Hochdorf-Assenheim
Ersehnte Umgehungsstaße: Ministerin überreicht „dicken“ Förderscheck
Momentan verläuft die Kreisstraße 19 als Wester-, Kurze, Lang- und Spätstraße mitten durch Assenheim. Über die Verkehrsbelastung klagen die Anwohner schon lange und ebenso lange setzen sich die Hochdorf-Assenheimer Politiker für die Ostumgehung Assenheim ein. Die soll von ihrer angepeilten Fertigstellung 2025 an von dem Verkehrskreisel an der A65-Brücke um Assenheim herum ins benachbarte Rödersheim-Gronau führen, wo die Umgehungsstraße ebenfalls sehnlichst erwartet wird – denn auf ihr sollen Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten schnell und bequem ins neue Gewerbegebiet „Östlich der Assenheimer Straße“ gelangen.
„Seit 2009 haben wir die Umgehungsstraße im Kreishaushalt stehen“, erinnerte sich Landrat Clemens Körner (CDU) bei der feierlichen Übergabe des Förderschecks. Anschließend habe sich die Planungsphase für das Vorhaben lange hingezogen, zumal es viele rechtliche Hürden zu überwinden und Überraschungen zu meistern galt. „Zum Beispiel die Entdeckung der vom Aussterben bedrohten Haubenlerche, die erst mal ein neues Zuhause brauchte“, erzählte er.
Die Haubenlerche musste umziehen
Das dieses entscheidende Umsiedeln gelang, dazu hatte Ortsbürgermeister Walter Schmitt (FWG) beigetragen, indem einen eigenen Acker bereitstellte und mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), der die Straße im Auftrag des Rhein-Pfalz-Kreises baut, entsprechend modelliert hatte. „Es ist uns in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und den Naturschützern nicht nur gelungen, die Haubenlerchen-Population zu erhalten, sondern sogar zu stärken“, hob er hervor. Darauf sei er stolz, und zwar nicht zuletzt, „weil uns Landwirten ja oft vorgeworfen wird, wir würden die Natur nur kaputt machen“. Dazu ergänzte der Landrat, dass die Bauern bei solchen Projekten eine wichtige Rolle spielten. Immerhin müssten sie auf Grundstücke verzichten. „Wenn sie das nicht akzeptieren, ist eine Umgehungsstraße nicht möglich“, sagte er. In Hochdorf-Assenheim seien die Verhandlungen jedoch geglückt – auch durch das Vermitteln des Ortsbürgermeisters.
Der Wunsch nach einer Straßenbahn
„Der Verkehr auf der Straße ist im ländlichen Raum für mich die Nummer eins“, erklärte Landesverkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP). „Als Flächen- und Pendlerland brauchen wir einfach gut ausgebaute Straßen.“ Sie seien ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Radieschen etwa müssten nun mal anders transportiert werden als mit der S-Bahn. Trotzdem sei die Pfalz auch für Fahrradfahrer attraktiv – und längst nicht nur für Touristen.
Dazu merkte Landrat Körner an, auch bei den Fahrradwegen laute für viele Radler die vorrangige Frage: „Wie erreiche ich möglichst schnell den nächsten S-Bahn-Haltepunkt?“ Das sei verständlich, da die S-Bahn-Anbindung gut sei. Da die Ministerin schon mal vor Ort war, nutzte Körner auch gleich die Gelegenheit, wegen Zuschussmöglichkeiten für weitere Projekte vorzufühlen. „Ich könnte Ihnen eine ganze DIN-A4-Seite mit unseren Wünschen schreiben“, sagte er und nannte als Beispiel die von ihm schon lange angestrebte Verlängerung der Straßenbahn von Ludwigshafen ins Kreisgebiet.