Mutterstadt
Für faire Preise: Landwirt macht bei Blockade von Aldi-Zentrallager mit
Die Milchpreise befinden sich schon seit Jahren auf einem niedrigen Niveau. Durch die Corona-Pandemie sind die Preise, die Milchbauern für ihre Produkte bekommen, nach Angaben der Bauerninitiative „Land schafft Bewegung“ um bis zu 34 Prozent eingebrochen. In dieser Situation hat Aldi nun beschlossen, ihnen künftig je Liter Milch fünf Cent weniger zu bezahlen als bisher.
„Zudem hat das Unternehmen intern umstrukturiert und teils Regionallabels gestrichen“, sagt Hartmut Magin. Damit mache der Konzern die Herkunft landwirtschaftlicher Produkte für den Verbraucher undurchsichtiger und diese austauschbarer. Das begünstige andere Lieferwege, was wiederum bei Preisverhandlungen als Druckmittel gegen die Bauern eingesetzt werden könne. Vor diesem Hintergrund habe die „Land schafft Bewegung“ zur kurzfristigen Blockade der Zentrallager aufgerufen. Diese sei zunächst nur als Warnschuss zu verstehen.
Als solidarischer Partner dabei
In der Pfalz spiele die Milcherzeugung zwar keine große Rolle, da hier vornehmlich Gemüse angebaut wird. „Aber wir sind dieses Mal als solidarischer Partner mitgefahren“, erklärt Magin. Nach seinen Angaben beteiligten sich 50 Kollegen mit 30 Traktoren aus der gesamten Pfalz und Rheinhessen an der Protestaktion in Grünstadt am Sonntagabend. „Zumal wir den täglichen Preiskampf mit den Lebensmittel-Einzelhandelsketten auch von unserer eigenen Produktion von Obst, Gemüse und Kartoffeln kennen“, führt der Mutterstadter weiter aus. Seine Kritik und die vieler anderer Landwirte aus dem Gemüsegarten Deutschlands: „Regionale Unterschiede werden gern für die Werbung genutzt, jedoch in der notwendigen Wertschöpfung für die kleinstrukturierte Pfalz nicht zugestanden.“
Positiv fand Magin die Reaktion der Verantwortlichen vor Ort. „Der stellvertretende Standortleiter von Aldi kam zum Gespräch auf den Hof. Er ließ die Demonstration zu und stand uns im Rahmen seiner Möglichkeiten Rede und Antwort. Die Polizei ließ die friedliche Aktion dann auch ohne Weiteres stattfinden. Wir gingen alle sehr offen miteinander um“, beschreibt er seine Eindrücke von dem spätabendlichen Geschehen.