Bobenheim-Roxheim
Für wen sich eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach lohnt
Tobias Meyer ist als Sachgebietsleiter für Energiedienstleistungen und Klimatechnologie zuständig. Für die Fotovoltaikanlagen, die auf den Dächern der Rhein- und Pestalozzischule in Bobenheim-Roxheim geplant sind, will die Gemeinde die Stadtwerke Frankenthal als Vertragspartner ins Boot holen. Das Servicepaket des Energieversorgers soll aber auch privaten Hauseigentümern offenstehen – und könnte durchaus interessant sein.
Welche technischen Voraussetzungen müssen für eine Solaranlage erfüllt sein?
Wichtig ist die Tragfähigkeit des Schrägdaches, die sich in der Regel aus den statischen Unterlagen ergibt. Die Flächen sollten nach Möglichkeit unverschattet sein, weshalb eine Ausrichtung nach Süden zu empfehlen ist. Aber auch mit Ost-West-Anlagen lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Eine Baugenehmigung ist bei Wohngebäuden nicht erforderlich, allerdings sollte die Versicherung wegen einer Erweiterung des Haftungsumfangs informiert werden.
Wie sieht der Ablauf ganz konkret aus?
Zunächst wird ein Ortstermin vereinbart, bei dem die Stadtwerke und ihre Handwerkspartner in Erfahrung bringen, wo das Gerüst gestellt werden kann, wie die Kabel vom Dach zum Stromanschluss geführt werden können und ob die Elektroleitung ertüchtigt werden muss. Auch der Stromverbrauch wird abgefragt. Dabei ist von Bedeutung, wann die meiste Energie benötigt wird, weil davon in der Regel der Einbau eines Speichers abhängt.
Wie stark sollte die Anlage ausgelegt sein?
Je nach Stromverbrauch und Größe des Daches sollten die Module eine Leistung zwischen drei und sechs kWp (Kilowatt in peak) bringen. Die Anlage stärker als erforderlich auszulegen, empfiehlt sich aus Kostengründen nicht. Bei sechs kWp kann in unserer Region von einer durchschnittlichen Stromerzeugung von 6000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr ausgegangen werden.
Welche Leistungen sind in dem Contracting-Programm der Stadtwerke Frankenthal enthalten?
Beim Abschluss eines Vertrages, der eine Laufzeit von 20 Jahren hat, kümmern sich die Stadtwerke um Planung, Lieferung und Montage der Fotovoltaikanlage. Außerdem werden alle technischen Wartungen und Instandhaltungen durchgeführt. Der nicht selbst benötigte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. Der Kunde zahlt lediglich die festgelegte monatliche Rate. Weitere Kosten fallen nicht an.
Wie lange dauert die Installation?
Normalerweise müssen drei Arbeitstage veranschlagt werden. Auf der Dachhaut wird unter den Ziegeln ein Schienensystem aufgebracht, auf dem die Module befestigt werden. Anschließend erfolgt der elektrische Anschluss sowie die Montage von Speicher und Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt und ins Hausnetz einspeist.
Mit welchen Kosten muss gerechnet werden?
Beim Kauf einer Anlage mit einer Leistung von sechs kWp belaufen sich die Kosten auf etwa 13.000 Euro. Wird zusätzlich ein Speicher eingebaut, kommt man auf eine Gesamtinvestitionssumme von bis zu 22.000 Euro. Beim Dienstleistungspaket der Stadtwerke zahlt der Kunde monatlich 100 bis 130 Euro (ohne Speicher) und zwischen 160 und 220 Euro (mit Speicher). Eine neue Anlage käuflich zu erwerben, ist nur in Ausnahmefällen möglich.
Wie hoch ist die Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom?
Geht man bei einer Anlage mit sechs kWp von einem jährlichen Eigenverbrauch von 3500 kWh aus – das entspricht dem Durchschnittsverbrauch eines Zwei-Personen-Haushaltes – so fließen 2500 kWh ins öffentliche Stromnetz, wodurch bei dem aktuellen Satz von 7,14 Cent pro Kilowattstunde eine Vergütung von 178,50 Euro im Jahr erlöst wird. Außerdem werden beim derzeitigen Strommix etwa 1,4 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart.
Muss die Anlage gewartet werden?
Eine Fehlerüberwachung erfolgt über den Wechselrichter. Durch Sichtprüfung wird festgestellt, ob Kabel spröde oder beispielsweise durch Marderbiss beschädigt wurden. Die Wartungsintervalle liegen in der Regel zwischen drei und vier Jahren.
Noch Fragen?
Weitere Auskünfte zum Fotovoltaik-Contracting erteilt die Energieberatung der Stadtwerke Frankenthal unter Telefon 06233 602300.