Speyerer Umland
Erstkommunionfeiern im Akkord
„Endlich – der große Tag ist da!“, freut sich Sabine Alschner, Pastoralreferentin der Pfarrei Heilige Hildegard in Dudenhofen. Nach den coronabedingten Absagen hat die Bistumsleitung nun erlaubt, dass die Erstkommunion in kleinen Gruppen unter Einhaltung der Hygienebestimmungen gefeiert werden darf. Am Sonntag findet die erste nachgeholte Kommunionfeier im Speyerer Umland statt: in der Dudenhofener Pfarrkirche mit fünf Familien.
„Unsere Kinder haben sich unter dem Motto ,Mit Jesus in einem Boot’ seit September auf ihre Erstkommunion vorbereitet und mussten nun sehr lange auf ihren großen Tag warten“, sagt Alschner. Das Pastoralteam der Pfarrei wolle die Kinder nicht länger warten lassen und jedem den Festtag schnell ermöglichen. „So haben wir genügend Sondertermine zur Auswahl gestellt, an denen die Familien, die das möchten, die Erstkommunion feiern können“, berichtet die Pastoralreferentin.
„Freue mich wie ein Kind“
Pfarrer Josef Metzinger hatte schon kaum noch zu hoffen gewagt, dass er bei der Erstkommunion in seiner Pfarrei dabei sein kann. Wie berichtet, verlässt Metzinger die Pfarrei zum 1. Oktober in Richtung Göllheim im Donnersbergkreis. „Ich selber freue mich wie ein kleines Kind, dass ich nun doch noch die Erstkommunion mit den Kindern feiern kann“, sagt er. „Ich habe dazu spontan 20 Zusatzgottesdienste angeboten zu allen Zeiten, die möglich waren, denn alle Kinder können wir ja aus den Vorschriften der Abstandsregeln heraus nicht in einem Gottesdienst aufnehmen. Deshalb sind mehrere notwendig.“
Die Eltern konnten dann selbst entscheiden, ob ihr Kind jetzt oder erst im Herbst oder im nächsten Jahr mit dem neuen Pfarrer das Fest begehen möchten. „Es haben sich so viele Familien gemeldet, dass wir von den 20 Gottesdiensten zehn durchführen können“, freut sich Metzinger. 44 Familien aus der Pfarrei feiern bis zum 5. Juli mit ihren Kindern Kommunion: fünf Familien am morgigen Sonntag in Dudenhofen, vier am Samstag, 13. Juni, in Heiligenstein, eine am Samstag, 13. Juni, in Mechtersheim, elf in zwei Gottesdiensten am Sonntag, 14. Juni, in Dudenhofen, 14 in drei Gottesdiensten am Samstag, 4. Juli, in Berghausen und neun in zwei Gottesdiensten am Sonntag, 5. Juli, in Harthausen. Weitere 36 feiern Erstkommunion zu einem späteren Zeitpunkt.
„Es macht mir überhaupt nichts aus, dass ich zum Beispiel an einem Tag drei Erstkommuniongottesdienste hintereinander feiere. Mir macht das Spaß und Freude“, sagt der Pfarrer über seine Einsätze im Akkord. Sein Eindruck ist, dass auch die Kinder dem Ereignis entgegenfiebern: „In Revue zur ersten Probe am vergangenen Mittwoch muss ich sagen: Ich denke, das macht den Kindern auch Spaß.“
Freilich gebe es Dinge, die man im Gottesdienst derzeit nicht machen könne. So werde es keine Kelchkommunion geben. Auch hätten die Kinder in den Gottesdiensten stets viel interagiert – zum Beispiel gemeinsam etwas gebaut oder eine Gruppenübung gemacht. „Das geht wegen Corona nicht, aber wir haben die Methode so angepasst, dass dennoch einiges gemeinsam machbar ist, aber eben dann ein Kind nach dem anderen“, kündigt Metzinger an. Laut Alschner müssen zumindest die Kommunionkinder im Altarraum keinen Mundschutz tragen, da sie im Abstand von mindestens zwei Metern stehen. Auf musikalische Untermalung müssen die rund 60 Gäste trotz Corona-Restriktionen nicht verzichten: Organistin Pia Knoll greift in die Tasten und wird auch dazu singen.
Wer nicht zum Kreis der Angehörigen der Kinder gehört, kann die Feiern in diesem Jahr allerdings nicht in der Kirche mitverfolgen? „Da wir auch weiterhin an die Regelungen gebunden sind, was vor allem auch Abstand und Höchstteilnehmerzahl eines Gottesdienstes betrifft, sind die Plätze in den Kirchen den Kommunionfamilien vorbehalten“, erklärt Pastoralreferentin Alschner. Die Familien übermitteln der Pfarrei deshalb eine Gästeliste. Eine Anmeldung direkt im Pfarrbüro wie für alle anderen Gottesdienste ist nicht möglich.
Eltern haben die Wahl
In der Pfarrei Heiliger Christophorus Waldsee mit den Gemeinden Altrip, Limburgerhof, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee werden ab Ende Juni Erstkommunionfeiern nachgeholt. Die Familien können entscheiden ob das Kind an einem feierlichen Erstkommuniongottesdienst am 27. oder 28. Juni oder am 4. oder 5. Juli in der jeweiligen Gemeinde teilnimmt oder am 15. August zu einer zentralen Nachholfeier zur Erstkommunion geht. Alternativ kann ein Kind die erste heilige Kommunion auch in einem regulären Sonntagsgottesdienst empfangen oder die Feier auf das kommenden Jahr verschieben. Pro Gottesdienst können maximal sieben Kinder mit Eltern, Geschwistern und Gästen aus maximal drei verschiedenen Haushalten Erstkommunion feiern.
Die Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini, zu der Lingenfeld und Schwegenheim gehören, hat die Erstkommunionfeier laut Pastoralreferentin Irina Manck aufgeteilt. „Wir haben acht Kommuniongruppen in der ganzen Pfarrei, drei Gruppen in Lingenfeld mit Westheim und eine Gruppe aus Schwegenheim“, sagt Manck. „Jede Gruppe geht in einem eigenen Gottesdienst zur Erstkommunion.“ Die Gottesdienste für die Kinder aus Lingenfeld, Schwegenheim und Westheim finden samstagvormittags statt: am 5. und 12. September.
In den Speyerer Pfarreien liegen die Termine überwiegend nach den Sommerferien. Beteiligt sind bei der Erstkommunion in St. Joseph vor allem Kinder aus den Gemeinden St. Joseph und St. Hedwig. Dort wurden 41 Kinder in fünf Gruppen vorbereitet, wie die dafür verantwortlich Pastoralreferentin Regina Mettlach auf Anfrage informiert. Weil in der Josephskirche mit den jetzigen Abstandsvorschriften 110 Personen erlaubt sind, werde das Fest für junge Christen statt nur einmal dann fünf Mal, jeweils mit einer anderen Gruppe stattfinden. Jede Familie darf mit maximal zehn Personen anwesend sein. Die geplanten Termine sind: 20. und 27. September, 4., 11. und 25. Oktober. „Falls eine zweite Welle kommt, müssen wir weiter sehen“, so Mettlach, deren hauptamtliche Zeit als Pastoralreferentin am 31. Juli endet. Sie werde die Erstkommunion danach ehrenamtlich zum Abschluss bringen.
78 Kommunionkinder, die zu St. Konrad und der Dompfarrei gehören, betreut Gemeindereferentin Sigrid Sandmeier. „Ich biete Termine im Prinzip individuell nach den Wünschen der Familien an“, sagt sie am Freitag. Die Familien wollten eben auch feiern, erwarteten teils Verwandtschaft aus dem Ausland. Am Sonntag, 28. Juni, gebe es den ersten Termin mit zwei Familien. Am Sonntag, 2. August, ist ein weiterer Termin geplant. „Die betroffenen Familien warten aber noch, ob die Grenze zu Polen offen ist.“ Man könne Erstkommunion prinzipiell in jeder Messe feiern, teilt Sandmeier mit. Aber es gehe eben auch um das gemeinsame Feiern. Etliche Familien würden das Fest unter anderem deshalb auf kommendes Jahr verschieben.