Rhein-Pfalz Kreis Einfach mal abhängen

Mutterstadt. In der Pause gemütlich in Hängematten liegen und sich mit Freunden unterhalten – das können die Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Mutterstadt in ihrem neuen „Chillpark“, den einige von ihnen gestern zusammen mit Eltern, Lehrern und Vertretern der Politik eingeweiht haben. Die Umgestaltung des Schulhofs ist aber noch nicht abgeschlossen.
„Im Frühjahr kommt noch eine Reck- und Kletterwand hinzu, im Herbst ein Baumstamm-Mikado“, sagt Udo Diehl, Vorstand des Freundeskreises der IGS Mutterstadt. Der „Chillpark“ ist auf Initiative des Fördervereins entstanden. Das etwa 120 Quadratmeter umfassende Areal ist mit Gesteinsbrocken eingekreist, der Boden weich mit Holzhackschnitzeln ausgelegt. Vier Hängematten aus Gummi stehen den Schülern zur Verfügung. Mehrere Bäume wurden gepflanzt. Hanna Kellner unterrichtet Englisch und Religion an der IGS und ist Mitglied des Freundeskreises. „Die Planungen haben schon vor fünf Jahren begonnen“, erinnert sich die 47-Jährige aus Römerberg. „Wir haben uns überlegt, was wir für die gesundheitliche Bildung der Schüler unternehmen, und wie wir ihnen in den Pausen einen Anreiz zu mehr Bewegung geben können.“ Das Projekt zur „naturnahen Umgestaltung des Schulhofs“, dessen erster Schritt die Errichtung des „Chillparks“ darstellt, war das Ergebnis der Beratungen. Im Herbst haben Schüler, Lehrer und Eltern dann mit den Bauarbeiten begonnen, schon sechs Wochen später war der Park fertiggestellt. 30.000 Euro hat der Freundeskreis laut Diehl dafür ausgegeben, ein Drittel der Kosten hat das Land Rheinland-Pfalz übernommen. Insgesamt stehen für den Ausbau des Hofs 140.000 Euro zur Verfügung, die der Förderverein bei Veranstaltungen wie dem Adventsmarkt eingenommen hat. Der „Chillpark“ bedeutet für die IGS Mutterstadt eine enorme Aufwertung ihres Schulgeländes, auch in optischer Hinsicht, finden die Beteiligten. „Vorher hatte das Areal den Charme eines Gefängnishofs“, sagt Lehrerin Kellner. Auch Schulleiter Andreas Bommer hält den Park für gelungen: „Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schülern und Lehrern ist ein Anzeichen für eine funktionierende Schule.“ Von der Planung bis zur Umsetzung habe es zwar einige Jahre gedauert. „Aber was lange währt, wird endlich gut“, sagt der Kreisbeigeordnete und Baudezernent des Kreises, Manfred Gräf (CDU). Für Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) ist es im Sinne der ganzen Gemeinde, solche „grünen Lungen“ in Mutterstadt zu schaffen. Er hofft, dass sich künftige Elterngenerationen im Freundeskreis für die Unterhaltung der neuen Anlagen einsetzen. Die Schüler der IGS sind jedenfalls vom „Chillpark“ begeistert und freuen sich auf die weiteren Bauarbeiten, die ihren Schulhof attraktiver machen sollen. „Hier kann man eine Menge Spaß haben“, sagt der 13-jährige Paul Weßling. Der Siebtklässler turnt gerne auf den Hängematten herum. „Vorher haben wir meistens mit unseren Handys gespielt, weil es nichts anderes zu tun gab.“ Zum Abschluss der Einweihungsveranstaltung bedankten sich einige Schüler mit einer kleinen Aufführung bei den Vertretern des Freundeskreises sowie der Gemeinde- und Kreisverwaltung.