VG Römerberg-Dudenhofen
FDP-Bürgermeisterkandidat äußert Lob und Tadel für Verwaltung
Die durch häufige Benutzung abgegriffene und unkenntlich gewordene Worthülse „bürgernah“ ersetzte er in seiner Bewerbungsrede durch „kundenorientiert“. In den vergangenen zwei Jahren, so Rabe, habe die Verwaltung wie nie zuvor im Fokus der Bürger – beziehungsweise Kunden – gestanden. Und das leider nicht im positiven Sinne, eher sei das Gegenteil der Fall gewesen. Wobei, schränkte er ein, sich die Verwaltung an die Gesetze hielt und wann immer möglich die Mitarbeiter ins Homeoffice schickte. Alle hätten sich dennoch zuverlässig bemüht, Service und Apparat irgendwie aufrecht zu erhalten. Dafür sein Kompliment: „Das haben sie gut gemeistert.“
Nur sei das Engagement der im Rathaus Beschäftigten draußen nicht angekommen. Die Bürger hätten lediglich gesehen, was nicht funktionierte. Zum Beispiel bei den Dienstleistungen. Rabes Erklärung des Zwiespalts von einer- und andererseits: „Die Verwaltung hat überhaupt keinen Draht zu ihren Kunden.“ Nach seiner Wahl zum Verbandsbeigeordneten 2019 habe er sich die Einrichtung eines Social-Media-Kanals zum Ziel gesetzt. Um die Bürger dort, wo sie zu finden sind – auf Instagram, Facebook, Youtube, Twitter – abzuholen. Wobei er an der Verwaltungsspitze „gegen eine ziemlich harte Wand“ gelaufen sei. Rabe: „Wenn der Wind der Veränderung weht, ziehen manche Mauern hoch. Ich möchte Windmühlen bauen.“
Moderner werden
Die Dienste und die Prozesse möchte er derart gestalten, dass Bürger und Gewerbetreibende sie gerne nutzen. Rabes Modell: „Schmerzpunkte“ identifizieren, sich grundlegend Gedanken machen, was sich an den Abläufen sowohl beim Verwaltungsmitarbeiter wie beim Kunden ändern muss. Analog zu privatwirtschaftlichen Prinzipien will Rabe die Kommunalverwaltung konkurrenzfähig aufstellen und „zu einem der modernsten Arbeitgeber im Rhein-Pfalz-Kreis transformieren“.
Die vier Ortsgemeinden Römerberg, Dudenhofen, Harthausen, Hanhofen mit eigener Historie, Identität bildeten unter dem Dach Verbandsgemeinde eine kommunale Familie. Sein Idealbild dieser Familie: „Sie steht füreinander ein, bietet Geborgenheit, hält zusammen, geht auf die Bedürfnisse des Einzelnen ein, schafft Vertrauen, ist transparent, verbindet, macht glücklich, schafft gemeinsame Werte und Ziele.“
Justus Rabe ist 37 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. In Bayern aufgewachsen, wohnt er seit 2014 in Römerberg. Er ist staatlich anerkannter Techniker für Gartenbau und arbeitet als Laborassistent im BASF-Agrarzentrum Limburgerhof. Rabe ist dritter Beigeordneter der Verbandsgemeinde und Beisitzer des FDP-Ortsverbands Römerberg-Dudenhofen. Er engagiert sich als Vorsitzender im Kreis- und als Beisitzer im Landeselternausschuss sowie im Förderverein Kita St. Marien.