen feierlichen musikalischen Rahmen verlieh. Gefeiert wurde die Messe in Konzelebration von Pfarrer Michael Hergl mit Domkapitular Josef Szuba, vier Pfarrern und einem Diakon. Die Festpredigt hielt Domkapitular Josef Szuba, der in seiner Predigt das Bild des Lamms in den Mittelpunkt rückte, das sich schutzlos preisgibt, und von diesem den Bogen zu den Märtyrern wie dem Heiligen Sebastian schlug, deren Leiden in ihrer Zeit nicht als Abschreckung, sondern als Samen für neue Christen gewirkt habe. Auch heute noch würden viele Christen in der Welt verfolgt und der „Terror religiöser Fanatisten ist eine grausame Benutzung der Religion und das Gegenteil des Christentums“. Beeindruckt zeigte sich Szuba über den großen Zuspruch, den der Gottesdienst an einem Werktag habe. Den anschließenden traditionellen Opfergang führte, dem Gelübde entsprechend, Ortsbürgermeister Karl Arnold (parteilos) an. Der Erlös ist in diesem Jahr für die Sanierung der Kirchenorgel bestimmt. Nach Feier der Eucharistie wurde gemeinsam noch ein neues Pfarreigebet Heiliger Sebastian Dannstadt gesprochen, das, formuliert von einem Team, „identitätsstiftendes, verbindendes Gebet unserer Pfarrei“ werden solle, wie sich Pfarrer Michael Hergl wünscht. |acl

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