Bobenheim-Roxheim
Erster Härtetest für Gastronomie am Silbersee
Während in Worms die Gastronomie noch im Lockdown verharrt, kehrt in großen Teilen der Pfalz das Leben in den Außenbereich zurück. Langsam? Für Jeffrey Bauer, den neuen Pächter der Gastronomie am Silbersee, ist das sonnige Wochenende nach den kühleren Wochen zum Betriebsstart schon ein kleiner Härtetest, nachdem nun das Inventar zum großen Teil steht.
An drei Verkaufsständen können sich die Gäste mit Essen, Getränken und Cocktails eindecken. Das Personal hat Bauer auf etwa 15 Mitarbeiter hochgefahren, in der Saison sollen es an guten Tagen um die 20 Beschäftigte sein. Die Sitzgarnituren werden noch gegen bequemere mit Rückenlehnen ausgetauscht.
Noch ist an diesem Sonntag ein negativer Corona-Schnelltest nötig, bevor man sich auf den Sitzen und Liegestühlen am Badestrand niederlassen und entspannen kann. Der fällt ab sofort weg, informiert Bauer am Montag. „Ich bin aber positiv überrascht. Der größte Teil der Besucher kommt gut vorbereitet mit einer Negativ-Bescheinigung hier an den Silbersee.“ So hätten sich am Einlass kaum Schlangen gebildet.
Große Nachfrage nach Mixgetränken
Dass Cocktails so stark gefragt sind, ist ein weiterer Punkt, der Bauer positiv überrascht. Aperol Spritz oder Caipirinha seien die Renner auf der Karte, auch Caipi-Riesling gehe gut. „Den trinke ich auch sehr gerne“, verrät Bauer. Den habe er sich von den „Fischerwäädern“ in Worms abgeschaut. Die Fischerweide ist die Urzelle des Wormser Backfischfests. Andere Cocktails auf der Tafel werden es wohl nicht über die Anfangsphase schaffen, weil sie gar nicht nachgefragt werden.
Gleiches gelte für das Speiseangebot. „Wir sind noch am Ausprobieren und Testen, was das Publikum am Silbersee haben möchte“, meint Bauer. Da soll noch an kleinen Stellschrauben gedreht werden. Keine Frage ist aber, dass an der Nordgrenze der Pfalz die Schorle im Dubbeglas gefragt ist.
Fabian Dillmann, Jason Franck und Pascal Seilheimer haben sich in den Liegestühlen in vorderster Front Richtung See niedergelassen.
Ein wenig störend sei noch, dass der Metallzaun den Blick verstellt. Aber der soll laut Bauer bald wegkommen. Den drei 21-jährigen Wormsern gefällt es trotzdem am Silbersee, besser sogar als in der Beachbar am Rhein in Worms, die Bauers Mutter betreibt. „Hier ist es cooler, nicht so windig, nicht so voll“, sagt Seilheimer. Dillmann findet die Steakbrötchen ein bisschen teuer. Da bleibe er lieber bei der Bratwurst.
FC-Köln-Fans feiern
Eine größere Gruppe aus Worms und Gundheim hat nichts zu meckern. Uli Krebühl (54), Fan des 1. FC Köln, hat sogar richtig was zu feiern. Schließlich haben die Kölner sich am Samstag ein weiteres Jahr Zugehörigkeit in der Ersten Fußball-Bundesliga gesichert. Auf Facebook und im Nibelungenkurier haben Mitglieder der Gruppe davon erfahren, dass die Beachbar am Silbersee öffnet. „Bei uns ist ja noch alles zu“, bedauert Krebühl. Deshalb die Radtour in die Pfalz. „Hier ist es doch paradiesisch“, schwärmt Christiane Hofmann (52). Sie ist schlicht begeistert und will wieder kommen. „Das ist wie im Urlaub hier. Es ist doch traurig, dass man in Worms nichts machen kann. Ein Stück weiter in der Pfalz aber so viel“, meint Ralf Becker (57).
Gunther Lober aus Mörsch räumt ein, am Anfang nicht so begeistert vom neuen Ambiente gewesen zu sein. Doch inzwischen finde er es gut. Früher sei es puristischer gewesen. „Über die Preise kann man sich streiten“, sagt Lober und meint, fünf Euro für eine Schorle oder ein Weizenbier seien die Obergrenze. Auch der Toilettengang kostet jetzt 50 Cent. „Dafür ist alles sehr sauber. Da zahlt man dann gerne ´nen Euro mehr“, räumt er ein. Dem schließt sich Michael Gasbarri, wie Lober Vorstandsmitglied beim Mörscher ASV, an. Für die Gruppe aus dem Frankenthaler Vorort ist der Silbersee regelmäßig ein Ziel.
Im Austausch mit Firma Willersinn
Gut angenommen würden die kostenlosen Liegen auf der Wiese, sagt der Pächter. Die Sitzgelegenheiten am Badestrand sollen noch Richtung Wasser ausgeweitet werden. Lobend äußerten sich die Gäste über die Spielmöglichkeiten für Kinder. Bei gutem Wetter ist die Silbersee-Gastronomie von 13 bis 21 Uhr geöffnet. Wegen des schlechten Wetters habe man bisher noch nicht so viele Erfahrungen sammeln können, ob diese Zeiten optimal seien. Positiv bewertet Bauer das Verhältnis zur Gemeinde und zur Firma Willersinn. „Wir sind im ständigen Austausch.“
Fünf Euro kostet an besucherstarken Tagen das Tagesticket auf dem Parkplatz am See. Ausschließlich dieses Ticket gibt es dann direkt bei der Einfahrt von einem Parkplatzwächter. Wer kürzer bleiben wolle, müsse auf andere Parkplätze ausweichen, sagt Bauer. An weniger belebten Tagen muss der Parkschein – dann auch für eine kürzere Dauer möglich – am Automaten gezogen werden. Die Durchfahrt zum See mit dem Auto ist an besuchsstarken Tagen nicht mehr möglich, da eine Schranke geschlossen wird. Bis zu welcher Uhrzeit die Tagestickets verkauft werden, das müsse sich noch einspielen, meint Bauer.