VG Lambsheim-Hessheim
Fabian Andres ist erster hauptamtlicher Gerätewart für die Freiwillige Feuerwehr
Gute Kameradschaft und faszinierende Geräte: Das mag Fabian Andres an der Feuerwehr, erzählt er beim Besuch im Lambsheimer Gerätehaus. Dort hat alles angefangen. „Mit zehn bin ich zur Jugendfeuerwehr gegangen, mit 16 dann zu den Aktiven gewechselt“, sagt der heute 24-Jährige. „Hier weiß ich, wo alles steht. Die Feuerwehr war bisher mein größtes Hobby.“ Jede Ecke, jede Schublade und jeden Schrank kennt Andres genau. Und das muss er auch.
Bei fünf Wehren viel zu tun
Die Stelle des hauptamtlichen Gerätewarts gab es vor Andres’ Dienstantritt in der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim nicht. Gegen 18 Mitbewerber hat er sich durchgesetzt. Andere Kommunen im Umkreis haben schon so einen Hauptamtlichen – neben den vielen Ehrenamtlichen, die sich sowieso schon leidenschaftlich um die Ausrüstung und die Fahrzeuge der Wehren kümmern. So einer war Andres bisher auch. Seinen Job als Servicetechniker bei einer Frankenthaler Firma hat er jetzt aber an den Nagel gehängt. Künftig wird er mehr Zeit bei den Wehren Lambsheim, Beindersheim, Heßheim, Heuchelheim sowie Groß-/Kleinniedesheim verbringen.
Auf den jungen Mann wartet viel Papierkram: Zylinder, Airbag-Sicherungen, hydraulische Rettungssätze, Hämmer, Sägen, Blinklichter und das, was sonst noch in den insgesamt 21 Einsatzfahrzeugen und den Gerätehäusern steckt, muss er regelmäßig prüfen, dokumentieren und gegebenenfalls auch reparieren oder austauschen. „Das habe ich bisher nur in Lambsheim gemacht“, sagt Andres, „bei fünf Wehren in der gesamten VG ist da viel zu tun.“ Alleine muss Andres das aber nicht stemmen. Als hauptamtlicher Gerätewart laufen bei ihm zwar alle Fäden zusammen. Manche Aufgaben kann er aber auch an die Ehrenamtlichen abgeben, teils auch Prüfungen extern vergeben. „In manchen Fällen wäre der Aufwand einfach zu groß, um das selbst zu machen“, sagt Andres. Etwa, wenn er das passende Prüfgerät gar nicht habe.
Da könne er sich auch mit den anderen hauptamtlichen Gerätewarten aus dem Umkreis vernetzen. „Banal, aber bahnbrechend“, nennt Wehrleiter Thiemo Seibert, neben VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) der Vorgesetzte von Andres, das Netzwerk, das vor rund einem Jahr gegründet wurde. Darüber könnten sich die Gerätewarte aus beispielsweise der VG Rheinauen, aus Schifferstadt, Maxdorf oder Bobenheim-Roxheim austauschen und auch mal aushelfen.
Verantwortung für Kollegen
Obwohl Andres eine einwöchige Zusatzausbildung zum Gerätewart bei der Landesfeuerwehrschule in Koblenz gemacht hat, darf er nicht überall Hand anlegen. „Materialien aus dem Bereich Atemschutz darf ich zum Beispiel nicht prüfen“, erklärt der 24-Jährige. Dafür brauche man eine besondere Qualifikation. In Sachen Weiterbildung soll aber auch für Andres noch nicht Schluss sein. Einen oder zwei Lehrgänge soll er laut Wehrleiter Seibert künftig pro Jahr besuchen.
Der neue Job bedeutet für Andres mehr Verantwortung. „Ich muss die Jungs mit einem guten Gewissen in den Einsatz fahren lassen“, sagt er. Alles, was die Feuerwehrhäuser verlasse, müsse für gut befunden werden. In einem Schlauch beispielsweise herrsche ein Druck von 600, teils 700 Bar. Wenn der nicht dicht sei, könne ein Kollege ernsthaft verletzt werden. „Das würde dann mit mir heimgehen.“
In der nächsten Zeit wird Andres vermutlich viel Zeit bei den fünf Wehren der VG verbringen. Eine erste große Aufgabe hat er schon: Jedes Werkzeug und jedes Hilfsmittel muss ordentlich dokumentiert werden – Inventur, sozusagen. „Da muss ich mir noch einprägen, wo alles genau liegt.“