SCHWEGENHEIM / HARTHAUSEN RHEINPFALZ Plus Artikel Erdöl-Fördertest: Arbeiten ruhen

Zukunft ungewiss: Erdöhlbohrplatz bei Schwegenheim.
Zukunft ungewiss: Erdöhlbohrplatz bei Schwegenheim.

Ob zwischen Schwegenheim und Harthausen irgendwann kommerziell Erdöl gefördert wird, ist nach Abschluss der ersten Bohrung und den anschließenden Untersuchungen der entnommenen Proben ungewiss. Derzeit ruhen die Arbeiten wegen eines unvorhergesehenen Zwischenfalls.

Das Zwischenfazit zum Erdöl-Fördertest des Betreiberkonsortiums, bestehend aus Neptune Energy und Palatina Geocon, am Donnerstag im Ortsgemeinderat Harthausen: „Bislang ist die Exploration keine Erfolgs-, aber auch keine Verluststory.“ Derzeit ruhen die Arbeiten. Grund sei ein technisches Problem. Im Bohrloch stecke ein Messgerät fest, es müsse mit Maschinen und Werkzeugen von der Förderstelle in Speyer entfernt werden.

Rückblick: Das Konsortium hatte im Winter 2011/2012 in Schwegenheim seismische Messungen zur Aufsuchung von Lagerstätten aufgenommen. Aus den gewonnenen Daten ergaben sich Hinweise auf „möglicherweise erdölführende Strukturen“. Eingerichtet wurde der fußballfeldgroße Bohrplatz auf einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche an der L537 zwischen Harthausen und Schwegenheim ab Februar 2019. Fündig wurden Neptune/Palatina Geocon am 24. Oktober vergangenen Jahres in einer Tiefe von 2345 Metern. Nur nicht wie gewünscht in der Buntsandsteinschicht, wie zuvor bei den Bohrungen in Speyer. Stattdessen lag die vermutete Kohlenwasserstoffschicht oberhalb des Buntsandsteins im Muschelkalk. Ernüchternd für das Konsortium: „Von der ersten Bohrung hatten wir uns ein besseres Resultat erhofft“, lautete die Bewertung.

Derzeit nicht wirtschaftlich

Ein geringer Trost aus den Alltagserfahrungen der Förderfirmen: Von fünf Explorationen seien lediglich vier erfolgreich. Zum aktuellen Stand des Vorhabens sagten die Konsortiums-Vertreter: „Momentan ist die Wirtschaftlichkeit einer Erdölförderung in Schwegenheim nicht gegeben.“ Was aber nicht zwingend das Aus bedeute.

CDU-Fraktionssprecher Andreas Heck fragte, ob es dann überhaupt und wie es weitergehe. Die Antwort des Firmenvertreters: Sei das Messgerät geborgen, sollen längerfristige Tests auch in anderen Erdschichten stattfinden. Christina Vogelsang (SPD) sorgte sich um eine eventuelle Verschmutzung des Grundwassers in Folge der Bohrung. Eine Verunreinigung schloss Neptun/Geocon aus. Auch die von Kurt Humm (SPD) befürchteten Risse in nahestehenden Häusern durch die Ablenkungsführung von einem Kilometer soll es nicht geben: „Wir überwachen die Prozesse und sind sicher, dass das nicht passiert“, hieß es von Konsortiumsseite. Ortsbürgermeister Harald Löffler (CDU) zu den Bedenken: „Die Arbeiten stehen unter Aufsicht des Landesamtes für Geologie und Bergbau.“

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