Speyerer Umland
Erinnerungen an dunkle Zeit
Zwangsarbeit: An tragische Schicksale erinnern
Dem Thema Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, einem in Nachkriegsdeutschland lange verdrängten Thema widmet sich der Heimatverein Dudenhofen demnächst in zwei Veranstaltungen. RHEINPFALZ-Mitarbeiter Wolfgang Kauer hat sich damit bereits in der Vergangenheit befasst. Er kennt Berichte von Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion wie zum Beispiel von Olga Grebenjuk aus der Region Charkow, die schrieb: „Von Dezember 1942 bis April 1945 war ich Schleiferin in der Fabrik Walter Söhne. Sie befand sich in dem Dorf Dudenhofen, wo ich auch in einem Arbeitslager untergebracht war“.
Die nach dem Krieg in Speyer verheiratete Olga Schorkina, zusammen mit ihrer 1955 in Speyer verstorbenen Mutter am 1943 aus Taganrog am Asowschen Meer verschleppt, war in der Verzinkerei der Fabrik eingesetzt. Sie beschreibt eine Situation im sogenannten Russinnenlager: „Als die Amerikaner Dudenhofen erreichen, kommt als Erster ein junger schwarzer Soldat zu uns ins Lager. Die Mädchen fallen vor Freude über ihn her, fahren ihm durchs Haar, streicheln Gesicht und Hände. Sie begegnen zum ersten Mal in ihrem Leben einem dunkelhäutigen Menschen“.
Als tragisch erwies sich das Schicksal von Aleksandra Polkownikowa. Wie Gerhard Hoffmann in der vom Verein für Heimatgeschichte und Kultur herausgebrachten Broschüre „Kriegsende 1945 – Dudenhofener erinnern sich“ schilderte, versuchte sich eine junge Frau aus dem Russenlager am 13. April 1945 auf der früheren Neustadter Straße in Richtung St.-Gangolf-Kirche im Radfahren. Als sie sich der Vier-Straßen-Kreuzung an der heutigen Volksbank-Niederlassung näherte, wurde sie von einem Lkw überfahren. Der Arzt konnte der Schwerverletzten nicht helfen. Einen Tag später beerdigte Pfarrer Helfrich die aus Gerasimowska stammende 20-Jährige.
Wartezeit: Ampel-geplagtes Römerberg
Wer in diesen Tagen von Speyer nach Mechtersheim will, fährt am besten über die B9. Denn die Fahrt durch Römerberg wird zurzeit von zwei Baustellen und den dazugehörigen Ampeln erschwert. Wer Pech hat, steht erst am Ortseingang von Berghausen und wartet, bis der Gegenverkehr die einzig freigegebene Fahrbahn passiert hat, und muss dann noch mal an der Kreuzung Viehtriftstraße/In den Rauweiden warten. Dort braucht es vor allem Geduld, denn die Ampel zeigte zuletzt mehrere Minuten rot. Ampel-geplagtes Römerberg also. Wortspiele zu einer Bundesregierung, die diesen Namen auch trägt und die – wenn man den Umfragen glaubt – so manche Bürgerinnen und Bürger Nerven gekostet hat, lassen wir jetzt mal außen vor. Für die Römerberger, die an den Durchgangsstraßen wohnen, hat es ja sogar was Gutes: Denn wenn man die B9 als Umfahrung – quasi als schon vorhandene Ortsumgehung – nutzt, gibt es weniger Verkehr in den Dorfstraßen.