Otterstadt / Waldsee
Förderung von Feuerwehr-Fahrzeugen: „Das Bittstellen hat ein Ende, aber ...“
340 Jahre – diese Zahl kommt heraus, wenn alle Jahre der Kameraden zusammengezählt werden, die am Freitagabend im Remigiushaus in Otterstadt für ihr Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet wurden. Otterstadts Wehrführer Christian Tremmel sagte angesichts deren Einsatzes: „Feuerwehr ist mehr als ein Ehrenamt. Es ist eine Berufung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, wenn andere Hilfe brauchen.“ Seinen Angaben zufolge passierte das im vergangenen Jahr vor allem zwischen 16 und 22 Uhr. 50 Prozent der Einsätze fallen in diesen Zeitraum. In 44 Prozent der Fälle ging der Melder tagsüber zwischen 6 und 16 Uhr. Der Rest der Einsätze war nachts.
Die Otterstadter Wehr wurde 123 Mal alarmiert, die Waldseer Wehr 105 Mal. Die meisten Alarmierungen wurden durch ausgelöste Brandmeldeanlagen verursacht. Laut Tremmel mussten die Wehrleute deshalb 46 Mal ausrücken. Die Anlagen befinden sich nicht in Otterstadt, sondern in anderen Orten der Verbandsgemeinde – zum Beispiel in Seniorenheimen, Hotels, Firmen und Sammelunterkünften. Angesichts des Alarmstichworts rücken mehrere Wehreinheiten aus.
Wehrführer Christian Tremmel zählte mit dem Brand im Bauhof in Neuhofen, dem Gasaustritt in Otterstadt, einem Fahrzeug-Brand und dem Schiffsbrand auf dem Rhein bei Speyer markante Einsätze auf, zu denen die beiden Wehren gerufen wurden. Solche Einsätze forderten fachliche Kompetenz und Engagement, sagte Tremmel und führte aus, dass sich in den Wehren Menschen mit verschiedenen Berufen engagieren – vom Lehrer über den Handwerker zum ITler – und damit unterschiedliches Wissen und Erfahrung einbringen.
„Investitionen muss man sich leisten können“
Bürgermeister Patrick Fassott (SPD), qua Amt Chef der Feuerwehr-Einheiten der VG Rheinauen, lobte das Engagement der Kameraden. Er sagte, dass die Verbandsgemeinde weiter in die Ausrüstung der Wehren investiere, und nannte als Beispiele zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge und einen neuen Einsatzleitwagen. Fassott dankte dem stellvertretenden Wehrleiter Ralf Schnabel, der sich um die Ausschreibung der Fahrzeuge kümmere, Wehrleiter Michael Japsers und den Wehrführern sowie den Mitgliedern des Verbandsgemeinderats.
Diese ließen die Feuerwehr nicht im Stich, unterstützten die Weiterentwicklung der Wehr und segneten die Finanzierung trotz kritischer Nachfragen ab, auch wenn die Anschaffung mehrerer Feuerwehrfahrzeuge zusammen die Millionen-Marke reiße. „Das muss man sich leisten können“, sagte der Bürgermeister und fügte hinzu, dass die Kommunalpolitiker wüssten, dass sie Geld für etwas Wichtiges – den Schutz der Bevölkerung – ausgeben.
Wenn Feuerwehr-Fahrzeuge neu gekauft werden, bittet die Verbandsgemeinde regelmäßig um Zuschüsse beim Land. Dieses Förderwesen soll bald Geschichte sein. Es ist die Rede davon, dass Kommunen künftig jährlich eine pauschale Zuwendung für den Bau von Feuerwehrgerätehäusern und die Anschaffung von Fahrzeugen erhalten. Wehrleiter Michael Jaspers begrüßte die Entbürokratisierung und „dass das Bittstellen ein Ende hat“. Er stellte jedoch die Frage, ob die Kommunen danach finanziell besser dastehen. Denn die Kosten für Fahrzeuge hätten sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt, die Förderung sei nicht gestiegen. Ob bei der pauschalen Zuwendung die Kostensteigerungen berücksichtigt wird oder die Kommunen am Ende mehr selbst finanzieren müssen, bleibe abzuwarten.
Ehrungen
5 Jahre: Pascal Hoffelder, Anna Hoffmann, Marcel König, Cedric Kubiczek, Julien Strohmaier, Maurice Strohmaier, Nico Vierling, Julia Vowinkel, Fenja Wiemer, Mara Wünstel
10 Jahre: Nico Pinger, Christopher Geier
15 Jahre: Carmen Ehemann, Nico Hartmann, Martin Kochan, Jochen Sessig, Matthias Wünstel
20 Jahre: Sven Erbach, Sebastian Netter, Christian Tremmel
25 Jahre: Martin Mühleisen, Thomas Nieser, Mathias Volk
30 Jahre: Peter Klauß, Marco Schotthöfer
Für 40 Jahre Freundschaft wurde dem Feuerwehr-Spielmannzug Brühl gedankt, der den Abend musikalisch gestaltete.