Grossniedesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Erstes Carsharing-Auto in der VG in Betrieb

Der elektrische Renault Zoe tankt Strom an der neuen E-Ladesäule in Großniedesheim. Das Carsharing Angebot zielt auf Fahrer ab,
Der elektrische Renault Zoe tankt Strom an der neuen E-Ladesäule in Großniedesheim. Das Carsharing Angebot zielt auf Fahrer ab, die weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen.

Ladepunkte sollen der Elektromobilität in Großniedesheim einen Schub geben. Mit dem Carsharing-Angebot kann jeder emissionsfreies Fahren ausprobieren.

Für Michael Walther (SPD) ist die E-Ladesäule eine „Herzensangelegenheit“. Gut zweieinhalb Jahre hat sich der Großniedesheimer Ortsbürgermeister dafür eingesetzt, E-Ladeinfrastruktur in seinem Dorf zu schaffen. Pandemie und der Krieg in der Ukraine hätten das Vorhaben erschwert, sagt er. 28.000 Euro kostete die Anschaffung der Säulen, 5000 Euro davon trug die Ortsgemeinde, die auch die Fläche zur Verfügung stellte. Den Rest haben die Stadtwerke Frankenthal bezahlt – Fördergelder gab es nicht.

Seit drei Wochen ist die Stromtankstelle – neben dreien in Lambsheim und einer in Heßheim die fünfte in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim – in Betrieb. Am Freitag ist sie anlässlich einer Fahrzeugschau eingeweiht worden. „Die zwei Ladepunkte werden sehr gut angenommen“, sagt Walther. Die E-Säule bringt eine Leistung von 22 Kilowatt pro Ladepunkt, ein Mittelklassefahrzeug braucht dem Bürgermeister zufolge rund zwei Stunden, um voll aufzuladen. Der Tarif variiert je nach Anbieter, derzeit seien 45 bis 80 Cent pro Kilowattstunde üblich. Hinzu komme eine monatliche Grundgebühr.

Kooperation mit Stadtmobil

Auf dem kleinen Parkplatz gegenüber der Eckbachhalle steht eine weitere Neuheit: ein elektrischer Renault Zoe mit rund 200 Kilometern Reichweite. Das erste Carsharing-Fahrzeug in der VG ist Eigentum der Stadtmobil Carsharing GmbH. Mit ihr haben die Stadtwerke einen Vertrag über zwei Jahre abgeschlossen, damit der Pkw in Großniedesheim bereitsteht. „Wir finanzieren das Projekt von Anfang an mit“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Volkmar Langefeld.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Die Mitarbeiter in der Verbandsgemeindeverwaltung sind seit Anfang dieses Jahres mit Plugin-Hybrid-Autos, zwei Ford Kuga, unterwegs. Statt ein drittes zu leasen, wird die Verwaltung laut VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) auf das Carsharing-Angebot zurückgreifen. Das soll für eine Grundauslastung sorgen. Auch privat ist Reith Kunde: „Das ist gerade für Familien interessant“, findet er, wenn volljährige Kinder nur zeitweise ein Auto für sich benötigten.

Einmalige Registrierung

Für das Carsharing muss man sich zunächst bei Stadtmobil online unter www.rhein-neckar.stadtmobil.de anmelden. Danach muss der Fahrer Führerschein und Personalausweis zur Verifizierung vorlegen. „Das muss man bei uns nicht bei Stadtmobil in Mannheim machen, sondern man kann es direkt vor Ort bei der Ortsgemeinde erledigen“, erklärt Reith. Danach erhält der Fahrer eine Karte (zu 30 Euro Pfand) und eine PIN, mit der sich das Carsharing-Auto öffnen lässt. Fahrzeuge können Kunden übers Internet, eine App oder telefonisch reservieren oder darüber, falls nicht schon der nächste Kunde wartet, die Fahrt verlängern. Braucht man den Pkw nicht mehr, stellt man ihn einfach wieder an der Station ab und loggt sich per Karte aus. Die Rechnung kommt im Anschluss per E-Mail.

Das Entgelt für eine Fahrt ergibt sich aus der Dauer der Buchung (Zeittarif) und den gefahrenen Kilometern (Kilometertarif), hinzu kommt eine Pauschale von einem Euro pro Buchung und ein weiterer Euro, wenn man telefonisch reserviert. Für eine Kostenschätzung kann man Routen zuvor online eingeben. Der Buchungsbeginn ist zu jeder halben und vollen Stunde möglich. Die Mindestbuchungszeit beträgt eine Stunde. Versicherung, Strom, Instandhaltung und Karte für auswärtiges Tanken sind im Preis inklusive.

Mehrere Tarife zur Auswahl

Der Renault Zoe in Großniedesheim zählt zur Fahrzeugklasse B. Im Classic-Tarif wird so bis 100 Kilometer Strecke ein Tarif von 0,25 Cent berechnet, darüber 0,24 Cent. Zwischen Mitternacht und 7 Uhr kommen 0,55 Cent Zeittarif pro Stunde hinzu, ab 7 Uhr steigt der Tarif auf 2,25 Euro. Für den 24-Stunden-Tarif (Klasse B, Classic, 27 Euro) und den Wochentarif (135 Euro) gelten beliebige Anfangs- und Endzeiten.

Je nach Nutzung kann auch der Mikro-Tarif günstiger sein. Hier liegen die Fahrtkosten 25 Prozent höher als im Classic-Tarif, dafür entfällt der Monatsbeitrag. Die Anmeldung im Classic-Tarif kostet einmalig 69 Euro (fünf Euro Monatsbeitrag), für Zweitnutzer 35 Euro (2,50 Euro) und im Mikro-Tarif 79 Euro.

Noch Fragen?

Mehr Infos zum Carsharing unter www.stadtmobil.de. Dort lässt sich ein Preisvergleich mit einem Neuwagenkauf nach Fahrleistung anstellen. Die Tarifübersicht gibt es hier.

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