Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Erstmals wieder Defizit im Haushalt

Vorhaben für 2023: Die Kulturhalle soll eine WC-Anlage bekommen.
Vorhaben für 2023: Die Kulturhalle soll eine WC-Anlage bekommen.

Der Haushalt einer Gemeinde ist ein großes Zahlenwerk. Der für Waldsee ist 152 Seiten dick. Darin stehen eine Menge interessanter Informationen über das, was im Ort im nächsten Jahr so alles ansteht.

Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) und Kämmerin Aljona Hettinger haben in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die wichtigsten Punkte vorgestellt. Waldsee wird im kommenden Jahr deutlich mehr Einnahmen haben, vor allem weil die Schlüsselzuweisungen vom Land von 231.000 Euro im Jahr 2022 auf 1,23 Millionen Euro steigen werden. Auch die Steuereinnahmen sind deutlich höher und betragen laut Haushaltsplan 1,25 Millionen Euro.

Allerdings steigen auch die Personal- und die Unterhaltungsausgaben. So sind für das kommende Jahr 250.000 Euro eingeplant für den Rückbau auf dem von der Firma Kief erworbenen Teil des Campingplatzes. 150.000 Euro muss die Ortsgemeinde an die Zusatzversorgungskasse zahlen, wenn sie das Personal der Kita St. Martin übernimmt. 85.000 Euro sind für die energetische Dachdämmung der Hermann-Gmeiner-Schule vorgesehen, 30.000 Euro soll die Erneuerung der Haupteingangstür und der Notausgangstür der Rheinauenhalle kosten. Mit Kosten von 50.000 Euro wird für die Aufstellung von Bebauungsplänen gerechnet, 40.000 Euro stehen für die Erneuerung von Straßenmarkierungen bereit.

Das alles sind nur die teuersten Vorhaben. Der Ergebnishaushalt, in dem die Unterhaltungsmaßnahmen verbucht sind, schließt nach Plan im kommenden Jahr mit einem Minus von knapp 441.000 Euro ab. Er ist also erstmals seit vielen Jahren nicht ausgeglichen, was nicht tragisch ist, weil das mit den positiven Ergebnissen aus den Vorjahren verrechnet werden kann.

Teuerstes Vorhaben: die Schulsanierung

Der Finanzhaushalt, in dem alle Ein- und Auszahlungen erfasst sind, ist dagegen mit einem Plus von knapp 66.000 Euro ausgeglichen. Interessant für die Bürger sind die geplanten Investitionen für 2023. Der größte Posten ist die Generalsanierung der Hermann-Gmeiner-Schule, die über mehrere Jahre geht und für die im kommenden Jahr eine Million Euro zur Verfügung gestellt werden. 350.000 Euro stehen bereit für den Bau der Toilettenanlage der Kulturhalle. Mit 185.000 Euro wird für die Umstellung der restlichen Straßenbeleuchtung auf LED gerechnet. 100.000 Euro sind für die Erweiterung der Fotovoltaikanlage auf dem Schuldach eingeplant, 65.000 Euro für den Erwerb von Maschinen und technischen Anlagen für den Bauhof. Für die Verluste, die die Naherholung in den Rheinauen GmbH mit dem Campinggebiet macht, werden 50.000 Euro vorgehalten.

Insgesamt 2,28 Millionen Euro schwer ist das Waldseer Investitionspaket. Einen Kredit dafür muss die Gemeinde nicht aufnehmen, denn der Kassenbestand lag Ende 2021 immer noch bei 11,09 Millionen Euro. Zuvor waren es 11,66 Millionen Euro (2020) und 11,91 Millionen Euro (2019). Darin enthalten ist ein Darlehen an die Stadtwerke Schifferstadt in Höhe von 3,6 Millionen Euro.

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