Rhein-Pfalz Kreis Erinnerungen an den Holzhof
Maxdorf. Was haben die Nachbargemeinde Lambsheim, ein bayerischer König und die Saline in Bad Dürkheim gemeinsam? Sie alle haben Anteil am Motiv des Maxdorfer Wappens. Denn der noch jungen Gemeinde, die ursprünglich mal zu Lambsheim gehörte und zunächst nur aus einem Holzhof bestand, verlieh König Maximilian I. Joseph im Jahr 1819 ihren Namen.
Als Metropole des Gemüseanbaus mit aktuell über 7000 Einwohnern hat sich Maxdorf in der Vorderpfalz einen Namen gemacht. Da ist es kaum vorstellbar, dass die Gemeinde vor genau 200 Jahren aus gerade einmal zwei Häusern bestand, deren Bewohner mit Gemüse obendrein nicht viel am Hut hatten. Das heutige Maxdorf bestand zu diesem Zeitpunkt, wie Karl-Heinz Debus im Jahresbuch des Kreises schreibt, aus einem Holzlagerplatz, einem Wärterhaus und allenfalls einem weiteren Anwesen. Benötigt wurde das gesammelte Holz zum Betrieb der Saline in Bad Dürkheim, die Kurfürst Karl Philipp von der Pfalz nach 1736 errichten ließ. Der Rohstoff aus den kurpfälzischen Wäldern südlich der Stadt wurde auf dafür gestauten Bächen transportiert – von der Stelle, an der die Landstraße nach Bad Dürkheim den Triftbach kreuzt bis ins Herz der Kurstadt. So verwundert es auch nicht, dass der Wappenreferent im Speyerer Staatsarchiv im Jahr 1955 auf den Wunsch der Maxdorfer nach einem eigenen Wappen unter anderem einen im Wasser treibenden Stamm vorlegte. Doch nicht nur der einstige Holzhof sollte in Erinnerung bleiben, auch die ehemalige Zugehörigkeit zu Lambsheim sollte sich in dem Schild widerspiegeln. Schließlich wurde Maxdorf erst am 15. Oktober 1952 verwaltungsmäßig von der Nachbargemeinde getrennt und zu einer eigenen Gemeinde erhoben. Der Wappenreferent entschied sich dabei laut Karl-Heinz Debus für das Familienwappen des Lambsheimer Adelsgeschlechts Leyser: ein gevierter Schild mit zwei roten und zwei silbernen Flächen. Zum Schluss fand auch Namensgeber König Maximilian I. Joseph seinen Platz. Auf einer gerauteten, in den bayerischen Landesfarben Silber und Blau bedruckten Fläche prangt in der Mitte die Königskrone. So ganz zufrieden scheinen die Maxdorfer mit diesem Entwurf aber nicht gewesen zu sein. Zumindest äußerte sich nach Karl-Heinz Debus kein Gemeindevertreter zu der Idee des Referenten. „Wer die Krone ablehnt, muss auch den Ortsnamen ablehnen“, habe dieser aber im Anschluss bemerkt. Offenbar war den Räten das Königssymbol ein Dorn im Auge. Als sich über ein Jahr lang nichts tat, unterbreitete das Speyerer Archiv zwei neue, ähnliche Vorschläge. Doch auch daraufhin rührte sich in Maxdorf niemand. Erst als das Archiv ein halbes Jahr später die Entwürfe zurückforderte, ließ man mit sich reden und brachte noch einige kleinere Änderungswünsche ein, bevor das neue Wappen am 12. Juni 1957 amtlich verliehen werden konnte. |aier