Rhein-Pfalz Kreis Energiekarawane zieht nun zu Unternehmen

Schifferstadt/Mutterstadt/
Böhl-Iggelheim. Die Karawane zieht nicht weiter – sie kommt zurück. Energiekarawane nennt sich die Aktion, bei der Fachleute vor Ort übers Energiesparen beraten. Nachdem Privatleute in der Region schon dieses Angebot hatten, sollen nun Betriebe und Gewerbetreibende zum Energiesparen ermuntert werden. Das Pilotprojekt in der Metropolregion sind die Gemeinden Böhl-Iggelheim, Mutterstadt und Schifferstadt.
„In Betrieben gibt es enorme Möglichkeiten, Energie zu sparen“ sagte der Geschäftsführer der Energieeffizienzagentur (E2A) Rhein-Neckar, Lothar Meinzer. Die Agentur stellte im Schifferstadter Rathaus das Projekt vor. Das Gewerbe sei mit rund 30 Prozent am Gesamtenergieverbrauch beteiligt. Untersuchungen haben laut Meinzer gezeigt, dass in vielen Betrieben Energie gespart werden könne. „Bei der Beleuchtung kann man oft bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs einsparen. In Produktionsbetrieben wird oft Druckluft genutzt, dort kann man den Verbrauch an Energie oft auf die Hälfte senken“, erklärte Meinzer. Seine Agentur hat in der Metropolregion bereits 80 Mal die sogenannte Energiekarawane in Städte und Gemeinden geschickt. Dabei wurden Bewohner in meist älteren Ortsteilen angesprochen, wie durch Sanierung der Häuser und Wohnungen Energie gespart werden konnte. Diese Erst-Beratung durch Fachleute war kostenlos. Zwischen 25 und 35 Prozent der Angesprochenen haben mitgemacht, spätere Nachfragen haben bestätigt, dass viele der vorgeschlagenen Verbesserungen auch umgesetzt worden seien, berichtete Meinzer. Jetzt sollen Gewerbetreibende in der Mutterstadter Fohlenweide, im Schifferstadter Gewerbegebiet Ost (Lettenhorst) und im Böhl-Iggelheimer Stiegelsteig in der Sache kontaktiert werden. Kleine Stoffkamele, die an die Betriebe verteilt werden, sollten zunächst neugierig machen. Dann wurde die Aktion über die Medien angekündigt, jetzt folgen Briefe. Sofern jemand nicht ausdrücklich ablehnt, werde in der zweiten Oktoberwoche bei den Unternehmen angefragt, ob eine Beratung gewünscht sei. Falls ja, wird ein Berater bei einem Termin die Möglichkeiten des Energiesparens aufzeigen, Bis hierhin entstehen keine Kosten, erklärt Meinzer. Wolle ein Teilnehmer konkrete Zahlen haben, kann er ein Gutachten in Auftrag geben. Das ist kostenpflichtig, wird aber mit einem Zuschuss aus Bundesmitteln von 80 Prozent gefördert. Der Unternehmer müsse etwa 250 Euro selbst bezahlen, erläutert der Geschäftsführer. Die Bürgermeister der Gemeinden, Peter Christ (CDU), Hans-Dieter Schneider (SPD) und Ilona Volk (Grüne) unterstützen die Aktion. In allen Gemeinden war die Energiekarawane schon bei Privatleuten zu Gast. Alle drei Bürgermeister berichten von positiven Rückmeldungen. Der Versuch, gezielt Gewerbetreibende der drei Gemeinden anzusprechen, sei ein Pilotprojekt, sagte Meinzer. Voraussichtlich könne man Anfang nächsten Jahres Beteiligung und angepackte Energiespar-Vorhaben überblicken. Ist das Ergebnis überzeugend, will die Energieeffizienzagentur die Aktion in der Metropolregion fortsetzen. (ghx)