Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Für Ältere im Ort bleiben kaum Wünsche offen

Beliebte Veranstaltung: Seniorennachmittag in Waldsee.
Beliebte Veranstaltung: Seniorennachmittag in Waldsee.

Waldsee ist auch für Ältere lebenswert, finden die Besucher des Seniorennachmittags in der Kulturhalle. Neben der „KV Uno Purzelgarde“ sorgte die Band „Stimmalarm“ am Sonntag für unterhaltsame Stunden.

„Wer Angst hat vorm Sterben, fängt nie zu leben an“ – die Mahnung aus dem Lied „The Rose“, das die Frauenband „Stimmalarm“ in Waldsee zum Besten gibt, braucht es eigentlich gar nicht. Denn gelebt wird in Waldsee, auch und gerade im Alter. Der Seniorennachmittag zum Beispiel kommt sehr gut an. „Jährlich kommen 170 bis 190 Menschen, und auch heute ist der Saal fast voll“, freut sich der Erste Beigeordnete Steffen Sternberger-Hahn (SPD). „Die Senioren sind zufrieden mit dem, was Waldsee bietet“, hat er beobachtet und nennt Beispiele: Bürgerfrühstück, Bürgerbus, Gemeindeschwester plus als neues Angebot, die Ehrung der zehn ältesten Damen bei der Kerwe und der zehn ältesten Herren beim Fischerfest – eigens abgeholt durch die Feuerwehr – und der „sehr aktive“ Seniorenbeirat, auf dessen Anliegen die Politik eingehe.

Bleiben da noch Wünsche offen? Laut dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats Klaus Günter Hört eher nicht. „Bei uns in Waldsee gibt es einen großen Vorteil: Wir haben ein sehr dichtes Netzwerk von Verwandten und Nachbarn“, sagt er. Das Bürgerfrühstück habe sich im Laufe der Zeit zu einem Seniorenfrühstück gemausert – „trotzdem sind immer noch alle Bürger und Bürgerinnen willkommen“, versichert Hört. Bei den Treffen gibt es immer wieder nützliche Informationen für Senioren – etwa wenn die Polizei über Sicherheit im Alter referiert, Pflegedienste Tipps geben oder präventive Maßnahmen gegen Unfälle zu Hause vorgestellt werden.

Infrastruktur gelobt

Die vielen Vereine im Ort hebt Franz Reiland (77) als Pluspunkt in Waldsee hervor. Für ihn und seine Frau sei es im Ort wunderbar, es werde viel für Senioren gemacht. „Wir sind noch mobil. Aber wie es bei den Älteren ist, weiß ich nicht“, berichtet er. Wünsche? „Wünschen darf man immer. Eventuell eine neue Bäckerei“, sagt Reiland. Auch Roswitha Otte (82) findet: „Es gibt eigentlich sehr viele Aktivitäten für Senioren.“ Die Infrastruktur sei gut in Waldsee. Das sehen auch Ursula Friedrich-Streitwieser (82) und ihr Mann Heinz Streitwieser (80) so. „Alle Geschäfte sind hier und viele Ärzte. Es ist alles da. Wenn wir Hilfe brauchen, hilft uns unsere Nachbarin.“

Franz Reiland merkt noch an, dass „Stimmalarm“ ihn sehr berührt habe. Kein Wunder, denn die Frauenband hat sich Songs ausgesucht, die unter die Haut gehen, aber auch gute Laune verbreiten. Die Sängerinnen bieten dem Publikum ein breites Repertoire von Schlager, Rock und Pop bis Klassik. „Wir sind gefragt worden, ob wir nicht auch auf Deutsch singen können“, erzählen die Damen. „Aber wie hören sich englische Songs auf Deutsch an?“ Natürlich kommen dann ein paar Kostproben, vor allem aus dem Rock ’n’ Roll, die das Publikum zum Lachen bringen.

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