Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Waldweihnacht: Heiße Tasse statt heißes Match

Lockte viele Besucher aufs Gelände des Tennisvereins: die Waldseer Waldweihnacht.
Lockte viele Besucher aufs Gelände des Tennisvereins: die Waldseer Waldweihnacht.

Der Tennisverein und die Sunshine Singers aus Waldsee haben sich zu einer Premiere zusammengetan, die direkt großen Anklang in der Bevölkerung findet: die erste Waldweihnacht im Ort.

Roger Anders ist außer Puste. Das passiert ihm normalerweise nur bei einem heißen Match auf dem Tennisplatz. Am Sonntagnachmittag kommt er nicht minder ins Schwitzen. Dabei geht es diesmal nicht um Aufschlag oder Satzball, sondern um die erste Waldseer Waldweihnacht, die aus einer Gemeinschaftsidee von Tennisverein und Sunshine Singers entstanden ist.

Menschen aller Altersklassen strömen am Wochenende zum Vereinsgelände, um dabei zu sein. Statt Tennisspieler im Sportdress sind über das gesamte Areal dick vermummelte Personen verteilt, die sich ihre Hände an Glühwein- und Punschtassen wärmen und ihren Hunger mit Bratwurst oder Kesselgulasch aus der Mittelalterküche stillen. Ein bunter Mix aus Versorgungsstationen, Kunsthandwerk und Zeitreise ist den Ausrichtern geglückt.

„Es ist unglaublich, ein Mega-Andrang“, schwärmt Anders, nachdem er eine Fuhre Tassen zum Spülen abgeliefert hat. „Heute sind für uns völlig unerwartet noch mehr Leute gekommen als gestern“, erklärt er am Sonntag. Die Arbeit, die in die Planung und den Aufbau geflossen ist, habe sich gelohnt, ist sich Anders sicher. Während der Vereinschef die Kollegen am Ausschank mit gespülten Tassen versorgt, singen auf der Bühne die Sunshine-Kids, nachdem der MGV Concordia mit weihnachtlichen Weisen bereits Stimmung verbreitet hat.

Wiederholung geplant

„Das ist ein richtig geniales Ding“, kommentiert Gaukler Markus Weber die erste Waldweihnacht. Mit zehn mittelalterlich Gewandeten ist er angereist. Übernachtet wird aber nicht in den Zelten, die zur Schau gestellt werden. „Ab Ende Oktober lagern wir nicht mehr“, berichtet Weber. Angesichts der Temperaturen, die an Minusgraden kratzen, und der Feuchtigkeit im Boden dürfte dafür jeder Verständnis haben.

Für Sandra Braun ist der Verkauf von Figuren aus Zauberfilz an ihrem Stand eine Premiere. Eigentlich ist Braun Erzieherin, und ihre Werke blieben bislang dem Nachwuchs in ihrer Einrichtung vorenthalten. „Ich hab aber schon so viel gemacht und wurde so sehr ermutigt, die Sachen anzubieten, dass ich Ja gesagt habe“, verrät sie der RHEINPFALZ. Ihr Fazit zur Waldweihnacht: „Sie ist sehr gut geworden.“

Das sieht auch Roberta Casu so, die ihren Feenstaub auf Nussmischungen verstreut. „Die Atmosphäre ist gigantisch“, betont die Waldseerin und schickt nach: „Ich glaube, die Veranstaltung ist die Zukunft.“ Eva Göde, die ihre Mutter Katja – Schokoladensommelière aus Waldsee – unterstützt, findet den Weihnachtsmarkt ebenfalls wunderschön. „Ich bin auch im örtlichen Tennisverein aktiv – deshalb freue ich mich umso mehr“, verrät die amtierende Uno-Fasnachtsprinzessin.

Die positiven Reaktionen motivieren die Veranstalter: „Wenn wir den tollen Zuspruch sehen, werden wir die Waldweihnacht so in den kommenden Jahren fortführen“, kündigt Anders an.

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