Rhein-Pfalz Kreis Ende einer Ära

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Mutterstadt. Nach vier Jahrzehnten als Ratsmitglied hat Konrad Heller (CDU) sein Mandat im Mutterstadter Dorfparlament niedergelegt, um dem politischen Nachwuchs Platz zu machen. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) bescheinigte dem 74-Jährigen in der jüngsten Ratssitzung besondere Verdienste um seine Heimatgemeinde.

Heller habe sich so vielfältig ehrenamtlich engagiert, dass eine ganze Ratssitzung nötig sei, um sein Wirken umfassend zu würdigen, sagte der Bürgermeister. Dabei habe er – wie in der Kommunalpolitik üblich – manches dicke Brett bohren müssen und seine Entscheidungen stets mit großem Feinsinn sowie viel Gefühl für das Machbare getroffen. Entsprechend habe die Gemeinde ihn im Laufe der Jahre mit sämtlichen vorhandenen Ehrungen bedacht. Dennoch konnte Schneider ihm eine weitere überreichen: die Ehrenurkunde des Gemeinde- und Städtebunds für seine Verdienste um das Gemeinwesen und seine 39 Jahre währende Tätigkeit als Ratsmitglied. Konrad Heller saß für die CDU von 1974 bis 1993 und von 2007 bis vergangenen Dienstag im Mutterstadter Gemeinderat – von 1985 bis 1993 war er Fraktionsvorsitzender. Außerdem fungierte er von 1993 bis 1994 als dritter und anschließend bis 2007 als Erster Beigeordneter. Dem Kreistag des Rhein-Pfalz-Kreises gehört der 74-Jährige seit 1984 an, Kreisbeigeordneter ist er seit 2013. Außerdem wurde Heller mit Landesverdienstmedaille und der Freiherr-von-Stein-Plakette ausgezeichnet. Für ihn rückte Uli Delventhal in den Rat nach, den Bürgermeister Schneider per Handschlag verpflichtete. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Ulf-Rainer Samel dankte Konrad Heller für sein langes politisches Wirken für die Partei, die Fraktion und die Allgemeinheit. Zugleich betonte er, dass dessen Ausscheiden aus dem Rat kein Abschied aus der Politik sei. Denn sein Parteifreund bleibe als Kreisbeigeordneter tätig. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Isabel Schneider erklärte, Heller sei bereits länger im Rat vertreten und damit länger sozial engagiert, als sie alt sei. „Das ist schon der Wahnsinn“, fand sie. Dennoch habe sie schon einige Jahre mit ihm zusammengearbeitet und dabei geschätzt, dass dies konstruktiv und sachlich geschah. Hartmut Kegel, Vorsitzender der FWG-Fraktion, bezeichnete Heller als Urgestein, das schon so manchen Kampf auf der politischen Bühne ausgefochten habe. Er sei überall in der Gemeinde anerkannt und geachtet. Das Amt des Kreisbeigeordneten sei für ihn eine hervorragende Stellung, die sich auch für Mutterstadt positiv auswirke. „Ich schätze, dass man sich mit dir richtig streiten kann, also in der Sache, nicht persönlich“, sagte Grünen-Fraktionschef Walter Altvater. In diesem Sinne freue er sich auf weitere Diskussionen auf Kreisebene. Heller nahm all das Lob und die Geschenke gewohnt bescheiden auf. Er dankte den Ratsmitgliedern und früheren politischen Weggefährten für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Wir haben alles für unseren Heimatort getan“, sagte er. Dazu habe gehört, jenen Menschen zu helfen, die sich selbst nicht helfen konnten. Vor allem aber dankte er seiner Frau Erika und der restlichen Familie für die Unterstützung, ohne die er all das nicht hätte leisten können.

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