Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Es gibt viel zu organisieren nach dem Start der Erstklässler an Schulen im Frankenthaler Umland

Unterricht, Betreuung, Bauprojekte, Lehrerausstattung, besondere Projekte – die Themen an den Grundschulen in der Region sind vi
Unterricht, Betreuung, Bauprojekte, Lehrerausstattung, besondere Projekte – die Themen an den Grundschulen in der Region sind vielfältig. Foto: BOLTE

Für gut 36.000 Erstklässler hat in Rheinland-Pfalz kürzlich der Schulalltag begonnen. Wie sieht es an den Schulen im Umland aus? Wir haben uns umgehört und nach der Situation vor Ort gefragt. Viele Schulleiter rechnen in den kommenden Jahren mit steigenden Schülerzahlen. Müssen Bauprojekte geplant werden? Wichtig ist die Betreuung über die Unterrichtszeit hinaus.

52 Schüler sind in drei Eingangsklassen in der Rheinschule in Bobenheim-Roxheim gestartet. Das sind etwas weniger als im Schuljahr 2018/2019. Nächstes Jahr erwartet Schulleiter Andreas Mock allerdings aufgrund der Neubaugebiete einen deutlichen Anstieg, sodass von vier ersten Klassen auszugehen ist. „Die folgenden Jahre werden wir dann vermutlich durchgängig vierzügig bleiben“, lautet die Prognose des Schulleiters. Mit 20 Lehrerstellen sei die Unterrichtsversorgung für die 223 Schüler gut. Als Förderschule stehen der Grundschule mit zwölf Kindern, die einen entsprechenden Bedarf haben, zwei Förderlehrer zu. Betreuung wird in der Rheinschule für die Eltern, die das Ganztagsangebot gewählt haben, täglich bis 16 Uhr gewährleistet. Der Freitag ist optional.

Mit zwei Klassen und 36 Erstklässlern ist die ebenfalls in der Altrheingemeinde ansässige Pestalozzi-Grundschule gestartet. Dies sind 15 Schüler mehr als im vergangenen Jahr. Mit insgesamt 119 Schülern stehen laut Schulleiter Martin Lubojanski Überlegungen an, sich in Form eines Medienkonzepts am Digitalpakt Deutschland zu beteiligen. Steigende Schülerzahlen erfordern für die Nachmittagsbetreuung bauliche Änderungen. Zuletzt wurde in den Sommerferien im Keller gebaut.

Besondere Form der Nachmittagsbetreuung für Heßheimer Kinder

Bauprojekte wären nach Auskunft der Heßheimer Grundschuldirektorin Birgit Scott in den nächsten Jahren auch hier dringend erforderlich, da aufgrund der von der Verbandsgemeinde prognostizierten Schülerzahlen mittelfristig mit durchgehend zwei Klassen zu rechnen sei. Aktuell stehen jedoch nur sechs Klassensäle zur Verfügung. Dieses Jahr habe man mit 24 Kindern eine sehr große erste Klasse. 19 Kinder besuchen die zweite Klasse. Gefreut hat sich die Grundschule zum Schuljahresbeginn über drei neue Kollegen. Bewährt habe sich das Schulprojekt „Bewegte Bildung“. Ein Konzept, das laut Erfahrung von Birgit Scott und ihren Kolleginnen gut hilft, Abwechslung in den Unterrichtsalltag zu bringen und gleichzeitig die Konzentration der Kinder zu erhöhen.

Besonders und in den Umlandgemeinden einmalig ist das Nachmittagsbetreuungskonzept der Heßheimer Grundschule, die mit dem Kindergarten kooperiert. Die kommunale Kindertagesstätte hat vor mehr als zehn Jahren eine Hortgruppe mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung eingerichtet. Dieses Angebot wurde inzwischen so gut angenommen, dass eine zweite Gruppe eingerichtet und die Schüler nach den Klassen eins und zwei sowie drei und vier geteilt wurden. Zum Hortkonzept gehört eine Ferienbetreuung vor Ort.

Nur sieben Erstklässler fangen in Großniedesheim an

Da nur sieben Erstklässler in Großniedesheim eingeschult wurden, wird, wie seit Jahren üblich, jahrgangsübergreifend unterrichtet. Da insgesamt nur 46 Schüler die Schule besuchen, stehen der Zwergschule nur drei Lehrerstellen zur Verfügung. Dies stellt den Schulalltag laut Schulleiterin Tanja Eberle nicht nur vor organisatorische Probleme. Manches, wie die Fahrradausbildung, sei ohne Elternhilfe, nicht zu packen. „Über die Jahre beobachten wir, dass die Kinder schlechter auf die Schule vorbereitet sind. Selbst einfache Dinge, wie eine korrekte Stifthaltung, sind nicht selbstverständlich. Hinzu kommen insbesondere bei Jungs zunehmend Verhaltensauffälligkeiten.“ Während noch vor Jahren das Konzept des jahrgangsübergreifenden Unterrichtens für alle Altersgruppen Vorteile gebracht habe, würden nun zunehmend Schwierigkeiten auftreten. „Bedauerlicherweise wurden uns von der Aufsichtsbehörde dringend nötige Förderstunden gestrichen“, so Eberle. Mehr als die Hälfte der Schüler nutzen das Angebot der betreuenden Grundschule bis 16 Uhr. Neu starten soll freitags eine Fußball AG, für die es zahlreiche Anmeldungen gebe.

Grundschule in Beindersheim derzeit ohne Leitung

Vor besonderen Herausforderungen steht derzeit die Grundschule Beindersheim, die aufgrund der Erkrankung der Schulleitung seit den Sommerferien verwaltungsmäßig von Monsheim aus betreut wird. Mit 51 Erstklässlern (41 im Vorjahr) wurden drei Eingangsklassen gebildet.

„Wie jedes Jahr ist hier die Hölle los, aber dieses Jahr ganz besonders“, sagt der Lambsheimer Schuldirektor Peter Bisson. Vier erste Klassen mit zusammen 78 Schülern wurden vor drei Wochen eingeschult. Die bisherige Konrektorin ist in Elternzeit und sei nur als Lehrkraft, nicht jedoch mit ihren Verwaltungsaufgaben ersetzt worden. Langfristig würden die Schülerzahlen sich jedoch voraussichtlich wieder bei drei Eingangsklassen einpendeln, meint Bisson. Mit 13 Lehrerstellen sind zwar alle Klassen besetzt, es fehlten jedoch Fachstunden, insbesondere für Musik und Sport. Bis 16 Uhr bietet die Lambsheimer Schule Ganztagsbetreuung, seit einigen Jahren zusätzlich auf Elternwunsch eine betreuende Grundschule bis 14 Uhr. Hier sei die Nachfrage sehr gut, sodass die Betreuung bis 16 Uhr nicht mehr ganz so stark gefragt sei und es keine reinen Ganztagsklassen mehr gebe.

Über die Sommerferien ist das Mensadach repariert worden. Als nächstes Bauprojekt hofft Bisson auf die Lüftungsanlage, die gerade an heißen Sommertagen etwas Erleichterung schaffen soll. Lesen und als eine Voraussetzung dafür das Zuhören sieht die Lambsheimer Schule als eine Kernkompetenz an. Daher wurde das „Ohrenspitzerprojekt Plus“ im Schulalltag verankert. Insbesondere das Hörverstehen solle dabei gefördert werden. Projekte bedeuteten für die Kollegen Mehrarbeit, die durch Fortbildungen teilweise in den Ferien und in der Freizeit geleistet werde. Das Kollegium wolle im Bereich Medienkompetenz aktiv werden, sagt Bisson.

An zwei Schulstandorten, in Gerolsheim und Laumersheim, werden Gerolsheimer, Großkarlbacher und Laumersheimer Grundschüler unterrichtet. Die 18 Erstklässler gehen in Gerolsheim zur Schule. Das sind fünf mehr als im vergangenen Jahr. Im Rahmen der betreuenden Grundschule können die Kinder in Laumersheim bis 16 Uhr und in Gerolsheim bis 14 Uhr betreut werden.

Sandra Ohler, Rektorin der Grundschule in Dirmstein, wollte die Fragen der RHEINPFALZ nicht beantworten.

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